Cross Acceptance ist Status Quo (Allgemeines Forum)

Henrik, Dienstag, 16.08.2016, 17:55 (vor 3521 Tagen) @ J-C

Erstmal benötigt man die ganze Ausrüstung für das jeweils andere Stromsystem und das nicht in einer Lok, sondern in vielen Loks. Wenn man nicht vereinheitlicht, wird man für immer und ewig Mehrsystemloks für Europa bauen müssen, was die Kosten einer Vereinheitlichung aufwiegen wird.


Die zusatzliche Ausrüstung, sowohl unter 15 kV /16,7 Hz als auch 25 kV /50 Hz verkehren zu können, beschränkt sich auf:
– etwas größerer Isolationsaufwand auf der Primärseite
– umschaltbare Abgriffe in den Trafo-Sekundärwicklungen
– umschaltbarer Saugkreis (jeweils doppelte Netzfrequenz 33,3 /100 Hz)*

Das wars. Mehr ist nicht.

*Kann entfallen bei ausreichend großer Zwischenkreiskapazität. Sowas ist realistisch bisher aber nur in »Niedervolt«-Zwischenkreisen machbar (–> Elektrolyt-Knalltüten). Was man sich bei ABB /Stadler bei den meisten ihrer xEMU zu Nutze macht. (Ja, es gibt auch 3 kV Zwischenkreisdesigns bei Stadler, bspw. bei reinen 3 kV DC FLIRT.)

Im Übrigen – um mal mit dem Märchen der bei 16,7 Hz ach so viel schwereren Traktions-Tansformatoren aufzuräumen: Leistungsgewicht!
DB BR 101, reines 16,7 Hz Tfz: Ca. 1,8 kg/kVA
DSB EA 3000, reines 50 Hz Tfz: Ca. 1,58 kg/kVA

Jetzt zufrieden? ;-)

Nicht ganz, denn da hätte ich noch einen Ass im Ärmel. Wie bei Nachtzügen kann man so etwas nicht für sich alleine sehen. Denn, wenn man mit der Vereinheitlichung des Stromsystems auch perspektivisch die Zulassungsanforderungen vereinheitlicht und das Sicherungssystem vereinheitlicht, dann haht man einen riesigen Vorteil: Lokomotiven und Waggons sind nicht mehr an ein oder mehrere Länder gebunden, sondern können mit einer einzigen Zulassung in ganz Europa beliebig eingesetzt werden. Loks könnten am besten gleich als Universalloks eingesetzt werden, die alle Disziplinen des Schienenverkehrs problemlos beherrschen. Das kann zu Einsparungen führen, da damit auch jede Lok flexibel dorthin gebracht werden, wo man sie braucht. Mehrsystemloks braqucht man fortan nur noch, wenn man einen Nachtzug nach Moskau oder einen Güterzug nach China bringen will.

Wenn man nicht vereinheitlicht, wird man für immer und ewig Mehrsystemloks für Europa bauen müssen, was die Kosten einer Vereinheitlichung aufwiegen wird.


Auf diese deine Rechnung bin ich mal gespannt. Immer her mit den Zahlen!


Leider kann ich nicht mit exakten Zahlen dienen, es geht aber nicht nur um dieses Teilfeld sondern darum, dass allgemein die Standards im Schienenverkehr europäisch so einheitlich wie möglich sein sollen.

Denn durch eine entsprechende Flexibilität können wieder Kosten eingespart werden.

liest sich nach einer ziemlich teuren und eben vor allem völlig unnötigen Lok an - wozu das?

Cross Acceptance nicht bekannt?

http://www.eba.bund.de/DE/HauptNavi/FahrzeugeBetrieb/Fahrzeuge/Zulassung/Inbetriebnahme...


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