Der Preis der Freiheit (Das wäre ein schönea Schlußwort... ) (Allgemeines Forum)

oska, Donnerstag, 26.03.2020, 13:43 (vor 62 Tagen) @ Blaschke

Für Manche gibt es scheinbar noch viel zu wenig Tote durch Cornoa. Gruselig.


Was ist der aktuelle Stand? 200 irgendwas? Bis zum Wochenende sollten wir die Grippe eingeholt haben. Bei letzterer stehen wir bei 265 Toten diese Saison etwa. Selbst da gibt's Wettbewerb.

Ich bin mal auf die Zahl der Verkehrstoten gespannt. Dauert noch etwas, bis wir die erfahren, aber in diesen Tagen könnten die Zahl möglicherweise historisch niedrig sein.

Auch sind mir keine Medienberichte aufgefallen, wie rücksichtslose E-Scooter-Fahrer die armen Fußgänger über den Haufen gefahren haben. Kaum Sportverletzungen, brauchen wir noch so viele Chirurgen in Deutschland? Keine Badeunfälle. Weniger Taschendiebstähle an Bahnhöfen und in Fußgängerzonen. Gibt es eine Statistik wie viele Leute ohne Ticket erwischt werden? Sowohl im Nah- wie Fernverkehr dürfte der absolute Wert momentan recht gering sein. Was nicht bedeutet, das jeder Hinteneinsteiger einen Fahrschein hat, den er sonst beim Mann hinter dem Absperrband im Bus erworben hätte.

Selbst die Grippe kann nicht mehr so wie sie gerne möchte. Wie denn auch, wenn die potentiell Erkrankten die Straßenseite wechseln, sobald sie einen anderen Menschen auch nur aus der Ferne erblicken.

Wird es uns bald so gehen wie den Sentinelesen? Abgeschottet vom Rest der Welt. Klar, gegen Corona hilft es. Die werden mit Sicherheit noch weniger Fälle haben als wir in Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern, wo der Kontakt zu Fremden ähnlich gering sein dürfte. Doch fürs Immunsystem ist das nicht gut. Es darf nicht so weit kommen, dass man im Nordosten mit Pfeil und Bogen beschossen wird, weil sich die Einheimischen dort vor den sogenannten Zivilisationskrankheiten schützen wollen.

Ist es rassistisch, wenn ich ein Schild an meine Tür machen: "Wir müssen draussen bleiben: Geschäftsleute die durch die Welt jetten, Skitouristen und Karnevalisten"?

Kein Auto, kein Unfall. Kein Flugzeug, kein Absturz. Keine fremden Menschen, keine fremden Viren. Dafür Inzucht und psychische Erkrankungen. Wie wollen wir leben? Das ist weniger eine medizinsche sondern eher eine gesellschaftliche Frage. Ähnlich wie beim selbstfahrenden Auto, was nur noch nicht selbst fährt, weil niemand den Tod verantworten will.

Was nicht bedeutet Augen zu und durch. Autos mit Fehlern müssen in die Werkstätten zurückgerufen werden. Flugzeuge ein Startverbot bekommen, wenn es technische Unklarheiten gibt. ICE in die Werkstatt geschickt werden, wenn man den Radreifen nicht vertrauen kann. Menschen mit Infektionskrankheiten isoliert werden um andere zu schützen.

Wieviel Freiheit und Fortschritt wollen wir? Einige von uns werden den Preis mit ihrem Leben bezahlen. Wenn wir zum Mond fliegen, wenn wir mit dem Auto fahren, wenn wir andere Menschen treffen - nicht alle werden das überleben.

Ich muss jetzt erst wieder arbeiten, dank Corona wurde mir bescheinigt, dass ich systemrelevant bin als Zeitungs- und Postzusteller und unverzichtbar. Toll.

Das hätte ich Dir schon im Herbst sagen können, auch ohne Corona ;)


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