grenzüberschreitender Bahnverkehr (Allgemeines Forum)

lokuloi, Dienstag, 16.08.2016, 17:01 (vor 3522 Tagen) @ J-C


Die Verkehre wurden eben systematisiert. Die Züge Dresden - Prag kommen jetzt grundsätzlich aus Berlin. Man muss in Dresden umsteigen. Optimieren könnte man noch die Umsteigezeit in Dresden (derzeit 30 Minuten). Zudem wäre es natürlich schöner, wenn man in Leipzig nicht auch umsteigen müsste. Mit der Inbetriebnahme der NBS Ebensfeld - Erfurt wird aber eh der Fahrplan neu geordnet. Auch der Ausbau Berlin - Dresden könnte Einfluss auf die Zeitlage der ECs Dresden - Prag haben. Mal schauen was sich dann ergibt. Der Anschluss aus Frankfurt und Leipzig scheint mir einer der wichtigeren der ECs nach Prag zu sein. Vielleicht lässt sich der noch besser gestalten. 20 Minuten wären da schon drin.

Aber attraktiv ist es nimmer. Ich bin selber jemand, der eigentlich nicht soooo gerne umsteigt, ich mag es am liebsten, meine Reise ohne Umstiegen durchführen zu können, das ist bequem, einfach streicht sämtliche Risiken weg, die beim Umstieg auftreten könnten. Insofern ist zwingend erforderlich, dass Frankfurt-Prag wenigstens ein Mal am Tag eine Direktverbindung hat. Kann man dann ja auch zur Not durchbinden, damit ein Schuh draus wird.


Das ist halt der Nachteil von stark systematisierten und vertakteten Netzen: man muss öfters mal umsteigen.

Ich würde einen Zweistundentakt mit einmal Umsteigen in Dresden und einer Fahrzeit von ca. 6:30 für ein gutes Angebot halten. Das ist auch das was in Zukunft realistisch sein könnte. Mit dieser Fahrzeit erreichst Du durchaus noch einen guten Teil der potentiellen Kunden.

Ein durchgehender Zug scheitert nicht wirklich am Fahrzeugmaterial. Mit dem Railjet gibt es einen Zug, der in allen Ländern zugelassen ist und dort auch fährt, der sogar ETCS an Bord hat (anscheinend scheinen ja das österreichische ETCS und das zwischen Leipzig und Erfurt verbaute kompatibel zu sein – siehe ICE-T.) und in DE auch auf die NBSen darf. Wenn Bedarf wäre, könnte man ab „morgen“ einen RJ Frankfurt – Dresden – Prag in ca. 6:40 verkehren lassen…

. Ein Ausbau Dresden - Prag liegt in weiter Ferne und ist m.M.n. unrealistisch.

Ich halte es für sehr realistisch, es ist nur eine Frage des Willens... ich wiederhole mich...


Na dann sag das mal den Tschechen (oder Tschechieern ;-)?). Aber nachdem es in Tschechien noch keine Neubaustrecke gibt, nicht einmal die, die nun wirklich für alle Beteiligten einen großen Nutzen hätte, gebaut wird (s.u.), sehe ich da für Prag – Dresden schwarz. Wegen einem EC alle 2 Stunden eine sicherlich extrem teure NBS? Da gibt’s auch in Tschechien vorher noch viel weiteres Sinnvolleres.

Ja da würde ich sogar eine vollständige Umelektrifizierung auf 25 kV in Tschechien sinnvoller finden ;-). Aber nicht mal das wird gemacht, weil zu aufwändig…

Ein wirklich sinnvolles Projekt zur Vereinfachung des – nicht nur internationalen – Zugverkehrs wäre die automatische Kupplung. Aber auch da konnte man sich nicht einigen.

Deshalb gibt es auch jetzt viele verschiedene Triebzüge, unveränderliche Zugverbände, die untereinander nicht kompatibel sind. Und im Güterverkehr lädt man lieber wieder die Ware (sprich: Container) um, anstatt die Wägen zu rangieren, um den Kuppelaufwand zu reduzieren. Das wäre viel wichtiger gewesen als ein einheitliches Stromsystem.

Um 10:18 dauert es sogar nur 6:58 (und damit 40 Minuten schneller als der EC in den 90ern). Da verkehrt von Cheb nämlich der SC nach Prag. Das dürfte derzeit das Optimum sein.

