VDE 8: wichtiges Projekt, falsche Variante (Allgemeines Forum)

Holger2, Donnerstag, 15.01.2015, 00:38 (vor 4098 Tagen) @ sb

Warum denn ein so langer Tunnel, den niemand einforderte? Nirgendwo mit ähnlicher Topographie findet man so etwas, nicht einmal durch den Thüringer Wald...

Hast Du Dir Deinen Streckenverlauf einmal angeschaut? Zunächst einmal kreuzt Du mit der Fränkischen Schweiz und dem Fichtelgebirge zwei Naturparks, in denen Du sowieso nicht so ohne weiteres bauen darfst. Dann hast Du in diesem Gebiet die sog. schiefe Ebene - es dürfte Dir schwerfallen hier ohne aufwändige Tunnelbauten auszukommen. Es ist nicht ganz so einfach, wie im Sandkasten. Aber es ist einfach, halt mal zu behaupten, die Politiker hätten wieder alles falsch gemacht, wenn man selber keine Verantwurtung trägt.

Auch den aufwendigen viergleisigen Ausbau Forchheim – Bamberg – Ebensfeld hätte man sich dann gespart. Altenburg (Nord) – Böhlen hätte dann möglicherweise zweigleisig bleiben können, da der zusätzliche Nord-Süd-Güterverkehr über Hof (so dieser Korridor hoffentlich ausgebaut würde) teilweise auch über Chemnitz – Riesa – Falkenberg(Elster) geführt werden kann, um wiederum auch andere Zulaufstrecken / S-Bahn-Strecken im Knoten Leipzig zu entlasten.

Der Nord - Süd - Güterverkehr wird im Wesentlichen aus den großen Seehäfen im Nordwesten gespeist. Ein Umweg über Falkenberg dürfte damit unrealistisch sein. Im Rahmen des Seehafenhinterlandverkehrs ist geplant die Strecke Uelzen - Magdeburg - Leipzig - Hof - Regensburg auszubauen.

Wie geschrieben, die Neubaulänge wäre etwas länger gewesen, aber auch der Nutzen deutlich höher (siehe unten).

nur mal ganz grob geschätzt: Leipzig - Hof - Bayreuth - Forchheim (jeweils Luftlinie) sind 210km Neubaustrecke
Forchheim - Bamberg - Erfurt (jeweils Luftlinie) sind 143km Neubaustrecke, das ist schon deutlich mehr als ETWAS.

312.000 EW [nagut](soviel zu Deiner Addition)[zu] 318.000 EW

Zwickau war schon enthalten; aber Leipzig fehlte:

Leipzig ist sowohl über die jetzige Strecke als auch über Deine Version an die NBS angeschlossen. Dass Deine Strecke so dramatisch schneller ist, hast du bisher nicht bewiesen.

via Erfurt:
318.000 EW + Halle 232.000 EW = 550.000 EW

via Hof:
312.000 EW + Leipzig 532.000 EW = 844.000 EW

Wieso lässt Du plötzlich Leipzig weg - es ist ja nicht so, dass mit der NBS kein Zug mehr nach Leipzig führe - glaube nur der selbstgefälschten Statistik


ICE Nürnberg – Erfurt – Berlin mit Umweg über Leipzig statt Halle würden zwar das Einzugspotential in etwa ausgleichen, dies aber mit einer ca. 15 Minuten längeren Beförderungszeit erkaufen.

Es ist ja durchaus möglich, auch ICE nur nach Leipzig zu führen - und andererseits Züge nur nach Berlin zu führen.

Ich könnte noch die Einzugsbereiche Eisenach, Lichtenfels, Weimar hinzurechnen

= 153.000 EW

Jena, Halle...


Dem stünden via Hof gegenüber:
= 337.000 EW

Bei Vervollständigung und korrekter Aufsummierung Deiner Vergleiche der Einwohnerzahlen (siehe oben) sollte es Dir schon möglich sein, den Nutzenunterschied zumindest anzuerkennen:

Nein, sorry, ich seh da dass die gewählte Variante im Vorteil ist.

Zusätzlicher Mehrnutzen einer ABS/NBS Nürnberg – Berlin via Hof statt Erfurt:

- Beschleunigung ICE Nürnberg – Dresden via Chemnitz (-30 Minuten gegenüber via Erfurt – Leipzig)
- Einführung IC/ICE Chemnitz – Berlin via Leipzig
- Einführung EC (ggf. Wien/Linz – Ceske Budejovice –) Plzen – Cheb – Hof – Leipzig – Berlin (mit Elektrifizierung und Ausbau Cheb – As – Selb – Hof)

Diese IC/EC/ICE entsprechen ja wohl eher Deinen Wunschvorstellungen, als der Realität.

Im Übrigen ist das ist nicht "meine" Strecke, sondern das waren durchaus Überlegungen aus den 1990er Jahren; aber, wie geschrieben, Thüringen war Anfang der 1990er Jahre cleverer als Sachsen.

Nein, sondern die Planung ist aus verständlichen Gründen nicht weitergeführt worden.

- Die ABS/NBS Nürnberg – Erfurt wird nur durch einen stündlichen ICE bedient zzgl. von 2 Sprinter-ICE-Zugpaaren; Coburg dürfte nur in Tagesrandlage bedient werden, Ilmenau gar nicht (ICE/IC-Bahnhof Ilmenau wird vorerst nicht realisiert)

Ob ein Bahnhof nur in Randlage bedient wird, ist Gegenstand der Wirtschaftlichkeitsplanung von DB Fernverkehr und steht erst einmal nicht in Zusammenhang mit den Ausbauplanungen von DB Netz. DB Netz kann erst einmal nur ein Angebot schaffen, ob das Angebot angenommen wird, ist eine andere Frage (siehe die genauso politisch gewollte Anbindung nach Wiesbaden)


- Im Stadtbereich Erfurt ist ein Linienbetrieb realisiert worden:

Nein, die ICE aus Frankfurt und München treffen sich im Richtungsbetrieb (Umstieg am selben Bahnsteig)

...(einfach mal recherchieren)

GENAU.

Holger


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