nicht nur eine Ursache (Sammelthreads)

Barzahlung, Sonntag, 05.12.2021, 00:29 (vor 173 Tagen) @ Henrik
bearbeitet von Barzahlung, Sonntag, 05.12.2021, 00:33

Wie gesagt, deine Wortwahl lässt tief blicken. Sehr traurig.


wo ist da Dein Problem?

Das Problem ist, dass die missliche Lage, in der wir uns gerade befinden, verschiedene Ursachen hat. Die Impfquote, die wir in Deutschland über Daten aus dem digitalen Impfregister übrigens nur sehr grob nach unten abschätzen, aber nicht genau bestimmen können, ist da eine wesentliche Ursache, auf die Du Dich zu 100% draufstürzt.

Eine andere, nicht weniger bedeutende Ursache wird in einem Deiner Links sogar aufgezeigt:

Insbesondere die hohe Impfquote in der älteren Bevölkerungen hat die Situation verringert. Allerdings ist auch die Zahl der betreibbaren Intensivbehandlungsplätze gesunken. Das hat mehrere Ursachen. Wir wissen, dass ein Teil der Pflegekräfte aufgrund der extremen Belastungen durch die Pandemie die Arbeitszeit verkürzt oder sogar gekündigt hat. Darüber hinaus sind immense Überstunden und Urlaubsansprüche angefallen. Außerdem verzeichnen wir extrem hohe Infektionsquoten bei Kindern, die dazu führen, dass auch viele Pflegekräfte - meistens weiblich - dem Arbeitsplatz fernbleiben müssen. Diese Reduktion von Behandlungsplätzen verschärft die Lage spürbar.
https://www.dkgev.de/dkg/coronavirus-fakten-und-infos/

Und das ist noch sehr dezent formuliert. Wir reden hier nämlich von 4500 Pflegern, die binnen eines Jahres in covidären Ausnahmezustand das Handtuch geworfen haben.
Das sind rund -20%. Um das mal einzuordnen: Der Anteil der Covid-Patienten auf der ITS liegt bei rund einem Viertel.
Man hätte zumindest erwarten können, dass politikseitig alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, dass wir zumindest nicht weniger Pfleger haben als im ersten Corona-Winter.

In einer idealen, freiheitlichen Gesellschaft würde man den Leuten die Wahl lassen: Impfen oder langfristig "natürlich" immunisieren oder halt in dem einen oder anderne Fall auch sterben, wenn der Versuch missglückt. ;-)
Eine generelle Impfpflicht lässt sich meines Erachtens nicht rechtfertigen. Die Impfung schützt einen sehr gut selbst, liefert aber keinen vollständigen Schutz vor Übertragung und den unvollständigen auch nur, wenn man in sehr kurzen Zeiträumen auffrischt.
Eine Herdenimmunität oder eine Ausrottung durch Immunisierung lässt sich laut RKI nicht erreichen. Damit hinkt auch der Vergleich mit den anderen gesetzlichen Impfpflichten.

Als milderes Mittel müsste man wenn dann sowieso erstmal für diejenigen eine Impfpflicht einführen, die ein besonders hohes Risiko haben, z.B. alle ab 50. Die machen nämlich 85% der Covid-Intensivpatienten aus.

In Österreich kommt die Impfpflicht aber ab 18, Söder will sie sogar ab 12, mit der Begründung, dass die Jugendlichen ihre Freiheiten zurück erhalten sollen. Gemeint sind damit Freiheiten, die die Politik den Jugendlichen sinnlos vorenthält. Sinnlos deswegen, weil gesunde Kinder nicht schwer erkranken und Erwachsene sich durch Impfung schützen können.


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