grenzüberschreitender Bahnverkehr (Allgemeines Forum)

lokuloi, Dienstag, 16.08.2016, 20:25 (vor 3521 Tagen) @ J-C

Das ist halt der Nachteil von stark systematisierten und vertakteten Netzen: man muss öfters mal umsteigen.

Zumindest kann man dies mittels alternierender Takte umgehen, die sich dann wieder zu einem guten Takt zusammenfügen. Zum Beispiel Hamburg-Budapest alle 2 Stunden und Hamburg-Wien via Prag alle 2 Stunden, ist bis Breclav ein Stundentakt und dort kann man beispielsweise mittels Zweistundentakten Budapest-Warschau und Wien-Warschau auch die Relation Budapest-Breclav und Wien-Breclav mit einem durchgehenden Stundentakt belegen.

Und immer ist noch nichts für Frankfurt - Dresden - Prag dabei...

Ein durchgehender Zug scheitert nicht wirklich am Fahrzeugmaterial. Mit dem Railjet gibt es einen Zug, der in allen Ländern zugelassen ist und dort auch fährt, der sogar ETCS an Bord hat (anscheinend scheinen ja das österreichische ETCS und das zwischen Leipzig und Erfurt verbaute kompatibel zu sein – siehe ICE-T.) und in DE auch auf die NBSen darf. Wenn Bedarf wäre, könnte man ab „morgen“ einen RJ Frankfurt – Dresden – Prag in ca. 6:40 verkehren lassen…

Aber kannst du mit einer Metropolitan-Garnitur auch diese Relation bedienen? Oder mit einem ICE?


Nö. Muss ich das? Es gibt jedenfalls einen Zug der in DE, AT, CZ, SK und HU fahren kann und 230 km/h schnell ist. Damit kann ich _sehr_ viele sinnvolle Relationen abdecken. Ich würd' sogar sagen alle.

Das reicht doch. Vielfalt ist (auch) was gutes. Spezielle Loks/Züge für spezielle Bedürfnisse. Eine muss nicht alles können. Ich kann auch nicht mit'm ICE durch die Münchner Stammstrecke, oder mit 'ner 145er ICs ziehen, trotz identischem Stromsystem und Sicherungstechnik - muss ich auch nicht können.

Vielfalt ist kein Problem. Es giibt ja auch nicht ein "Einheitsauto" und ein "Einheitsflugzeug". Verschiedene Lösungen für verschiedene Probleme.

Du solltest den Status quo nicht als in Stein gemeißelt betrachten. Perspektivisch wird ein Stundentakt nach Prag mit Verdichtern zu einem Halbstundentakt beispielsweisei nicht ganz unrealistisch sein ;-)

Wer soll da mitfahren!?

Diese Nische zwischen Bahn- und Flugverkehr, die von Transrapid-Fans angeführt wird, gibt es – offensichtlich – nicht.

Doch sie gibt es. Das Flugzeug würde viel Zeit verbrauchen, wenn es an einem Zwischenstop landet, dort ans Dock kommt, Gepäckwechsel ist und man dann irgendwann wieder startet. Beim Transrapid wird dazu viel weniger Zeit gebraucht, wodurch man schnell von Hamburg nach Zürich kommt, auch wenn man in Hannover, Frankfurt, Karlsruhe und Basel hält. Zumal der Transrapid das sein kann, was ein ICE nicht sein kann, eine schnelle Verbindung über weite Distanzen, die es mit dem Flugzeug gut aufnehmen kann.

Je weiter die Distanz, desto vielfältiger die Verbindungen. Wie komm ich mit dem Transrapid von Porto nach Edinburgh, von Innsbruck nach Bergen, von Tirana nach Turin? Ist dir klar was du da für ein Netz bräuchtest, das am Ende doch langsamer ist als das Flugzeug und dabei wesentlich mehr Infrastruktur benötigt?

Aber spätestens zwischen Praha und Cheb wird es notwendig, dort ist ja selbst der Fernbus schneller

Meine Rede. Erstmal muss in Tschechien Prag - Pilsen auf ein höheres Niveau gebracht werden, was auch für innertschechische Verkehre sinnvoll ist. Dann kann man weiter sehen.

Elektrifizierung wird vmtl. kommen, aber es kann gut sein, dass diese über Neukirchen – Weiden kommt. Das nutzt dem Güterverkehr, dem Personenverkehr dagegen nur wenig. Diesel-NT übers Pegnitztal wird trotzdem schneller bleiben.

Aber Diesel ist nicht umweltfreundlich.

Nun ja. Ob Strom aus Temelin umweltfreundlicher ist, darüber kann man streiten.

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=tschechien-hat-mehr-geld-fu...

Danke. Das ist doch mal ein Stück Information, mit dem man was anfangen kann.


Wieso werfe ich diesen Link rein? Weil da erstmal steht, dass in Tschechien sehr wohl Geld in die Hand genommen wird, umgerechnet fast eine Milliarde Euro und dass man sehr wohl auch über Neubaustrecken denkt.

Genau über Neubaustrecken "denkt man nach". Die Milliarde wird ins Bestandsnetz investiert. Das ist in Ordnung, aber jetzt auch keine "Sensation".


Außerdem las ich anderswo, dass man schonmal Breclav-Praha, eine zwar kleine, aber nicht unbedeutende Strecke um 15 Minuten beschleunigt werden soll, zum Beispiel, indem man Breclav-Brno auf 200 ausbauen will.

Ja. Klingt sinnvoll, allein mir fehlt der Glaube.


Und Ustí-Prag macht erst Sinn, wenn die Strecke Dresden-Ústi steht.

Nö. Ich sollte vom hohen Aufkommen zum niedrigen bauen. Also bau ich von Prag aus. In z.B. Frankreich entstanden die NBSen ja auch von Paris aus.

Und wo du behauptest, die Tschechischen Politiker würden sich wenig für ihre Bahn interessieren, dann ist das interessant. Die SuperCity-Pendolinos und die CD-Railjets haben schon jetzt in beiden Klassen gratis WLAN mit Onboard-Portal, Zugbetrieb und Infrastruktur sind im Gegensatz zu Deutschland getrennt worden, dadurch ergibt sich ein Wettbewerb in Tschechien, der schon eine Klasse ist, da konkurrieren 2 Mitbewerber mit der Staatsbahn, von denen mindestens einer ursprünglich mit Fernbussen anfing.

Wir waren eigentlich beim Thema Infrastrukturausbau...

Warst du schonmal in Tschechien?

Ja. Und, da hab ich dir was voraus: ich war sogar schonmal in der Tschechoslowakei.

Ciao,
Uli


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