Liefert Stadler auch pünktlich (Allgemeines Forum)

Twindexx @, St. Gallen (CH), Montag, 30.03.2020, 19:50 (vor 97 Tagen) @ J-C

Hoi,

Kann's sein, dass die Schweiz in gewisser Weise die europäische Situation im Kleinformat widerspiegelt? Ob's so schlau ist, in der jetzigen Situation nicht auch nschzuziehen, das weiß ich nicht, aber ulkig ist es halt schon.

Mit was nachzuziehen? Mit den aktuellen Massnahmen wurde die Ausbreitung bereits um 60% verlangsamt. Man rechnet hier bis Herbst mit 22'000 Toten. Aber das wird andere Länder genauso treffen, da wird das auch nicht besser laufen. Die Kurve beginnt sich bereits langsam abzuflachen und sollte Mitte Mai den Höhepunkt erreicht haben. Die Schweiz ist insbesondere wegen dem Tessin einfach einige Tage früher dran als zum Beispiel Deutschland.

Strikte Ausgangssperren helfen übrigens nicht wirklich etwas, wie das Schweizer Bundesamt für Gesundheit aus italienischen Analysen weiss. Wichtig sind in erster Linie die Hygiene-Massnahmen und die soziale Distanz. Dies wird von der Bevölkerung weitestgehend eingehalten.

-> https://www.corona-data.ch/

Das Tessin ist sicher wegen der Nähe zu Italien, insbesondere der Lombardei, stärker betroffen. Aber es stehen im Tessin noch genügend Intensivplätze zur Verfügung, sodass die Situation im Tessin immer noch erheblich besser ist als in Italien. Wer einen Platz im Spital braucht, bekommt den auch, und die Schweizer Spitäler sind auch alle gut ausgerüstet. Andere Kantone mussten bisher auch noch keine Corona-Patienten aus dem Tessin übernehmen.

In der Westschweiz sind die Zahlen etwas niedriger (Prevalence ist hier entscheidend, nicht die absoluten Zahlen). Hier gab es vor allem im Wintersportort Verbier einen Herd, in dem 800 Infizierte das Virus nach Vaud und Genève geschleppt haben. Verbier ist also das Schweizer Ischgl, wobei es in Verbier nicht ganz so schlimm ist wie in Ischgl.
Basel hat höhere Zahlen wegen der Nähe zum Elsass, aber trotzdem kann man dort sogar noch französische Intensivpatienten übernehmen.


Meine Schwester arbeitet übrigens als Ärztin im Kantonsspital, sie führt auch täglich Coronatests an Patienten durch. Ich halte mich da streng an ihre Infos, die fachlich und bezüglich korrektem Informationsgehalt deutlich besser sind als alles, was man sonst so im Internet und in den Medien findet. Da liest man nämlich übertrieben viel Hysterie und Panikmache. Man soll sich an die offiziellen Infos direkt vom Bundesamt für Gesundheit halten, mehr ist nicht nötig. Dass die Schweiz derzeit sehr heftig getroffen sein soll, entspricht jedenfalls nicht den Tatsachen. In der Schweiz hat man bisher auch einfach deutlich mehr gestestet als in den umliegenden Ländern.


Bei Stadler wird weiter normal produziert. Allerdings sind die neuen Westbahnzüge sowieso noch nicht im Bau. Das geht nicht so schnell nach Bestellung. Da müssen erstmal die Zulieferteile bestellt und die Werkskapazitäten für den Zeitraum reserviert werden, wenn diese Teile dann geliefert werden. An so einem Schienenfahrzeug gibts Teile mit mindestens einem Jahr Lieferfrist. Da braucht der Schienenfahrzeughersteller auch erst ein Jahr nach Fahrzeugbestellung mit der Fertigung bei sich beginnen, wenn einige Teile vorher gar nicht da sind. Vor Ende 2020 wird Stadler da also nicht beginnen.


Grüsse aus der Ostschweiz.

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