Derzeit. Aber das ist nicht in Stein gemeißelt. Ein Transrapid beispielsweise würde dann völlig neue Möglichkeiten eröffnen. Ist zwar etwas aus dem Thema, aber ich finde, auf lange Sicht wird ein Transrapid unentbehrlich.

Auf lange und kurze Sicht ist der Transrapid völlig überflüssig. Im Bereich bis 500 oder sogar 1.000 km ist die herkömmliche Rad-Schiene-Technik mindestens ebenbürtig. Dafür wesentlich günstiger und vor allem mit der bestehenden Infrastruktur kompatibel, bzw. die entsprechende Infrastruktur schon aufgebaut und im Entstehen.

Im höheren Bereich wird er erst recht unwirtschaftlich, da ist der Flugverkehr mit seiner nur punktuell notwendigen Infrastruktur einfach sinnvoller. Für den brauche ich nicht nochmals zusätzliche 10-Tausende Kilometer Stecke in die Landschaft zu bauen. Und vor allem, wenn ich mal in der Luft bin, komme ich überall hin, nicht nur dahin, wo gerade eine Transrapidstrecke führt. Und selbst energetisch dürfte das langsam gleichwertig sein. Den auf Höhe 0 habe ich wesentlich mehr Luftwiderstand als in 10.000 Metern. Und bei diesen hohen Geschwindigkeiten ist der Luftwiderstand das Entscheidende.

Diese Nische zwischen Bahn- und Flugverkehr, die von Transrapid-Fans angeführt wird, gibt es – offensichtlich – nicht.

Auch hier wurden die Verbindungen sysematisiert. Insbesondere gibt es grenzüberschreitend Nürnberg - Cheb im Zweistundentakt mit Neigetechnik in 1:45.

Das ist schön, aber wieso nicht elektrisch?


Eine Elektrifizierung Nürnberg - Cheb ist zwar nicht völlig unrealisitisch dürfte aber fahrzeitmäßig nichts bringen.Die wäre eher für den Güterverkehr wichtg.


Aber wenn man dabei eine Neubaustrecke baut, wird in Kombination mit einer Elektrifizierung wieder ein Schuh draus und die Chancen stehen gar nicht so schlecht. Extra dafür haben sich Sobotka und Seehofer mal getroffen, damit das mal forciert wird.

Wie gesagt, Neubaustrecken sollten da gebaut werden, wo wirkliche Nachfrage herrscht. Das ist nicht zwischen Nürnberg und Eger.

Elektrifizierung wird vmtl. kommen, aber es kann gut sein, dass diese über Neukirchen – Weiden kommt. Das nutzt dem Güterverkehr, dem Personenverkehr dagegen nur wenig. Diesel-NT übers Pegnitztal wird trotzdem schneller bleiben.

Verbesserungen sollten dann da unternommen werden, wo es vielen etwas bringt. Da wäre insbesondere in Tschechien der Abschnitt Prag-Pilsen zu nennen. Da im Speziellen Prag-Beroun. Da war schon vor 10 Jahren was geplant (http://www.praha-beroun.cz/?f_lng=en). Nur hört man davon nicht mehr allzuviel. Aber der würde nicht nur die Verkehre von Prag nach Süddeutschland sondern insbesondere auch die innertschechischen Verkehre nach Pilsen und darüberhinaus beschleunigen. Dazu würde es die Strecke Prag - Beroun entlasten und Platz für den Vorort-Verkehr schaffen. Hier würde eine sinnvolle nationale Maßnahme auch den internationalen Verkehr um ca. 20 Minuten beschleunigen.

Dann hoffe ich, dass die Tschechen mal da Vorbild werden für Deutschland ;-)

Eher umgekehrt, oder?

Tschechien schafft es hier nicht einmal eine Mini-NBS mit hohem Nutzen zu bauen. Das entspricht gerademal einem NBS-Teilstück wie Stuttgart – Vaihingen.

Eine NBS Prag – Beroun würde die Strecke verkürzen, Kapazitäten für alle Verkehrsarten (FV, GV; NV) schaffen, Fahrzeiten verkürzen für alles von Prag nach Westen.

Wenn nicht mal das zu Stande kommt, dann sehe ich für weitere Neubauvorhaben schwarz. Also sollte sich hier vielmehr Tschechien mal die anderen (westlichen) Europäer zum Vorbild nehmen, und ihre Infrastruktur ausbauen.

Aber gefühlsmäßig ist Eisenbahn nicht weit oben auf der politischen Prioritätenliste der Tschechischen Republik.

Ciao,
Uli


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum