amtl. Liste Ausgewählte Exonyme der deutschen Sprache (Allgemeines Forum)

Henrik, Montag, 15.08.2016, 22:46 (vor 3522 Tagen) @ J-C

vorweg..

Exonym: In einer bestimmten Sprache verwendeter Name für ein topographisches Objekt, das außerhalb des Gebiets liegt, in dem diese Sprache offiziellen Status hat. Beispiele: Mailand ist das deutsche Exonym für Milano, Aix-la-Chapelle ist das französische Exonym für Aachen.

Endonym: Der Name, der in dem Gebiet verwendet wird, in dem sich das bezeichnete Objekt befindet. Beispiele: Milano und Aachen sind Endonyme.

das ist nun alles nicht der deutschen Sprache entsprechend, man kann es nicht so aussprechen wie es geschrieben steht, folglich würde es jedem deutschen von Natur aus schwer fallen.

Ach, so wie die deutschen Ortsnamen Soest, Buckow oder auch Schaephuysen? Gerade bei Letzterem fällt mir dann die korrekte Aussprache
deutlich schwerer als bei Hodonín.

..wo es ja auch schwer fällt.

Ist es jetzt schwer, Hodonín auszusprechen? Nur weil ein Akzent auf eine Betonung auf's i zeigt, muss es nicht unaussprechbar sein.

das Endonym muss ja nich gleich entsprechend unaussprechbar sein, schwieriger ist es schon.

Ich meine, nennt's Göding, nehmt statt Breclav auch gleich Lundenburg, statt Česke Budejovice "Budweis", aber wenn man wiederum die Aussprache solcher Orte drauf hat, dann kann man ruhig auch den Ort in der jeweiligen Landessprache aussprechen. Dann weiß man auch, nach welchem Ort man zur Not einen Einheimischen fragen kann oder was das alles für komische Orte sind, die da am Bahnhof vorkommen

klar, natürlich.

klingt ja auch nur logisch, beweist nur, dass der Ursprung so deutsch nicht sein kann,
der erste Teil kommt aus der keltischen Sprache, das y womöglich slawischem Einfluss oder aus der französischen Zeit.
deutsch würde man es heute natürlich anders schreiben, das leuchtet jedem ein.
Die Schreibweise Soest passt nicht zur deutschen Sprache, deutet auch auf nicht-germanischen Ursprungs hin.
Buckow ist ein slawischer Ortsname - sowas ist aber recht bekannt.

Es gibt ja auch Montabaur, Saarlouis und andere lustige Ortsnamen, die in Deutschland liegen. Was macht man mit denen? Eindeutschen? :-D

eine Veränderung fand bei diesen Namen ja bereits statt
und noch viel mehr bei sehr viel anderen Orten.

der naiven Annahme, dass jeder Mensch prinzipiell jede Sprache aussprechen kann, wenn er es denn will. Aber wenn es nicht gewollt ist, dann übersetzt man es halt in seiner eigenen Sprache, wenn man damit mehr leben kann, als sich etwa mit anderen Sprachen auseinanderzusetzen.

nun, hinsichtlich Freiheit des Willens würd es wirklich philosophisch werden,
zum einen sind die Talente unterschiedlich, dann zudem die ersten Lebensjahre, die Schulbildung, die entsprechenden Reisen etc.
Eine Übersetzung ist halt nicht nötig, da die deutschen Exonyme bereits vorhanden & größtenteils bekannt sind.
Ansonsten ja, da macht sich kaum jemand n Kopf drüber und spricht dann auch französische Namen so aus wie sie geschrieben sind.

nicht Ein.. sondern Ausdeutschung wurde gefordert, ohne erkennbaren logischen Grund.

Naja, es sind Polnische/Tschechische Ortsnamen. Warum sollte man die nicht bei ihren offiziellen Namen nennen? Wo liegt denn da das logische problem? "Nur weil es früher mal so genannt wurde," ist kein logischer Leitsatz um den Status quo beizubehalten.

wer das privat für sich machen möchte, dem steht das doch auch frei - er wird nur mit den Konsequenzen leben müssen, eben dass ihn kaum jemand verstehen wird.
Hier wurde ein Dogmatismus vom Zaun gebrochen, die offiziellen deutschen Ortsnamen mit deutscher Aussprache fortan völlig ohne weitere logische Begründung nicht mehr zu benutzen, sondern stattdessen in der aktuell jeweiligen vorherrschenden Landessprache, die für uns Deutsche kaum auszusprechen ist.
Der logische Sinn ist vorne und hinten nicht zu erkennen.

