! Nürnberg-Stuttgart und Fahrplan Linie 61 (Allgemeines Forum)

Christian_S, Freitag, 02.03.2012, 20:01 (vor 5154 Tagen) @ naseweiß


120 min wäre übringens mit ein klein wenig Neigetechnik über die Murrbahn sicher kein Thema. Nur wird das wegen Aalen und Schwäbisch Gmünd nicht in Erwägung gezogen.

Schon vor über 10 Jahren fuhren die IR über die Murrbahn in 2:01h - z.B. Stuttgart ab 16:28, Nürnberg an 18:29. Unterwegshalte in Backnang, Hessental, Crailsheim und Ansbach.

Der Weg über die Murrbahn ist etwa 10 Minuten schneller als über die Remsbahn, hat aber eindeutig weniger Potential als die Remsbahn. Aalen ist nicht nur als Staat recht bedeutend, sondern speist ihr Fahrgastpotential auch erheblich aus dem Umstieg von/zur Brenzbahn (Heidenheim usw). Aber auch Schwäbisch Gmünd hat nicht unerhebliche Zu-/Aussteigerzahlen. Einziger wirklich verzichtenswerter Halt der Strecke wäre Ellwangen. In der HVZ sollte man dennoch dort halten, Ellwangen hat ein hohes Pendlerpotential in Richtung Stuttgart. Diese Pendler nutzen gerne und sehr zahlreich (wie man beim 2164 morgens und bei 2161 und 2163 nachmittags sieht) die IC, da dies die einzigen Direktzüge von/nach Stuttgart sind.

Geplant ist überall weiterhin zu halten, außer in Ellwangen. Das geht natürlich nur von einem 2-h-Takt aus. Gerade Ansbach, Crailsheim und Aalen sind regionale Umsteigeknoten.

Genauso ist es.

Dir Frage ist nur, ob man hier dann nicht besser beraten wäre, wenn man den Regionalverkehr für die diese Halte verbessert und dafür die Fernzüge auf der Strecke weniger oft halten lässt.

Das ist eben der Knackpunkt. Die IC zu beschleunigen wäre wünschenswert, andererseits ist dies nur mit erheblichen Veränderungen in der Fahrplangestaltung möglich. Nürnberg als Endpunkt hat für die Linie natürlich eine erhebliche Funktion als Umsteigeknoten.
Woraus speist die Linie 61 ihre Fahrgäste? Vor allem aus Umsteigern aus 3 Richtungen: Leipzig/Jena/Bamberg; Dresden/Chemnitz/Hof und Passau/Regensburg. Züge von Würzburg her haben in Nürnberg weniger Umsteigerpotential zur Linie 61, das ist einfach zu sehr über Eck.
Folglich ist es wichtig, den Taktknoten in Nürnberg unbedingt abzuwarten. Sprich, keine Abfahrt vor Minute .35, aktuell wird wegen des S-Bahn-Taktes zur Minute .39 abgefahren. Früher ab Ansbach geht nur unter Verschiebung des RE-Taktes Treuchtlingen-Würzburg. Crailsheim hat einen Zwangspunkt aus dem RE aus Richtung Lauda. Die eingleisige Strecke wäre da gar nicht so das Problem, vielmehr ist es dann aber der Stuttgarter Ballungsraum. In der aktuellen Zeitlage der Linie 61 passt diese im Abschnitt Schorndorf-Waiblingen genau zwischen die S-Bahn. Sprich, man müsste so beschleunigen, das die Linie 15 min früher durch Schorndorf fährt, um vor den vorherigen S-Bahn-Takt zu kommen. Dies wiederrum hätte dann vor Stuttgart einen Trassenkonflikt mit dem RE aus Aalen, der in Stuttgart 15 min vor dem IC ankommt. Also müsste man wieder den RE zeitlich in eine andere Lage verschieben. Eine frühere Ankunft in Stuttgart hätte aber auch Folgen für die angedachte Weiterführung zur Gäubahn: Da passt der jetzige Takt ja recht gut dazu, eine frühere Ankunft in Stuttgart hätte entweder längere Standzeit dort oder eine Verschiebung des Gäubahn-Fahrplanes zur Folge. Das wiederrum müsste ja dann auch in der Schweiz wieder passen usw.

Bei allen Überlegungen muss man aber auch sagen: Selbst mit ihrer jetzt relativ "langsamen" Fahrzeit Nürnberg-Stuttgart ist die Linie 61 noch immer der Autobahn ebenbürtig, denn mit dem Auto schafft man Nürnberg-Stuttgart dank des Umweges über Heilbronn und der z.T. nur 4-spurigen und geschwindigkeitsbegrenzten Autobahn nicht schneller als mit dem IC ...


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