Die Ausfädelungen haben ganz bestimmt eine Höhe (Allgemeines Forum)

L.Willms, Freitag, 16.01.2015, 07:59 (vor 4100 Tagen) @ Henrik

Kauderwelsch nein danke!

Eine klare deutsche Sprache ist doch angebracht. Selbt die gesetzesschreibende Bürokratie hat das verstanden im Eisenbahnkreuzungsgesetz und in der Eisenbahnbau- und Betriebsordnung, wo höhengleiche und höhenungleiche Kreuzungen unterschieden werden.

Eine Höhe haben müssen die aber immer. Ohne gehts nicht.


wo genau sollte man das Wort "höhenungleich" finden in dem
Eisenbahnkreuzungsgesetz und in der EBO?

Kreuzungen sind entweder höhengleich oder höhenungleich.

Siehe § 1 Eisenbahnkreuzungsgesetz
oder § 12 Höhengleiche Kreuzungen von Schienenbahnen" der EBO
und § 11 "Bahnübergänge" von derselben Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung

Statt einem Wort "höhenungleich" kann man auch zwei Worte "nicht höhengleich" schreiben, darauf kommts nicht an, gerne auch "niveaugleich" und "nicht niveaugleich". Aber ganz ohne Höhe gehts nicht.

Eine noch döllere Variante fand ich in dem Artikel des "Direktors bei der Reichsbahn" Max Grabski zum Thema "Die Berliner Nordsüd-S-Bahn" im "Zentralblatt der Bauverwaltung" vom 19. Mai 1937, daß "sich auf der Südseite des S-Bahnhofes [Potsdamer Platz] mehrere schienenfreie Gleiskreuzungen [ergeben], die sich auf sehr engem Raume zusammendrängen." (Seite 502, linke Spalte; meine Hervorhebung).

Aber seid getrost, dem Inschenör ist nichts zu schwör, wie uns Daniel Düsentrieb gelehrt hat. Der läßt Schienenbahnen auch ohne Schienen fahren.

Aber vielleicht hatte Grabski darin nur eine Vorahnung ausgedrückt -- dieser sein Artikel ist zwar im Mai 1937 erschien, war aber offenbar schon vor dem Ukas von Hitlers Lieblingsarchitekten Speer für die "Reichshauptstadt Germania" geschrieben, nach dem ja die Einführung der Südringspitzkehre in den Untergrundbahnhof Potsdamer Platz unterblieb, und die Gleiskreuzungen dort tatsächlich bis heute ohne Schienen geblieben sind.

Noch mehr unsinnigen Jargon hab ich vorgestern abend bei der Vorstellung des Planfeststellungsantrags des PFA1 der Nordmainischen S-Bahn gehört, wonach der Bahnhof F-Mainkur "aufgelassen" werden soll. Wenn ich meine Tür auflasse, dann ist die offen und jeder kann die benutzen und durchgehen. Was aber wirklich gemeint war, ist daß im Gegenteil der Bahnhof Mainkur geschlossen werden und eben nicht offen bleiben soll. Kein Wunder, daß die DB Netze AG mit ihren Bauvorhaben immer auf Unverständnis stößt.


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