Erneut zur Flughafenanbindung (Allgemeines Forum)

Jogi, Montag, 06.09.2010, 18:03 (vor 5694 Tagen) @ Giovanni

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/009/1700941.pdf (Antwort 105)

Aus der Zahl 49 statt 74 ergibt sich, dass die S3 entweder nur noch in der HVZ oder nur stündlich zum Flughafen fahren wird.

Danke :)
Obwohl, wirklich überraschend ist es für mich nicht, dass es verdünnt wird. Andererseits gibt es für Leinfelden die U5 als Alternative direkt in die City rein, die auch nicht wesentlich langsamer ist als mit der S-Bahn. Hier sogar ein Wiederaufbau bis Echterdingen wieder ins Gespräch gebracht worden.

Weißt Du, was es mit dem zweiten Tf am Flughafen auf sich haben soll (s. SMA-Gegendarstellung)?

Der [Fildert]unnel ist 9,5 km lang; 8 Minuten entsprechen über den Daumen gepeilt 80 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit... deiner Meinung nach soll es also dort mit durchschnittlich etwa 60 km/h bergauf gehen bei einer Vmax von 160 km/h.

Der Tunnel endet nicht am Flughafen sondern bereits am Kreuz B27/A8.
Realistisch sind es 11km bis Flughafen/ICE und 12,5km bis Flughafen/S.

OK, ändert aber an den Durchschnittsgeschwindigkeiten nichts Dramatisches: 12 km würden 90 km/h entsprechen, nach deiner Rechnung 72 km/h.

So reim ich mir das zusammen: Geislingen Steihe hat eine Steigung von 23 Promille und eine vmax von 70 km/h. Trotzdem schafft eine 146 mit 5 Dostos hinten dran die 6,3 km in etwa sechseinhalb Minuten.

Dazu kommt noch der längere Fußweg...

Man werfe einen Blick nach Frankfurt.


Wenn man einen Vergleich mit der S-Bahn macht sollten die unterschiedlichen Wege mit einbezogen werden.

Sollte man wirklich. Aber in Frankfurt schaffen es die Fluggäste trotzdem, noch längere Fußwege zurückzulegen.

Ob eine Direktverbindung [Böblingen-Fughafen] im RE-Stundentakt (vgl SMA - aber Widerspruch zum Planfeststellungsbeschluss) mehr Fahrgäste anzieht als eine S-Bahn-Umsteigeverbindung in halbwegs attraktivem Takt? Abzuwarten.

Dir liegt der PFA vor? *wunder*
Die Umsteigeverbindung muss ja nicht wegfallen bzw. sich zwangsweise wesentlich verschlechtern. Und 22 min Fahrzeit (S1 – Rohr – S2) gegen etwa 10 Minuten im RE sind schon ein Argument. Legt man einen Herrenberger zugrunde, sieht’s noch besser aus; legt man einen Gärtner aus Gärtringen zugrunde, sieht’s für die S-Bahn-Umsteigeverbindung besser aus ;)

Dann noch die besere Verbindung aus Richtung Reutlingen & Tübingen und der Rattenschwanz, der dort noch dran hängt.

Das ist korrekt.
Esslingen am Neckar das von diesen Zügen umfahren wird hat allerdings etwa doppelt so viele Einwohner.

Nun wird das Gros der Esslinger Pendler aber Wert auf Verbindungen nach Stuttgart legen. In der SMA-Gegendarstellung ist auf Seite 6 von zwei stündlichen Linien nach Tübingen über Plochingen die Rede. Die müsst doch von Stuttgart kommen.

Verglichen mit der B27 ist die Schienenverbindung zwischen Tübingen und dem Filderraum tatsächlich graunenhaft. Durch einen Bahnhof auf den Fildern mit langen Umsteigewegen zur S-Bahn und einer sicher nicht einfachen Busanbindung an bewohnte Gebiete wird man nicht viele Autofahrer in die Züge holen.

Das solltest Du erweitern: verglichen zur B27 ist die Bahnverbindung Tübingen – Stuttgart auch grauenhaft ist: verglichen zur Luftlinienentfernung und der theoretisch möglichen Fahrzeit auf der B27 ist der Schlenker über Plochingen ein Witz mit dem Ergebnis der 60 Minuten Fahrzeit des RE. Rein von der puren Fahrzeit, also ohne Umsteigezeit, wäre die Fahrt ab Stuttgart Hbf mit RE bis Herrenberg und dann mit der Ammertalbahn weiter sechs Minuten kürzer.

Gut - Probleme mag es geben, aber Lösungen müssen keine dreistelligen Millionenbeträge verschlingen.

Ja, aber das stört mich generell an der Diskussion S21 vs. K21: es wird ein Punkt rausgepickt und auf das Projekt übertragen. Klassiker in der Hinsicht sind 4 Milliarden für die Verbindung zum Flughafen… :( Lässt sich aber auch entgegengesetzt durchführen, da sind manche S21-befürwörter nicht besser.
Unabhängig von Sinn oder Unsinn des Gesamtprojektes, das finde ich unfair. Was soll der Vergleich eines gesamten PFAs mit dem Ausbau eines Bahnhofs. Das hat ganz andere Effekte zur Folge. Ob es die Milionen wert ist, ist müssig auszudiskutieren.

