Situation Lindau-Memmingen mit grafischem Fahrplan. (Aktueller Betrieb)

lokuloi, Samstag, 05.06.2021, 13:20 (vor 9 Tagen) @ Twindexx


Unter zu Hilfe des grafischen Fahrplans: https://abload.de/img/memmingen-lindauo8khx.jpg
müsste man eben schauen, was noch geht. Streicht man die N 51 BW, ginge eine Trasse Memmingen (12:45) - Kreuzung Tannheim (12:51) - Kreuzung Kisslegg (13:14-13:15) - Kreuzung Wangen (13:25-13:28) - [Blockabstand zu RE ab Hergatz plus keine NT] - Lindau-Reutin (13:51). Das wären dann 66 Minuten Fahrzeit und in Leutkirch und in Wangen lägen sogar kommerzielle Halte drin. Ich habe aber jetzt nicht nachgesehen, wie er von Buchloe nach Memmingen käme bei spätestmöglicher Ankunft in Memmingen um 12:43 Uhr.

Das ist doch schon einmal was. Man wird sehen, worauf es hinaus läuft, aber ein oder zwei Zugpaare wird man noch durchbringen, genauso wie man die (neuen) RJ zwischen Bregenz und Friedrichshafen durchbekommt. Auch wenn dafür mal eine RB verschoben werden muss. Das ist nicht optimal, aber das alleine auch noch kein Grund für einen zweigleisigen Ausbau.

Ja. Der schnellste in der Schweiz gegen den langsamsten in Deutschland.


Nein, gegen den zweitschnellsten in Deutschland.

Die Rangfolge ist so:

5.) München-Buchloe 97.1 km/h
1.) Buchloe-Memmingen 120.4 km/h
3.) Memmingen-Lindau 103.4 km/h
7.) Lindau-Bregenz 79.4 km/h
6.) Bregenz-St. Margrethen 82.5 km/h
4.) St. Margrethen-St. Gallen 99.0 km/h
2.) St. Gallen-Winterthur 107.5 km/h
8.) Winterthur-Zürich Flughafen 76.2 km/h
9.) Zürich Flughafen-Zürich HB 67.3 km/h

Also Durchschnittsgeschwindigkeiten mit Nachkommastellen sind ein bisschen übertireben ;-). Vor allem bei so kurzen Streckenabschnitten.

München - Buchloe sind die "Standardfahrzeit" 0:39 Minuten laut Hafas. Das sind dann 105 km/h. Mit einer "bis zu"-Fahrzeit zu rechnen, finde ich da auch nicht redlich. Das sind dann 105 km/h. Lt. Kursbuch gibt es auch ECs mit 38 Minuten Fahrzeit, aber geschenkt. München - Buchloe ist jedenfalls schneller als St. Margrethen - St. Gallen.

Ansonsten müsste man jetzt einzeln aufdröseln, wo wir Unterschiede in Fahrzeit und Kilometern haben. Ich habe Anfang des Fahrplanjahres folgenden Zuglauf betrachtet, von diesem bin ich ausgegangen:

[image]

Das stimmt derzeit überhaupt nicht:

St. Gallen - St. Margrethen: 27 km, 25 Minuten, 65 km/h
München Hbf - Buchloe: 68 km, 38 Minuten, 107 km/h.


München-Buchloe hat kein einziger EC eine Fahrzeit von 38 Minuten. Die Fahrzeiten liegen bei bis zu 42 Minuten. Daraus errechnen sich 97.1 km/h.

Ich kenne jetzt die genaue Zielfahrzeit für St. Gallen - St. Magrethen nicht aber ein Schnitt von 107 km/h scheint mir hier sehr unwahrscheinlich.


Von St. Gallen nach St. Margrethen hat der EC ab Dezember eine Fahrzeit von 17 Minuten. Das macht einen Schnitt von 99.0 km/h (28.04 km).


Lt. Wikipedia (hier und hier) sind es 26,64 km, aber sei's drum.

Zudem: der Schnitt von 103 km/h für München - Lindau scheint mir vollkommen angemessen und hat eine Größenordnung, die in der Schweiz nur von Zürich - Bern erreicht und übertroffen wird (Zürich - Basel und Geneve/Lausanne - Biel geht in eine ähnliche Richtung).


Nur hat München-Lindau zu wenig Fahrzeitreserven. Zwischen Zürich und Bern kannst du vier Minuten Verspätung aufholen, also die Strecke auch in 52 statt der geplanten 56 Minuten zurücklegen. Zwischen Lindau und Memmingen hingegen schaffst du es bei 49 Minuten Planfahrzeit nicht einmal in 47 Minuten. Auch Memmingen-Buchloe ist praktisch nichts aufholbar. Das verfälscht die Durchschnittsgeschwindigkeit im deutschen Abschnitt zu Lasten der Betriebsstabilität nach oben. Vor allem auf dieser einspurigen Linie kann das bezüglich Zuverlässigkeit katastrophal enden, weil dann jegliche Elastizität fehlt, die hier nötig wäre.

Nur Buchloe-München sieht das anders aus, hat dort aber mit einem anderen grossen Mangel zu tun: Der fehlenden Gleiskapazität im Zusammengang mit dem S-Bahn-Takt. Letzte Woche fuhr dort mein um acht Minuten verspäteter EC (war noch pünktlich in Bregenz) von Buchloe nach München in 33 statt den geplanten 40 Minuten mit grüner Welle durch. Die S-Bahn hat schön in Buchenau die EC-Überholung abgewartet.

Es erscheint mir sinnvoll, die Fahrzeitreserven vor dem großen Knoten einzubauen. Es bringt nichts Reserven zwischen Lindau und Memmingen zu haben, die ich dann in Memmingen abbummle und am Ende bin ich in München trotzdem unpünktlich. Dann lieber die Reserve zwischen Buchloe und München, mit der ich eine evtl. Verspätung einfahren kann. Ist aus Richtung Stuttgart/Augsburg auch nicht anders.

Wenn ich es richtig verstanden habe, warst du in Bregenz pünktlich und in München auch (fast) wieder. Das passt doch. Dass es zwischen Lindau und München keine Reserven gäbe kann man dann ja so nicht stehen lassen. In deinem Fall wurde die Reserven halt ausgenutzt.

Wir haben zwischen Zürich und Winterthur auch viel S-Bahn-Verkehr, aber der sorgt nicht für eine Verlangsamung des Fernverkehrs. Bevor das passiert, bauen wir bis 2035 den 2.4 Mia CHF teuren Brüttenertunnel inklusive Entflechtungen in den Bahnhöfen Winterthur, Bassersdorf, Dietlikon und Wallisellen.


Also bei allem Respekt. Zürich - Winterthur kann man nun wirklich nicht mit Mücnhen - Buchloe vergleichen. Wenn hier (derzeit) 6 Fernzugpaare 5 Minuten länger brauchen, rechtfertig das nicht derartige Investitionen. Richtung Augsburg, Ingolstadt und Rosenheim ist die S-Bahn selbstverständlich unabhängig vom Fernverkehr.

Und genauso, wie es Gründe dafür gibt, dass die Strecke in der Schweiz langsamer

Um die Kritik nämlich mal auf die wesentliche runterzubrechen, geht es ja darum, der Schweiz vorzuwerfen, keine Strecken neu trassiert zu haben. Nur wo genau wurde im deutschen Abschnitt ein Abschnitt neu trassiert? Nirgends! Also selber nichts leisten, aber von den anderen fordern.

Ich fordere hier gar nichts. Der Schweizer Abschnitt passt. Langsam ist Lindau - St.Gallen, zukünftig Lindau - St. Margrethen. Aber ich hätte da jetzt auch keine sinnvolle Idee das zu ändern. Macht ja nichts. Aber eine Tatsache ist es trotzdem, dass München - Lindau schneller ist als St. Margrethen - Zürich.

Selbst die Schweiz will erst ab 2035 stündlich nach München. Wenn das bis dahin alle Beteiligten wirklich wollen, ist eine Zweigleisinsel Wangen - Leutkirch sicherlich möglich. Ob die Nachfrage hier wirklich einen Stundentakt rechtfertig, kann ich mir aber im Moment nicht vorstellen. Hier düfte es größere Engpässe im deutschen Schienennetz geben, wo Züge, die wirklich gebraucht werden, derzeit nicht fahren können. Ja, z.B. auch am Oberrhein.


Wir fahren aus der Schweiz 17 Zugspaare nach Mailand, ebenfalls 17 Zugspaare nach Paris und einen Stundentakt nach Frankfurt. Die Metropole München geht da von der Grössenordnung definitiv in eine ähnliche Richtung.

Da wird sich München freuen in einem Atemzug mit Mailand und Paris genannt zu werden ;-). Aus Zürich ist es aber auch nur ein Zweistundentakt nach Mailand. Der - trotz Gotthard und Ceneri-Tunnel - langsamer (!) ist als der nach München!

Daher ist ein Stundentakt nach München nur folgerichtig und definitiv das Gegenteil von überflüssig.


Zumindest ich habe nicht behauptet, dass er überflüssig ist. Ich habe nur gesagt es gibt aus deutscher Sicht wichtigere Baustellen.


Grüsse aus dem IC 5.

Ciao,
Uli


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum