Flügelung in Hamm -> ICE2 (Allgemeines Forum)

Sese, Mittwoch, 29.02.2012, 23:18 (vor 5152 Tagen) @ ICE-T-Fan

Versteh ich nicht.


Naja, ein ICE2 verliert bei 250 km/h weniger Durchschnittsgeschwindigkeit als ein ICx bei 230 km/h, da die Ausgangsgeschwindigkeit größer ist.

Um mal den Einfluss des Windes zahlenmäßig anhand von ICE2 und ICE-T quantifizieren zu können, empfehle ich Fahrdynamik des Schienenverkehrs von Dietrich Wende, Auflage 2003, Seite 146 und 152. Die Fahrwiderstandsgleichung eines ICE-2-Doppelzuges lautet demnach:

F_W = 6,26 + 3,92*(v / 100km/h) + 11,0*((v + delta_v) / 100 km/h)^2. delta_v ist der Geschwindigkeitszuschlag, etwa für Wind. Die Gleichung liefert den Fahrwiderstand in kN.

Bei 250 km/h ohne Gegenwind (delta_v = 0) wäre der Fahrwiderstand 84,81 kN. Bei 250 km/h hat der ICE-2-Doppelzug aber noch noch 138,3 kN Zugkraft.
Bei 250 km/h mit extremst unwahrschlichstem Gegenwind von pausenlos 60 km/h, welcher stets direkt auf den Zug wirkt, wäre delta_v = 60 km/h. Damit beträgt der Fahrwiderstand 121,8 kN, die Zugkraft aber immer noch 138,3 kN. Die 250 zu halten also kein Problem. Durch Gleichsetzen von P=F*v und obiger Fahrwiderstandsgleichung erhält man dann auch die Grenzgeschwindigkeit, die bei 60 km/h Gegenwind möglich wäre, nämlich 263 km/h.

Beim ICE-T dasselbe, wobei man hier die Fahrwiderstandsgleichung des ICE3-Doppel annehmen muss, da die des ICE-T unbekannt ist. Struktur der Formel wie oben, die Koeffizienten lauten aber 6,6, 4,844 und 10,63. Ergebnis wäre:
Zugkraft bei 230 km/h = 125,2 kN, Fahrwiderstandskraft mit 60 km/h Gegenwind = 107,1 kN. Passiert also auch nix, im Gegenteil, es sind sogar noch Reserven da.

[Edit: ^2 der Fahrwiderstandsformel wurde vergessen...]

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Grüße,
Sese


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