Konkret ließe sich das Problem in Vaihingen – aus Laiensicht – einfach beheben, denn die Gütergleise, die den Bau eines Regiobahnsteiges in Vaihingen verhindern, ließen sich m.M.n. entfernen, da sie selten benutzt werden und andere Gleise zur Verfügung stehen. Schwerer dürfte es fast sein, einen Zugang zur Unterführung zu bekommen.

Ein RE-Halt in S-Vaihingen würde auch die Anbindung Richtung Echterdingen und Stuttgart Süd verbessern.

Ja, ein RE-Halt am Westbahnhof würde den Stuttgarter Westen besser erschließen. Ein Halt in Heslach das dortige Wohngebiet. Ein Hp am Nordbahnhof, auch wenn wegen der Brückenlage schwer zu realisieren, würde Richtung Zuffenhausen – Ludwigsburg gut 20 Minuten Gewinn bringen.
Jeder Halt hat seine Vor- und Nachteile - und wir könnten sicher ganz lange ausdiskutieren, ob ein Halt am Flughafen oder in Vaihingen sinnvoll(er) ist...

Der Einsatz von Dostos und ICE-T (für die ist ein Halt zwar technisch möglich, aber trotzdem problematisch) ist allerdings vorgesehen und in diesem Zusammenhang eine Absenkung auf 76cm-Bahnsteighöhe.

War da nicht eine Aufschotterung im Gespräch? Auch wenn es quasi das Gleiche in Grün ist.

Da dies an beiden Bahnsteigkanten passieren soll, können keine S-Bahnen ohne zeitaufwändige Rampen halten (die für Dostos trotzdem nötig sind).

Das ist mir auch neu. Hast Du eine Quelle oder wenigstens eine Ahnung auf einen Verweis?

Tschuldigung, da hab ich mich miss verständlich ausgedrückt. Meine Nachfrage bezog sich auf die Bahnsteigabsenkung. Meines Wissens nach soll der nördliche Bahnsteig auf 76 cm gebracht werden, der südliche aber belassen werden.
Das wird doch auch von S21-Kritikern moniert, dass die Betriebsführung so unflexibel werden würde. Aber andererseits: wenn die S3 eingekürzt wird, würden ja auch bei S21 vier Züge/Stunde über Leinfelden fahren... Kommt der zusätzliche Tf dann bei einer HVZ-Verlängerung der S3 zum Einsatz?

Generell zur Behindertenproblematik: das ist halt das Problem, dass man sich in D noch nicht auf eine einheitliche Bahnsteighöhe festgelegt hat. So hat man heute das Kuddelmuddel mit vier gängigen Bahnsteighöhen, wobei sich langsam 55 und 76 cm als Standardlösung herauskristallisieren. Die Auswüchse waren derletzt bei DS-O zu sehen: der S-Bahnsteig in Nürnberg war’s glaub ich, der AFAIK inzwischen drei verschiedene Einstiegshöhen bietet…

Natürlich sind auf Mischverkehrsstrecken der Stuttgarter S-Bahn viele 76er Bahnsteige vorhanden - hier aber würde die vorhandene Infrastruktur behindertenfeindlich umgebaut.

Wenn aber der 96 cm Bahnsteig am Flughafen bleibt, dann solltest Du die Formulierung nochmals überdenken, auch wenn Du natürlich zum Teil Recht hast.

Abgesehen davon finde ich es interessant, das man sich schon - uff gud Schwäbisch g'sagt - "die Gosch zerreist" über einen Zug, dessen Ausschreibung noch nicht mal annährend erfolgreich ihrem Ende zuschwebt.


Fahrzeuge der entsprechenden Leistungklasse (ICE3, AGV) kosten mehr als doppelt so viel wie die DB für den ICx bezahlen möchte.

Dass die Bahn absurde Vorstellungen bei Preisen hat, ist ja altbekannt. Da die Bahn aber so eine gewaltige Stückzahl abnehmen möchte, kann der Stückpreis relativ stark gedrückt werden, hauptsächlich deswegen, da der Hersteller wegen einer lange vorausplanden Werkstattauslastung günstiger produzieren kann.

Ich wollte auch gar nicht sagen, dass die ICx die Motorisierungsleistung des ICE-3 bekommen. Aber andererseits ist über die Züge faktisch kaum etwas bekannt, außer eben Triebwagen in verschiedenen Konfigurationen. Deswegen kann man meiner Meinung nach nicht sagen: billig = lahmarschig, das greift zu kurz.

Normalerweise liegen gut genutzte Bahnhöfe halbwegs im Zentrum der Städte und nicht 1,5km (Luftlinie) vom nächsten Wohnhaus entfernt.

*ironie-an* sagen Limburg und Montabaur oder die französichen TGV-Hp’s *ironie-aus* Die Nutzung wird auch im Wesentlichen von der ÖPNV-Planung abhängen. Wenn Du Kenntnisse darüber, bin daran auch interessiert. Ich weiß nur, dass eine Verlängerung der U6 vom Fasanenhof zur Messe konkretere Formen annimmt.

Das der Fluglärm viel weiter reicht ist nichts neues...

Wem sagst du das…
Ändert aber nichts daran, dass der Flughafen relativ viele Städte in mittelbarer Umgebung hat.


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