Alles Blödsinn ... // Die Kernfragen ... (Allgemeines Forum)

J-C, Da, wo ich grad gedanklich nicht bin., Samstag, 09.05.2020, 08:26 (vor 136 Tagen) @ Blaschke

Huhu.

Und die nächste Umfrage in einem Jahr ist dann genauso zeitgeistig wie diese hier. Dann wollen plötzlich alle wieder raus ...

Man sollte darauf nicht so viel geben ...

Das ist auch mein Gedanke.

Auf dem Zug erlebe ich oft ja ähnliches. Erst wird 27 Minuten lang über die Bahn geschimpft. Alles Kacke. Zu teuer. Usw usw usw. Wenn sie dann aber eine Schulnote vergeben sollen --> 'ach, ich nehme mal eine 2.' Oder mit viel Mut wird es auch mal eine 3. Tja, wenn man dann so zufrieden ist, ändert sich auch nix. Und die Teppichetage feiert die Umfragewerte.

Vermutlich sind's am Ende nur Kleinigkeiten, über die man sich aufregt ;-)


Für den öffentlichen Verkehr und die mittelfristige Zukunft ist entscheidend:

a.) die wirtschaftliche Entwicklung. Millionen Arbeitslose würden über Urlaubsfahrten und Freizeitvergnügen nicht nachdenken brauchen, weil sie sich es gar nicht leisten können. Und wie wird der Bürger belastet, wenn es um die Rückzahlung all der Staatsknete geht, die grad rausgeworfen wird mit dem Füllhorn. Da könnte sich manch Spaßfahrt der Vergangenheit für die Zukunft von allein erledigen. Hinzu kommt die Psyche der Leutchen; was erwarten sie? Inflation, Deflation, Aufschwung, Abschwung. Das alles ist völlig unvorhersehbar. Und in einem halben Jahr kann eine Umfrage ganz anders aussehen. Es lebe die Kurzfristigkeit.

Sicher, andererseits wird das Leben bereits wieder mehr und mehr hochgefahren, Arbeitsplätze kommen zurück.

b.) wird Homeoffice, Videotagung, Online-Shopping etc. nachhaltig bleiben und damit Mobilität vermeidbar machen?

Ganz ehrlich? Ich fänd's toll. Es wäre zumindest eine Entlastung der Verkehrswege. Wenn man nicht dauernd an einer Strecke verdichten muss, spielt sich vielleicht an einer anderen Strecke ein besseres Angebot?

c.) Wieviel Geld wird noch in die Bahn gepumpt werden dürfen? Felix Berschin weist im aktuellen 'Bahn-Report' zu Recht darauf hin, dass all die Milliarden der letzten Jahre nur begrenzte Wirkung zeigten; der Anteil der Bahn am modal split ist insgesamt nur marginal gestiegen. Fahrgastzuwächsen im System Bahn steht eine Zunahme der übrigen Mobilität gegenüber. Während sich bei der Zuverlässigkeit gar nichts verbessert hat. Wieviele Milliarden wollen/können wir, Politik und Volk, uns angesichts der absehbaren finanziellen Herausforderungen des nächsten Jahrzehntes noch leisten für einen überschaubaren Erfolg der Eisenbahn?

Viel. Denn die Bahn ist ein unabdingbares Element der Daseinsfürsorge. Ich lebe gerne in einem Land, wo ich nicht zwangsläufig auf's Auto angewiesen bin, wie zuvor geschildert würde bei einem allgemeinen Sinken der Mobilität ja auch der Zuschussbedarf bei bestellten Verkehren sinken.

Darüber gilt es jetzt nachzudenken.

Und darüber denke ich gerne nach.

Schöne Grüße von jörg

Liebe Grüße nach Osnabrück
Jan-Christian

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