grenzüberschreitender Bahnverkehr (Allgemeines Forum)

lokuloi, Montag, 15.08.2016, 21:14 (vor 3522 Tagen) @ J-C


Perspektivisch, wenn es dann den ein oder anderen EC Frankfurt - Mailand geben wird, werden es mehr Verbindungen mit nur einmal Umsteigen. Und mit Inbetriebnahme von GBT, Ceneri und den diversen

Inbetriebnahmen der NBS/ABS im Oberrheingraben auch schneller.

Das ist schonmal ganz nett, aber was ist beispielsweise mit Frankfurt-Prag?

Das ist doch ein gutes Beispiel:

Es gibt es Abfahrten im Zweistundentakt um 6:18 und von 8:22 bis 16:22 in 7 Stunden und 6 Minuten, allerdings mit 2 zweimal Umsteigen in Leipzig und Dresden. Aber eine halbe Stunde schneller als der durchgehende EC in den 90ern.

Die Verkehre wurden eben systematisiert. Die Züge Dresden - Prag kommen jetzt grundsätzlich aus Berlin. Man muss in Dresden umsteigen. Optimieren könnte man noch die Umsteigezeit in Dresden (derzeit 30 Minuten). Zudem wäre es natürlich schöner, wenn man in Leipzig nicht auch umsteigen müsste. Mit der Inbetriebnahme der NBS Ebensfeld - Erfurt wird aber eh der Fahrplan neu geordnet. Auch der Ausbau Berlin - Dresden könnte Einfluss auf die Zeitlage der ECs Dresden - Prag haben. Mal schauen was sich dann ergibt. Der Anschluss aus Frankfurt und Leipzig scheint mir einer der wichtigeren der ECs nach Prag zu sein. Vielleicht lässt sich der noch besser gestalten. 20 Minuten wären da schon drin.

Infrastrukturmäßig ist die Strecke erstmal weitgehend ausgebaut. Ein paar Minuten kommen noch zwischen Eisenach und Erfurt (Ende 2017). Auch zwischen Coswig und Riesa soll noch ausgebaut werden.

Ausbauten zwischen Hanau und Eisenach sind geplant, aber das wird noch dauern. Ein Ausbau Dresden - Prag liegt in weiter Ferne und ist m.M.n. unrealistisch.

Zwischen Frankfurt und Prag gibt es außerdem um 8:19, 12:21 und 14:21 Verbindungen mit 2x Umsteigen in Nürnberg und Cheb in ca. 7:20 und damit eine Viertel Stunde schneller als der durchgehende EC in den 90ern.

Um 10:18 dauert es sogar nur 6:58 (und damit 40 Minuten schneller als der EC in den 90ern). Da verkehrt von Cheb nämlich der SC nach Prag. Das dürfte derzeit das Optimum sein.

Auch hier wurden die Verbindungen sysematisiert. Insbesondere gibt es grenzüberschreitend Nürnberg - Cheb im Zweistundentakt mit Neigetechnik in 1:45.


Eine Elektrifizierung Nürnberg - Cheb ist zwar nicht völlig unrealisitisch dürfte aber fahrzeitmäßig nichts bringen.Die wäre eher für den Güterverkehr wichtg. Verbesserungen sollten dann da unternommen werden, wo es vielen etwas bringt. Da wäre insbesondere in Tschechien der Abschnitt Prag-Pilsen zu nennen. Da im Speziellen Prag-Beroun. Da war schon vor 10 Jahren was geplant (http://www.praha-beroun.cz/?f_lng=en). Nur hört man davon nicht mehr allzuviel. Aber der würde nicht nur die Verkehre von Prag nach Süddeutschland sondern insbesondere auch die innertschechischen Verkehre nach Pilsen und darüberhinaus beschleunigen. Dazu würde es die Strecke Prag - Beroun entlasten und Platz für den Vorort-Verkehr schaffen. Hier würde eine sinnvolle nationale Maßnahme auch den internationalen Verkehr um ca. 20 Minuten beschleunigen.


Ob die angebotenen Verbindungen Frankfurt - Prag jetzt gut oder schlecht sind, liegt natürlich im Auge des Betrachters. Jedenfalls liegt es auch hier nicht an den verschiedenen Stromsystemen, dass sie nicht besser sind, und sie sind auch nicht schlechter als in den 90ern -nur anders.

Wie gesagt. Ich sehe hier das Problem nicht in den Systemwechseln. Sie behindern den Güterverkehr ja auch nicht, bzw. nicht entscheidend. Der grenzüberschreitende Güterverkehr in Europa scheint mir jedenfalls gut zu laufen. Genügend Mehrsystemloks vorhanden. Und irgendwo wird man ja immer die Lok wechseln müssen/wollen. Wird ja keine von Narvik bis Jerez durchlaufen ;-).

Aber wozu Mehrsystemloks, wenn man sich mit einem Stromsystem zufrieden geben kann?

Weil Mehrsystemloks wesentlich günstiger sind, als 10.000e Kilometer Strecke neu zu elektrifizieren. Der Nutzen steht einfach in keinem Verhältnis zum Aufwand.


Ja. Und - wie gesagt - auch wenn's überall und bei allem Verbesserungsmöglichkeiten gibt: so schlecht ist's auch nicht.

Worauf man sich allerdings nicht ausruhen sollte. Denn wo Luft nach oben ist, muss man sich darum kümmern, dass man auch nach oben kommt.

Klar.

Es wird ja z.B.

- Geltendorf - Lindau elektrfiziert und ausgebaut. Fahrzeitverkürzung: fast 30 Minuten für München - Zürich.

Weitere zukünftige und absehbare internationale Ausbauten wären:
- Emmerich - Oberhausen
- Feste Fehrmanbeltquerung
- Brennerbasistunnel

Und auch z.B. die Verbindung "deutsches Inntal - Kundl" als Teil der neuen Unterinntalbahn zwischen Rosenheim und Innsbruck und die Elektrifzierung Markt Schwaben - Freilassing im Zuge der Verbindung München - Salzburg wird früher oder später kommen. Letzters dürfte für München - Wien nochmals 20 Minuten bringen. Es tut sich schon was, wenn auch langsam. Und mit den neuen Infrastrukturen kommen dann auch passende Fahrzeuge.

Gruß

Jan-Christian

heute etwas länger,
Uli


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