Fundiert klingende K21-Kritik (Allgemeines Forum)

Giovanni, Montag, 06.09.2010, 15:51 (vor 5700 Tagen) @ Jogi

Das kann man so nicht sagen. Zum einen wird der Flughafenbahnhof viel mehr als nur den Flughafen bedienen, sondern auch den gesamten dichtbesiedelten Bereich der Fildern mit einem Regionalbahnhof austatten.


Wenn die Anbindung des dichtbesiedelten Bereich der Fildern verbessert werden soll...
Warum sollen dann künftig Oberaichen, Echterdingen und Leinfelden nur noch alle 30 Minuten mit Stuttgart verbunden sein?

Hast Du 'ne Quelle dafür? Ich meine, warum sonst empfeheln SMA und DB Netz einen weiteren Tf am Flughafen zu stationieren, wenn nicht für eine stabilere Eigenwende der S-Bahn dort? Die in Filderstadt enden S-Bahnen können es nicht sein, dort wird eine überschlagene Wende angestrebt.

http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/009/1700941.pdf (Antwort 105)

Aus der Zahl 49 statt 74 ergibt sich, dass die S3 entweder nur noch in der HVZ oder nur stündlich zum Flughafen fahren wird.

Die Fahrzeit sinkt vom Hbf von knapp 30 Minuten auf 8 Minuten.

Zudem werden interessante Umsteigebeziehungen von der Gaeubahn zur NBS ermoeglicht, wenngleich man wird abwarten meussen wie lange die Umsteigewege zwischen den zwei Flughafenteilbahnhoefen in Zukunft seien werden.


Die aktuelle Fahrzeit zwischen Hauptbahnhof und Flughafen beträgt lediglich 27min.

Wow... ganze drei Minuten schneller...

Die Fahrzeit von 8 Minuten bezieht sich auf ICE3. Nicht alle REs sind jedoch in der Lage, bei 25 Promille auch Tempo 160 zu fahren weshalb die Fahrzeit eher um 10min liegen wird.

Der Tunnel ist 9,5 km lang; 8 Minuten entsprechen über den Daumen gepeilt 80 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit... deiner Meinung nach soll es also dort mit durchschnittlich etwa 60 km/h bergauf gehen bei einer Vmax von 160 km/h.

Der Tunnel endet nicht am Flughafen sondern bereits am Kreuz B27/A8.
Realistisch sind es 11km bis Flughafen/ICE und 12,5km bis Flughafen/S.

Dazu kommt noch der längere Fußweg...

Man werfe einen Blick nach Frankfurt.

Wenn man einen Vergleich mit der S-Bahn macht sollten die unterschiedlichen Wege mit einbezogen werden.

Die Reisezeiten werden auch nachher noch tragbar sein. Etwa 4min mehr als heute, erkauft mit der direkten Erschliessung der Fildern, des Flughafens und guter Umsteigebeziehung Richtung NBS (Muenchen).

Das kommt auf die Fahrplangestaltung an.

Umsteigebeziehung nach Ulm/München?
Selbst mit Schnellfahrstrecke wird die Fahrzeit von Zürich und Singen via Friedrichshafen bzw von Tuttlingen via Sigmaringen kürzer sein.

Es soll ja noch andere Städte dazwischen geben. Ganz vorne wären Böblingen & Sindelfingen solche Kandidaten, die davon profitieren. Wenn irgendwann mal die S60 rollt und die S6 bis Calw verlängert wird, profitiert auch der nördliche Landkreis Böblingen und das Heckengäu von einer direkten Verbindung zum Flughafen; halbwegs passende Anschlüsse vorausgesetzt.

Ob eine Direktverbindung im RE-Stundentakt (vgl SMA - aber Widerspruch zum Planfeststellungsbeschluss) mehr Fahrgäste anzieht als eine S-Bahn-Umsteigeverbindung in halbwegs attraktivem Takt? Abzuwarten.

Dann noch die besere Verbindung aus Richtung Reutlingen & Tübingen und der Rattenschwanz, der dort noch dran hängt.

Das ist korrekt.
Esslingen am Neckar das von diesen Zügen umfahren wird hat allerdings etwa doppelt so viele Einwohner.
Verglichen mit der B27 ist die Schienenverbindung zwischen Tübingen und dem Filderraum tatsächlich graunenhaft. Durch einen Bahnhof auf den Fildern mit langen Umsteigewegen zur S-Bahn und einer sicher nicht einfachen Busanbindung an bewohnte Gebiete wird man nicht viele Autofahrer in die Züge holen.

Eine Umsteigeverbindung ist allerdings deutlich weniger attraktiv. Gleichzeitig wuerden die 2-3min fahrzeitvelaengerung fuer diesen Halt die angebliche Fahrzeitverlaengerung wegen der Direktfuehrung uber den Flughafen fast vollstaendig aufwiegen. Dann kann man besser gleich direkt zum Flughafen fahren.


