25 kV/50 Hz wird in Europa auf Insellösungen beschränkt blei (Allgemeines Forum)

flierfy, Sonntag, 14.08.2016, 20:06 (vor 3523 Tagen) @ Alphorn (CH)
bearbeitet von flierfy, Sonntag, 14.08.2016, 20:09

Nein, sollte es nicht. Die weitaus meisten Züge überschreiten nie eine Landesgrenze. Es ist insgesamt billiger, die grosse Zahl der Inlandszüge mit dem billigeren (und besseren) Stromsystem zu betreiben und halt dann die wenigen internationalen Züge mehrsystemfähig zu machen.

Dann dürfte es aber innerhalb jedes Landes keine Systemgrenzen geben. In vielen Ländern gibt es die jedoch. Und das betrifft vor allem Länder, die ursprünglich mit Gleichstrom angefangen haben und nun mit 50 Hz weitermachen.

Des Weiteren gibt es mit der Betuwe-Route eine Bahnstrecken, auf der verkehren fast ausschliesslich Züge, die anschliessend eine Ländergrenze überqueren. Hier wäre man sehr viel besser gefahren, wenn man den 16,7-Hz-Standard für die Strecke inklusive Güterbahnhof Kijfhoek angewandt hätte. Das hätte für viele Fahrten die Notwendigkeit von Mehrsystemloks erspart.
Ähnliches gilt für die Strecke durch den Brennerbasistunnel. 16,7 Hz ist auch hier die bessere Wahl. Aber wie es aussieht, wird man auch hier der kurzfristig billigsten Lösung erliegen und sich dafür langfristig eine zusätzliche Systemgrenze einhandeln.


Mein Verständnis ist zudem: Ein 15 kV-Fahrzeug kann mit relativ wenig Aufwand auch 25 kV unterstützen, umgekehrt hingegen nicht, weil 15 kV/16.7 Hz deutlich grössere Transformatoren erfordert.

Erstens nur bedingt wahr - 15 kV gibt es in gerade mal 5 Ländern, 25 kV in 16 ganz und 3 teilweise; neue Hochgeschwindigkeitsstrecken sind zudem überall ausser in DE (namentlich in GB, NL, BE, FR, IT und Spanien) durchgehend mit 25 kV ausgestattet und keine Inseln. Zweitens brauchen NL-Züge sowieso einen Gleichstromteil und können somit Lücken zwischen 25 kV-Strecken überbrücken.

In den 5 16,7-Hz-Ländern gibt es aber praktisch nur diesen einen Elektrifizierungs-Standard. Von den 50-Hz-Ländern kann man das nur von Luxemburg und von Südosteuropa beginnend mit Ungarn behaupten. Der Rest fummelt mit zwei Standards rum und braucht entsprechende Speziallösungen für seine Fahrzeuge.
Und erzähle mir nicht, die SFSen wären keine Systeminseln. In Italien sind sie das alle mal. In Spanien gibt es auf Grund der unterschiedlichen Spurweite ohnehin zwei Netze. Die Zusammenhängigkeit des Netzes in den DACH-Ländern gibt es in westeuropäischen Ländern überhaupt nicht.


Persönlich hätte ich es weitsichtiger gefunden, wenn man bei Neubeschaffungen in DE/A/CH grundsätzlich nur noch Fahrzeuge bestellt hätte, welche mit 25 kV kompatibel sind. Dann hätte man irgendwann Projekte wie Lindau-Geltendorf wesentlich einfacher und billiger umsetzen können. Aber ja, da dies leider nicht gemacht wurde, waren 15 kV die richtige Wahl für die Strecke.

Damit plädierst du für eine Systemgrenze mitten in Deutschland, obwohl das deinem ersten Argument widerspricht, dass die wenigsten Züge keine Staatsgrenze überschreiten und sie daher nur für ein System ausgerüstet werden brauchen. Deine Argumentation ist an der Stelle nicht kohärent.


Dänemark hingegen verstehe ich. Warum sollen die ein teures, veraltetes Stromsystem installieren, nur damit die relativ wenigen internationalen Züge besser durchkommen? Man müsste dafür von Null ein landesweites Hochspannungsnetz mit 16.7 Hz und eigenen Kraftwerken oder (mechanischen) Umwandlungswerken aufbauen!

Wenn die paar internationalen Züge so unwichtig wären, würden die Däne nicht die teuren Tunnel und Brücken nach Schweden und Deutschland bauen. Daher gilt die Ausrede nicht. Zumal der 16,7-Hz-Standard so viel teurer nicht sein kann, wenn ihn sich selbst die DDR geleistet hat.
Und ein gänzlich eigenes Bahnstromnetz ist auch nicht unbedingt notwendig. Die Dänen können sich auch an die bestehenden Bahnstromnetze Schwedens und Deutschlands hängen.


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