Nürnberg-Stuttgart (mit ASCII-Art) (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Donnerstag, 01.03.2012, 08:46 (vor 5152 Tagen) @ Reisender

„Im Stresstest wurde in der Tat ein zweistündiges Angebot mit Neigetechnik-ICE-Triebzügen (ICE-T) auf der neuen Linie Nürnberg–Stuttgart–Zürich vorgesehen.

Gefällt mir, zwei Stunden Reisezeit von Nürnberg nach Zürich via Stuttgart...:)
Vermutlich meinen die ein zweistündliches Angebot.

Dabei handelt es sich um einen vorläufigen Planungsstand, der noch nicht in Stein gemeißelt ist. Über das konkrete Zugangebot im Jahr 2020 entscheiden letztlich die Verkehrsunternehmen auf Grundlage der Verkehrsnachfrage.“

Ich kann mich einen Betrieb Berlin-Stuttgart via Nürnberg einerseits gut vorstellen. Dabei fährt man Berlin-Nürnberg in Doppeltraktion; ab dort ein Zugteil nach München (ggf. via Augsburg), ein Zugteil nach Stuttgart. Ob eine Weiterführung der aktuellen Linie 61 nach Berlin (also getrennt von Linie 28) sich lohnt, bin ich mir nicht sicher.

Ohne Aber geht es allerdings nicht:

1. Der heutige IC hält in Ansbach, Crailsheim, Ellwangen, Aalen und Schwäbisch Gmünd. Es ist zu erwarten, dass der ICE nach wie vor hier halten muß, sonst werden die Orte keine Moneten für eine Neigetechnikausbau bereitstellen. Es ist aber die Frage, ob mit all diesen Zwischenhalten B-N-S immer noch schneller ist als B-F-S.
Dagegen spricht aber, dass eine Verbindung B-N-S auch lohnend sein könnte wenn die Strecke langsamer ist als via Frankfurt, weil die Albregion (und bei Verlängerung nach Zürich sogar das Neckartal bis CH-Grenze) eine Direktverbindung mit Berlin bekommt. Otto fährt ja lieber direkt und langsam als schnell mit Umstieg.

2. Sollte Nürnberg-Stuttgart schon in der Nullvariante ergeben, dass B-N-S schneller ist als B-F-S, dann kann man sich besser den NeiTech-Ausbau komplett sparen und dafür die Strecke entschärfen/begradigen und eingleisige Abschnitte verdoppeln. Von diesen Maßnahmen profitieren ja alle Züge, von Neigetechnik nur der Fernverkehr.

In diesem Fall wäre es sogar interessant zu beurteilen, ob Berlin-Karlsruhe via Stuttgart auch schneller ist als via Frankfurt. Wenn ja, dann gibt es weitere interessante Strecken, die man fahren könnte.

3. Wünschenswert wäre:


  F---(60)---WÜ---(60)---N
  |                     /|
  |                    / |
(60) /------(120)-----/ (60)
  | /                    |
  |/                     |
  S---------(120)--------M


Das hinkt allerdings an folgende Stellen:

a. F-S 60 Minuten wäre nur mit Umfahrung von Mannheim machbar. Wir wissen, was die Mannheimer von einem Bypass denken.
b. N-M 60 Minuten wäre nur ohne Halt in Ingolstadt machbar, und gerade Ingolstadt ist ein regionaler Taktknoten.
Allerdings durfte eine leichte Verzerrung von München zu verkraften sein, da mit Alb-Rennbahn S-M etwas schneller wird als 120 Minuten. Das kompensiert die Zeit, die man bei N-M 60 Minuten fehlt.
c. (wohl das wichtigste Argument): die Querverbindung N-S verhindert sämtliche Beschleunigungen der übrigen Strecken. Wenn man z.B. WÜ-N 45 Minuten haben möchte, dann ist auch S-M 105 Minuten und S-N 105 Minuten erforderlich, damit der Taktrahmen wieder stimmt. Das setzt aber Halbstundentakt voraus, und das scheint mir beim heutigen 2h-Takt S-N übertrieben.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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