Nachfrage Allgäu im Nahverkehr (Aktueller Betrieb)

218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Dienstag, 01.06.2021, 08:03 (vor 12 Tagen) @ Murrtalbahner

Da muss ich doch eine Lanze für die Bahnreisenden im Allgäu brechen. Dass die DB keinerlei Interesse am Allgäu hat, hast du ja schon geschrieben.

In der Zeit von ca. 1995-2010 waren wir übers Jahr verteilt locker 10 Wochen im Allgäu und auch viel mit der Bahn unterwegs. Insbesondere in den Anfangsjahren waren die Züge sehr gut ausgelastet. An manchen Zügen im Zulauf auf München hat man sogar von/bis Kempten Verstärkerwagen beigestellt (später dann 612). Auch die ALEX-Züge waren sehr gut ausgelastet.

Dann hat man aber begonnen, das Bahnfahren den Fahrgästen systematisch zur Hölle zu machen. Monatelange Vollsperrungen mit elendslangen SEV-Fahrzeiten, nur um hinterher mit Neigetechnik langsamer unterwegs zu sein, als in der Lok-Wagen-Zeit, und Fahrpläne, die sich kein Mensch mehr merken kann, Anschluss- und Linienbrüche, Linienenden in Rötenbach statt Lindau usw.

Die Straßen im Allgäu sind voll, Potential gäbe es also genug.

Richtig voll waren sie aber nur zur Einführung des SWT. Damals wurden einige Garnituren ohne Rücksicht auf Bahnsteiglängen und Reisendensicherung auf sechs Wagen verstärkt.
Ansonsten halt in der HVZ zw. München und Buchloe konnte es "kuschelig" werden.
Aber morgends und vormittags aus München Ri. Allgäu war immer viel Luft in der Auslastung und zw. Kisslegg und Memmingen hatte ich 2004 die 642 manchmal für mich alleine.
Letztendlich sind die Züge einfach zu langsam weil man jeder Milchkanne den stündl. Halt geben und einheitliche Fahrzeiten wollte. Unterschiede zw. RE & RB sind kaum bis garnicht zu erkennen, ausser auf der Illerbahn. Einzelne Durchfahrten waren auf Zeitdruck durch die EC zurückzuführen und die Zeit ging bei der Überholung wieder verloren. Die RE Aulendorf - München brauchten ziemlich genau 3h und damit ein Drittel länger als das Auto. Zw. Lindau und München waren es ebefalls gut 3h. So holt man nicht viele Leute von der Strasse auf die Schiene ausser wenn es deutlich preisgünstiger ist.
Eine Kombination ganz schnelle EC, mässig schelle RE (halt an Orten mit >5000 Einwohner) und Bummlel-RB alle Halte nur zweitündl. wäre besser gewesen. Um 2002 wurde ein Schnelläufer RE Lindau - Memmingen - München morgends eingeführt, nur ca. 15 Minuten langsamer als die EC, Halt zw. Leutkirch und Buchloe nur in Memmingen und Mindelheim, aber das war halt zu wenig.
Auch dass der Kleber-Express seine höchste Auslastung zw. Freiburg und Neustadt(Schw) - fernab des Taktes zu dem er eigentlich gehörte erreichte, spricht Bände.
Wenn dann immer zw. München-Pasing und Hbf die RB München - Garmisch - Innsbruck mit neun n-Wagen entgegen kam, waren die vier Schachteln der Allgäu-RE ernüchternd.

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Dieser Beitrag gibt (sofern nicht anders gekennzeichnet) allein die Meinung der Verfasserin wieder
MET - Der beste Zug den es je gab
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