Situation Lindau-Memmingen mit grafischem Fahrplan. (Aktueller Betrieb)

lokuloi, Freitag, 04.06.2021, 21:39 (vor 8 Tagen) @ Twindexx

Hoi,

also wie gesagt, es handelt sich um ein Einzelzugpaar in Tagesrandlage. Östlich von Memmingen ist der Fahrplan heute auch ohne Neigetechnik weitgehend zu halten. Südwestlich von Memmingen ist es fahrplantechnisch ohne größere Störungen möglich, den Zug in Bregenz bis zu 10 Minuten vorher abfahren / später ankommen zu lassen.


Na gut, um 04:50 Uhr ab Bregenz eventuell schon. Ich weiss einfach, dass die derzeit noch existierende EC-Taktlücke unter Tags offenbar bei Dritt-EVU recht begehrt sein soll. Allerdings hat DB Netz offenbar für Nicht-Neigezüge die Trasse nicht konstruiert bekommen. Südwestlich von Memmingen einfach ein paar Minuten schieben, ist also offensichtlich nicht möglich.

Dass die existenten Trassen durch einen Nicht-Neigezug nicht zu halten sind ist unstrittig. Trotzdem dürften die vorhandenen Taktlücken des ECE eine Kontruktion solch einer Trasse erleichtern, denn es sind keine zusätzlichen Kreuzungen notwendig. Dass diese dann wo anders liegen werden, ist klar. Die derzeige ECE-Trasse, so wie sie ist, wäre für die Westbahn ohnehin uninteressant.

So viel ich weiß will die Westbahn in München zwischen den beiden Meridian losfahren unmittelbar vor dem nach Salzburg um diesem dann vorneweg zu fahren (Oder direkt hinterher?). Jedenfalls bräuchten sie eine Ankunftszeit gegen xx:45 in München. Das passt schonmal nicht zur ECE-Trasse. Aber evtl. sind Abfahrten gegen 6:30 und 16:30 in Bregenz möglich, da hier, wie gesagt, keine zusätzlichen Kreuzungen mit bestehenden Zügen notwendig sind.

Andere Frage: ist es in München Hbf überhaupt sinnvoll möglich aus Geltendorf kommend Richtung Südring zu wenden? Die ECEs kommen jetzt im Starnberger Flügelbahnhof an und auch die ECs früher sind sehr weit rechts abgefahren und dann über die Ingolstädter Gleise. Aber vermutlich gibt es ein paar Gleise in der Mitte, die beides können...


Wenn du dir nämlich die tatsächlichen Durchschnittsgeschwindigkeiten der einzelnen Streckenabschnitte ansiehst, dann wird dir auffallen, dass deine Darstellung einem Faktencheck nicht standhält. Dabei kommt noch hinzu, dass wegen sehr knapper Fahrzeitreserven in den deutschen Abschnitten die Durchschnittsgeschwindigkeit eher höher ausfällt, allerdings macht dies auch den Betrieb instabiler.

Die Schweizer Streckenabschnitte werden mit einer hohen Geschwindigkeit zurückgelegt. So ist der Abschnitt Winterthur-St. Gallen schneller als Memmingen-Lindau.

Ja. Der schnellste in der Schweiz gegen den langsamsten in Deutschland.

Und St. Gallen-St. Margrethen ist schneller als München Hbf-Buchloe.

Das stimmt derzeit überhaupt nicht:

St. Gallen - St. Margrethen: 27 km, 25 Minuten, 65 km/h
München Hbf - Buchloe: 68 km, 38 Minuten, 107 km/h.

Ich kenne jetzt die genaue Zielfahrzeit für St. Gallen - St. Magrethen nicht aber ein Schnitt von 107 km/h scheint mir hier sehr unwahrscheinlich.

Zudem: der Schnitt von 103 km/h für München - Lindau scheint mir vollkommen angemessen und hat eine Größenordnung, die in der Schweiz nur von Zürich - Bern erreicht und übertroffen wird (Zürich - Basel und Geneve/Lausanne - Biel geht in eine ähnliche Richtung).

Man sieht übrigens recht gut, dass kürzere Abschnitte eher geringere Durchschnittsgeschwindigkeiten haben, als Abschnitte mit längeren Distanzen. Das liegt daran, dass der Anteil vom Abfertigen des Zuges, Beschleunigen aus dem Bahnhof und in den Bahnhof hineinbremsen, in diesen kürzeren Abschnitten zeitlich mehr ins Gewicht fällt und damit die Durchschnittsgeschwindigkeit nach unten zieht.


Und genauso, wie es Gründe dafür gibt, dass die Strecke in der Schweiz langsamer ist, gibt es Gründe dafür, wieso die Strecke in Deutschland nur eingleisig ist: die Vekehrsnachfrage ist hier einfach wesentlich geringer.

Die Strecke hatte seit Mitte der 2000er 4 Fernzugpaare (eigentlich 3, da eines über Kempten musste) und einen Zweistundentakt im Nahverkehr. Da reicht ein Gleis vollkommen. Auch jetzt ist der Zweistundentakt im Fernverkehr und der geplante Stundentakt im Nahverkehr gut fahrbar. Für die Verkehrsnachfrage im dünn besiedelten Allgäu sollte das ausreichen. Prinzipiell auch um eine Nachfrage Bregenz - Ostösterreich mit abzudecken. Hier müsste man nur die Nachfrage in einem Zug bündeln, was je eigentlich eine Stärke des Systems Eisenbahn ist, mit einem Zug verschiedene Relationen abdecken zu können.

Selbst die Schweiz will erst ab 2035 stündlich nach München. Wenn das bis dahin alle Beteiligten wirklich wollen, ist eine Zweigleisinsel Wangen - Leutkirch sicherlich möglich. Ob die Nachfrage hier wirklich einen Stundentakt rechtfertig, kann ich mir aber im Moment nicht vorstellen. Hier düfte es größere Engpässe im deutschen Schienennetz geben, wo Züge, die wirklich gebraucht werden, derzeit nicht fahren können. Ja, z.B. auch am Oberrhein.

Grüsse aus der Ostschweiz.

Ciao,
Uli


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum