DB-Führung weist „dramatischen Stellenabbau“ zurück (Allgemeines Forum)

Henrik @, Montag, 18.05.2020, 14:40 (vor 7 Tagen) @ Altmann

Für das Corona-Rettungspaket will der Staatskonzern auch beim Personal sparen. Spekulationen um einen „dramatischen Stellenabbau“ weist die Führung aber zurück.

18.05.2020

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Gut zwei Milliarden Euro sollen demnach in vier Jahren über die Reduzierung von Personalkosten hereingeholt werden.

Wie das Programm konkret aussehen werde, soll in den kommenden Wochen entwickelt werden, teilte Konzernchef Lutz in einem internen Webcast den 180 Führungskräften des Konzerns mit. Von Stelleneinsparungen war bislang lediglich im geringeren Umfang in der Konzernverwaltung die Rede. Auch will Lutz offenbar daran festhalten, in diesem Jahr erneut 25.000 neue Eisenbahner einzustellen. Allerdings fordert er einen „Beitrag“ der Arbeitnehmer ein, über den verhandelt werden müsse.

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Bahnchef Lutz muss mindestens vier Milliarden Euro, wenn die Erholung im Bahnverkehr noch später einsetzt als gedacht sogar fünf Milliarden Euro, als Eigenbeitrag des Staatskonzerns einsparen. Die Hälfte davon soll über Sachkosten hereingeholt werden. Bleiben zwischen zwei und 2,5 Milliarden Euro Kosten aus dem Personalbereich.

Einsparungen sollen erst später wirken

An massive Stellenstreichungen sei nicht gedacht, wird in Führungskreisen der Bahn versichert. Das Einzige, was heute schon weitgehend feststeht, sind die weitgehend ausfallenden Boni für Vorstand und mehrere Tausend Mitarbeiter der Bahn. Allein dadurch sollen 2020 schon 150 bis 180 Millionen Euro eingespart werden.

Konzernchef Lutz hat sich allerdings von der Idee verabschiedet, die Einsparvorgaben aus dem Konzernvorstand zu verordnen. Diese Zentralisierung hatte in den vergangenen Jahren zu großem Ärger in der Bahnorganisation geführt. Bei der notleidenden Güterverkehrstochter DB Cargo war sie sogar für den wirtschaftlichen Misserfolg verantwortlich gemacht worden.

Jetzt sagte Lutz seinen Führungskräften: „Wir werden nicht wie früher nach dem Motto einfach, wirksam, grausam vorgehen, sondern es geht um innovative, intelligente und smarte Lösungen. Wer auf eine zentrale Ausgabensteuerung gewartet hat, den muss ich enttäuschen.“ Die Logik, Entscheidungen dort zu treffen, wo die Kompetenzen liegen, sei das Erfolgsrezept der vergangenen Wochen gewesen.

Zudem setzen Lutz und seine sechs Kolleginnen und Kollegen im Konzernvorstand wohl darauf, Einsparungen erst später wirken zu lassen, wenn sich der Verkehr langsam wieder erholt hat. Vor 2022 rechnet der Vorstand allerdings nicht damit. Im Fernverkehr sind bis zu 90 Prozent der Fahrgäste ausgeblieben, im Güterverkehr um die 30 Prozent der Aufträge weggebrochen. Alle Konzernsparten bis auf die Logistiktochter Schenker sind in den roten Zahlen.

Ginge es nach der aktuellen wirtschaftlichen Lage, müssten 85 Prozent der Einsparungen in diesem und im nächsten Jahr realisiert werden, sagte Lutz seinen Führungskräften. Das wäre nur durch eine rigide Steuerung von Ausgaben und Investitionen machbar. „Das wollen wir nicht. Deshalb haben wir uns für die Gegensteuerung einen längeren Zeitraum vorgenommen, damit auch Platz für intelligente und längerfristig wirkende Lösungen bleibt.“

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https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/rettungspaket-sparplaene-d...


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