Gegenfrage:
Wenn es ein erhebliches Verkehrsbedürfnis zwischen Gäubahn und Flughafen gebe - warum halten dann die RE nicht heute schon in S-Vaihingen und verbessern so die Verbindung?

Wegen Fahrplanzwänge und fehlendem Regiobahnsteig Richtung Stuttgart. Die RE können auch nicht am S-Bahnsteig halten, da nahezu parallel dazu die S3 Richtung Backnang fährt. Auch an Gleis 1 ist kein Halt möglich, da man sich sonst mit dem Gegen-RE in die Quere kommt.

Gut - Probleme mag es geben, aber Lösungen müssen keine dreistelligen Millionenbeträge verschlingen.
Ein RE-Halt in S-Vaihingen würde auch die Anbindung Richtung Echterdingen und Stuttgart Süd verbessern.

Der Einsatz von Dostos und ICE-T (für die ist ein Halt zwar technisch möglich, aber trotzdem problematisch) ist allerdings vorgesehen und in diesem Zusammenhang eine Absenkung auf 76cm-Bahnsteighöhe.

War da nicht eine Aufschotterung im Gespräch? Auch wenn es quasi das Gleiche in Grün ist.

Da dies an beiden Bahnsteigkanten passieren soll, können keine S-Bahnen ohne zeitaufwändige Rampen halten (die für Dostos trotzdem nötig sind).

Das ist mir auch neu. Hast Du eine Quelle oder wenigstens eine Ahnung auf einen Verweis?

Behindertengerechte Doppelstockwagen haben eine Einstiegshöhe von 60cm - höhere Einstiege sind mir nur von einem französischen Entwurf bekannt (der anscheinend stark auf die Kapazität geht). Die S-Bahnen haben eine Einstiegshöhe von 96cm.

Wenn man den Bahnsteig auf die Höhe für eine Baureihe behindertengerecht auslegt, ist der Höhenunterschied zur anderen selbst für normale Reisende oberhalb des Zulässigen. Nimmt man einen 76cm-Bahnsteig ist für Rollstuhlfahrer in beiden Fällen eine Rampe notwendig.
Da die südliche Bahnsteigkante zur Vermeidung von Kapazitätsproblemen von S- und Fernbahn genutzt werden soll, sehe ich nicht wie man beides vereinen will.

Natürlich sind auf Mischverkehrsstrecken der Stuttgarter S-Bahn viele 76er Bahnsteige vorhanden - hier aber würde die vorhandene Infrastruktur behindertenfeindlich umgebaut.

Nonstop ICE werden Stuttgart-Ulm in 28 Minuten fahren. Durch den zusaetzlichen Halt am Flughafen sind etwa 6-8 Minuten mehr an Fahrzeit zu erwarten. Klassische IC's werden in Zukunft nicht mehr auf der NBS verkehren sondern durch ICX ersetzt. Wie deren Performance am Berg im Vergleich zum ICE seien wird muss man sehen.

28 Minuten sind Werbeversprechen. Ich erinnere an die "BestZeit" von 90 Minuten zwischen Hamburg und Berlin, die einen Fahrplan lang von 2 Zügen je Richtung durchgehalten wurde.

28 Minuten beziehen sich auf einen ICE3.
Die anderen ICE-Baureihen und auch der billige (und deshalb nicht auf ICE3-Niveau übermotorisierte) ICx haben eine erheblich geringere Leistung und sind deshalb nicht in der Lage bei 25 Promille Steigung noch Tempo 250 zu halten.

Der ICE-3 wurde bekanntlich extra für die 4-Promillesteigungen auf der KRM beschafft.
Abgesehen davon finde ich es interessant, das man sich schon - uff gud Schwäbisch g'sagt - "die Gosch zerreist" über einen Zug, dessen Ausschreibung noch nicht mal annährend erfolgreich ihrem Ende zuschwebt.

Fahrzeuge der entsprechenden Leistungklasse (ICE3, AGV) kosten mehr als doppelt so viel wie die DB für den ICx bezahlen möchte.

Bezogen auf die Besiedlung liegen beide Flughafenbahnhöfe relativ weit ab vom Schuss.

*sarkasmus-an* Ach so, deswegen haben mehrere Bürgerinitiativen die zweite Startbahn für den Flughafen verhindert. Ich dachte immer, die wohnen in der (relativen) Nähe. Und wer steigt dann bitte in Filderstadt, Echterdingen, Leinfelden und Oberaichen in die S-Bahn ein...= *sarkasmus-aus*

Normalerweise liegen gut genutzte Bahnhöfe halbwegs im Zentrum der Städte und nicht 1,5km (Luftlinie) vom nächsten Wohnhaus entfernt.
Das der Fluglärm viel weiter reicht ist nichts neues...


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