Spassthread NBS Stuttgart - Zürich (Allgemeines Forum)

Re 8/12, Winterthur, Donnerstag, 22.08.2013, 00:54 (vor 4609 Tagen) @ hfrik
bearbeitet von Re 8/12, Donnerstag, 22.08.2013, 00:57

ad) 1) dass die Strecke Köln-RM so steil ist ist der Hauptkritikpunkt

Kritik gibt's zu allem und jedem, das heisst noch lange nicht, dass sie auch sachlich berechtigt ist.

ad 2) die ICX kämen auch nicht hoch, und das Rollmaterial der SBB ist auch nicht für soche Steigungen gebaut.

Das wäre erst mal noch im Detail nachzurechen. Generell gilt allerdings (wie bereits erwähnt), dass das Rollmaterial an die Strecke angepasst wird (im Rahmen des machbaren und sinnvollen natürlich), und nicht umgekehrt.

ad 3) die relevanten Steigungen in Wendlingen - Ulm sind 25 Promille. die 35 Promille sind wenige Meter an eine Über/Unterwerfung bei Ulm (Schwungfahrt), auch über die wenige Meter 31 Promille hinter Kirchheim werden mit Schwungfahrt überrollt, da davor ein12 Promille Gefälle kommt.

Natürlich ist auch das Prinzip der Schwungfahrt einer der Gründe, warum in vielen Fällen grössere Steigungen sinnvoll wären, als allgemein angenommen wird.

Und was die absolute höhe angeht: bei rekuperation gleicht sich die weniger- Kurveneibung und die kürzere Strecke der NBS gegenüber der geislinger Steige mer als aus gegenüber dem mehr an Hubarbeit, die auf der Talfahrt dann wieder zurückgespeist wird. Deswegen können zwischen Stuttgart und Ulm schwerere Züge mit weniger Energieverbrauch über die NBS fahren als über die Geislinger Steige, wobei die Gewichtsdifferenz nur bei einigen -zig Tonnen liegt.

Das stimmt so nicht ganz. Bei Rekuperation kann nur etwa die Hälfte der investierten Energie wieder zurückgewonnen werden.

Ad 4) Das Steilste was aktuell geht ist die Höllentalbahn, da muss immer ein zweiter Lockführer drauf, aus Sicherheitsgründen beim bremsen, da die automatischen bremsen den Zug nicht bzw. nicht rechtzeitig zum stehen bekämen. Bei der bR 420 mit verteiltem Antrieb isbe bei ca.40 Promille Schluss, beim ICE3 auch. Die Stuttgarter Strassenbahn schafft entsprechend lange Steigungen wie bei Engen mit 85 Promille, aber eine strassenbahnstrecke solls ja nicht werden, auch keine Zahnradbahn.

Strassenbahnen und kurvenreiche Strecken wie die Höllentalbahn sind von der Bremsproblematik her deutlich anspruchsvoller als HGV oder auch nur schon Quasi-HGV. Das Bremsproblem sollte sich aber eigentlich IMMER lösen lassen, nötigenfalls eben mit entsprechend dimensionierter Magnetschienenbremse. Als kritischer Faktor wird übereinstimmend der Kraftschluss bei allfälligem Anfahren am Berg genannt. Die Aussage, beim ICE3 sei bei 40 Promille Schluss, stellt dabei eine grobe Vereinfachung dar. In Tat und Wahrheit sind beim ICE3-Betrieb auf 40 Promille-Rampen noch so grosse Reserven vorhanden, dass ein Abschleppfall nur etwa alle zehntausend Jahre zu erwarten ist. Beim 420 wären die Reserven (zumindest von der Adhäsion her) sogar noch grösser, allerdings könnte das relativ schwache Drehmoment der Wechselstrommotoren hier problematisch werden. Dass bei 40 Promille Schluss wäre, halte ich dennoch für unwahrscheinlich. Kann sein, dass sie einfach die Zulassung nur für 40 Promille haben, aber das ist eine andere Geschichte.

Ad 5) wenn Du ein Höhenprofil hast, dann veröffentliche das doch mal.

OK, ich habe inzwischen die Trasse im fraglichen Bereich etwas korrigiert und teilweise näher an die Autobah geschoben. Habe bei dieser Gelegenheit festgestellt, dass der am 11.8. gepostete Link nicht oder nicht mehr zu funktionieren scheint - hast du denn die Karten zu Gesicht bekommen? Also hier nochmal Links zu den einzelnen Kartenausschnitten, aktuelle Fassung, inkl. Profil Ehingen-Geisingen (Copyrihgt Karte: Swisstopo - bitte ausschliesslich zum Studium der diskutierten Projektidee verwenden):

11: Ehingen-Geisingen
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10: Ehingen-Engen
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9: Mühlhausen/Ehingen
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8: Singen Nord
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7: Rielasingen-Singen
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6: Grenzübergang Ramsen (Moskau)
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5: Rheinquerung Hemishofen
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4: Stammheim ZH
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3: Thurquerung-Waltalingen
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2: Rickenbach-Thurquerung
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1: Wiesendangen-Rickenbach
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Profil A-B (Karte 11 Ehingen-Geisingen):
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Option: Umfahrung Singen
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Die Wutachtalbahn ist nicht ansatzweise Fernverkehrstauglich. Die heist nicht umsonst Sauschwänzlesbahn. Da ist die bestehende Strecke noch deutlich schneller. Sie wurde ja nur gebaut, um im Kriegsfall igendwie um die Schweiz herumfahren zu könne. Betonung liegt auf "egal wie". in Friedeszeiten war die Trasse irrelevant, da nich konkurrenzfähig. 190m minnimaler Kurvenradius erlauben nur 30-50km/h, zwischen Blumberg und Donautalbahn sinds gerade mal 80 km/h. Wenn man darauf Fernverkehr machen will, muss komplett neu gebaut werden, ebenfalls mit Basistunnel. Es hat schon seinen Grund warum dort Museumsverkehr ist.

Was verstehst du unter "fernverkehrstauglich"? Es ginge ja hier um Güterverkehr. Da wäre der 80 km/h-Abschitt Immendingen-Blumberg eh kein Problem, und auch wenn anschliessend ein paar Kilometer auf 50 km/h begrenzt wären, sehe ich das nicht a priori als No Go. (50 statt 100 km/h über 10 km verursachen einen Zeitverlust von gerade mal ca. sechs Minuten. Das ist für einen Güterzug nun wirklich nicht alle Welt.)

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