grenzüberschreitender Bahnverkehr (Allgemeines Forum)

J-C, In meiner Welt, Montag, 15.08.2016, 10:24 (vor 3523 Tagen) @ lokuloi


Als ICE-Fan bin ich geneigt zu sagen: wenn Europa damals so einverstanden und tatkräftig vorangetrieben hatte wie heute die Chinesen, hätte es vermutlich einen systemwechselfreien ICE International Amsterdam-Frankurt-Basel-Mailand gegeben.


Aber gibt es für so eine vertaktete Linie überhaupt Bedarf? Vor allem beim derzeitigen Ausbauzustand der Infrastruktur? So eine Linie scheitert nicht an den Systemwechseln. Sie scheitert daran, dass es derzeit 12 Stunden dauert. Für diejenigen, die das fahren wollen, gibt es eine schöne Umsteigeverbindung, mit nur einem Umstieg in Basel.

Wenn es daran scheitert, es gibt ja in der Relation eine Menge Ausbaubedarf, wobei ich denke, dass dort eher ein Transrapid hinsollte.


Perspektivisch, wenn es dann den ein oder anderen EC Frankfurt - Mailand geben wird, werden es mehr Verbindungen mit nur einmal Umsteigen. Und mit Inbetriebnahme von GBT, Ceneri und den diversen Inbetriebnahmen der NBS/ABS im Oberrheingraben auch schneller.

Das ist schonmal ganz nett, aber was ist beispielsweise mit Frankfurt-Prag?

Wie gesagt. Ich sehe hier das Problem nicht in den Systemwechseln. Sie behindern den Güterverkehr ja auch nicht, bzw. nicht entscheidend. Der grenzüberschreitende Güterverkehr in Europa scheint mir jedenfalls gut zu laufen. Genügend Mehrsystemloks vorhanden. Und irgendwo wird man ja immer die Lok wechseln müssen/wollen. Wird ja keine von Narvik bis Jerez durchlaufen ;-).

Aber wozu Mehrsystemloks, wenn man sich mit einem Stromsystem zufrieden geben kann?

Oder, etwas pragmatischer: alle Städte Europas wären mit systemwechselfreien IC200-Zügen in Stundentakt bereisbar.


Ja.

Aus Eindhovner Sicht schaut das natürlich schlecht aus. Willst Du nach Köln musst du erst zurück nach Utrecht, willst Du nach Brüssel musst du zuerst zurück nach Rotterdam. Aber ich würde das jetzt nicht als repräsentativ für Europa sehen.Aus Münchner Sicht sieht manches schon ganz anders aus.

Aber München ist auch eine ganz andere Liga. Ich lebe jetzt ja in der Nähe der Kleinstadt Hodonín und weiß es zu schätzen, dass ich ohne Umsteigen direkt durch nach Wien komme per EC oder Ex.

Natürlich kann man sich immer Verbesserungen vorstellen - das sowieso. Aber so schlecht ist es jetzt auch wieder nicht, vor allem nicht so viel schlechter als früher. Anders ja, nicht zwingend schlechter.

Aber es könnte besser sein.

Die Langläufer gibt's nicht mehr, aber sind die wirklich (noch) wichtig?

Ich würde da eh die Lösung Transrapid präferieren.

Dafür gibt's vertakteten hochwertigen Verkehr im Bereich von 6-8 Stunden Fahrzeit, mit konkurrenzfähigen Geschwindigkeiten.

Was auch sehr löblich ist.

Von 2-Stunden-Takt-Linien wie

ICE Frankfurt - Wien
RJ München - Wien - Budapest
oder auch
ICE Frankfurt - Amsterdam
und
Thalys Amsterdam - Paris

konnte man in den 80er nur träumen (Takt und Fahrzeit und m.M.n. auch Komfort!)

Von

Kopenhagen - Stockhokm
oder
Wien - Prag

ganz zu schweigen.

Das kann ich durchaus unterschreiben, auch wenn es immer Luft nach oben gibt. Berlin-Wien könnte beispielsweise projektiert werden, sobald die Streckenausbauten zwischen beiden Städten alle abgeschlossen sind.

Wie ich schon oft schrieb:
Schienenstrangen enden nicht bei einer Staatsgrenze, sondern bei einem Prellbock.


Ja. Und - wie gesagt - auch wenn's überall und bei allem Verbesserungsmöglichkeiten gibt: so schlecht ist's auch nicht.

Worauf man sich allerdings nicht ausruhen sollte. Denn wo Luft nach oben ist, muss man sich darum kümmern, dass man auch nach oben kommt.


gruß,

Oscar (NL).


Ciao,
Uli

Gruß

Jan-Christian

--
Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky


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