Ich habe vor allem hinterfragt, wieso man auf Biegen und Brechen alles auf Deutsch aussprechen will. Jetzt bin ich zur Erkenntnis gelangt, dass es an der Faulheit liegt, sich mit anderen Sprachen zu befassen. Wenigstens mit der Sprache der Nachbarländer sollte man etwas anfangen können.

die deutschen Exonyme werden nicht auf Biegen und Brechen benutzt, sondern sind Bestandteil der Deutschen Sprache, es ist einfach nur natürlich, menschlich, diese zu nutzen.
Der Begriff Faulheit greift da nich so recht.
Wieviele Fremdsprachen werden rund um den deutschen Sprachraum gesprochen?
mit den allen was anfangen können, Grundzüge der Aussprache beherrschen können?
wieso nich noch chinesisch, spanisch & portugiesisch dazu? ;)

Und ungarisch ist eher nicht so die typische slawische Sprache, wo es doch eine Mischung aus dem Finnischen und Mongolischen ist...

https://de.wikipedia.org/wiki/Uralische_Sprachen

vs.

https://de.wikipedia.org/wiki/Indogermanische_Sprachen

Ein hypothetischer Stammbaum der indogermanischen Sprachen
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/4f/IndoEuropeanTree.svg

hört sich nach einem Europa der Kulturen an - umso weniger nachzuvollziehen, dass Du die hiesige so drastisch beschneiden möchtest..

Was hat die deutsche Kultur denn mit nichtdeutschen Städten zu tun?

es ging um die deutsche Sprache, welche elementarer Bestandteil der Deutschen Kultur ist.

bei ihm ging es bislang nie um nichtdeutsche Städte,
andere Beispiele ohne deutscher Historie wurden aber auch bereits genannt, Moskau passt da auch gut rein.

Wenn es jetzt so schwer ist, Moskva richtig auszusprechen...

ach.... hätte einen Russen heute mal fragen können,
zumindest liegt Moskau deutlich näher

Scheint so, als ob die Mehrheit der Deutschen ausschließlich Deutsch und vielleicht etwas Englisch lernte

ja..

und sind damit ja auch noch recht gut bedient.

Okey, das war jetzt überspitzt ausgedrückt und ich denke auch, dass es in der Sache an sich kein Richtig und kein Falsch gibt, ja richtig, das sag ich einfach so, nachdem ich zuerst der Meinung war, dass es vielleicht besser ist, man spricht einen Ort gleich in der jeweiligen Landessprache aus...

In Deutschland gibt es keine gesetzlich verbindliche Regelung, durch die bei nichtamtlichem, privatem Gebrauch die Schreibweise oder Verwendung von ausländischen geographischen Namen vorgeschrieben oder verboten wird. Im amtlichen Bereich betrifft das lediglich die Schreibweisen der Staatennamen, Hauptstädte und Dienstorte deutscher Auslandsvertretungen, die vom Auswärtigen Amt festgelegt werden.

die Vereinten Nationen weisen darauf hin, dass Exonyme als Teil des geographischen Namengutes der jeweiligen Muttersprache angehören und als unverzichtbare Elemente der Verständigung unter den diese Sprache sprechenden Menschen dienen. Exonyme finden ihre Anknüpfung und ihren Bezug deshalb nicht allein im ausländischen Objekt und dessen amtlicher Bezeichnung, sondern auch im Bildungsgut und im Geschichtsverständnis der eigenen inländischen Sprachgemeinschaft. Für die Beschäftigung mit fremden Ländern schaffen Exonyme somit eine eigensprachliche Beziehung und sind deshalb zur eindeutigen Kennzeichnung sinnvoll und teilweise notwendig. Besonders in fortlaufenden Texten bieten Exonyme den Vorteil, dass sie und ihre Ableitungen besser in die morpho-syntaktischen Strukturen der jeweiligen Sprache passen als Endonyme.


Ausgewählte Exonyme der deutschen Sprache Deutsche Namen und ihre phonetische Umschriftung für geographische Objekte in Ländern oder Gebieten ohne deutsche Amtssprache
http://www.stagn.de/SharedDocs/Downloads/DE/StAGN_Publikationen/020809%20EXOLISTE.pdf.p...
pdf - 1,1 MB - 40 Seiten

von
http://www.stagn.de/DE/Service/Downloads/downloads_node.html

dort finden sich auch einige Städtenamen aus Polen und Tschechien.

bei der Liste wurde versucht, vor allem solche Exonyme zu erfassen, die sich aufgrund ihrer geschichtlichen, politischen, kulturhistorischen und geographischen Bedeutung in der deutschen Sprache als gängige Bestandteile eingebürgert haben.

Dem StAGN gehören Mitglieder aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und anderen deutschsprachigen Regionen an. Sie repräsentieren die Fachbereiche Kartographie, Topographie, Geographie und Linguistik aus Wissenschaft, Verwaltung und Praxis. Die Geschäftsstelle des StAGN befindet sich im Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG), einer Behörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern, von dem dieser Ausschuss eingerichtet wurde.

Ständiger Ausschuss für Geographische Namen (StAGN)
http://www.stagn.de/


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