VDE 8: ICE falsche Wahl (Allgemeines Forum)

Henrik, Donnerstag, 15.01.2015, 02:31 (vor 4103 Tagen) @ Chrispy

Bericht vom September 2013 Darin steht es ist ein Verlustgeschäft und die Baukosten von 1 Mia € für magere 30 km sind für Chinesische verhältnisse ja auch nicht gerade ohne. Dafür kriegen die wohl mehr als das 10-fache an SFS gebaut.

Da stehen aber auch ausführlich die Gründe drin, warum dem so ist.

Die Züge rasen mit um die 300 Stundenkilometern durchs Land. Offenbar wurde an der Sicherheit gespart, wie der Unfall von Wenzhou im Jahr 2011 zeigte. Bei der Auftragsvergabe wurde Korruption bekannt – der damalige Eisenbahnminister Liu Zhijun wurde deswegen gerade zum Tod verurteilt.

Genau, er ist preislich nicht konkurrenzfähig gegenüber einer Rad-Schienen-Bahn im Untergrund von Shanghai.

wäre reichlich merkwürdig, wenn die U-Bahn teurer wäre als der Hochgeschwindigkeits-Transrapid.^^
merklich teurer als der Bus sollte er auch schon sein.
Der derzeitige Endpunkt ist nun nicht gerade optimal,
die Strecke hätte betriebswirtschaftlich deutlich günstiger ausgelegt werden können.

Das Ticket für die gleiche Strecke kostet im Transrapid acht mal mehr selbst nach einer Reduzierung der v_max auf 300 km/h. Man stelle sich vor dies wäre auf Berlin-München der Fall, Normalpreis 130 €. Wären die Leute bereit das achtfache zu bezahlen oder auch schon nur das doppelte?

Der ICE-Fahrpreis auf Berlin-München ist heute, vor Fertigstellung der VDE 8 Projekte,
um 43% teurer als der NV-Fahrpreis, um 12% teurer als der IC-Fahrpreis.
Nach 2017 wird das natürlich noch weiter ansteigen.
Der ICE-Fahrpreis auf Köln-Frankfurt liegt bei der Fahrt über die SFS bei 42% über dem ICE-Fahrpreis auf der alten Rheinstrecke, gar 51% über dem IC-Fahrpreis (kurz vor Inbetriebnahme waren etwa 40% geplant).
Ein TR-Fahrpreis würden entsprechend etwas drüber liegen (vgl. Planfälle Hamburg-Berlin).
Der TR-Fahrpreis in München war für 13 Euro anvisiert, S-Bahn 8 Euro.

Zudem sind die hohen Baukosten in Shanghai für mich ein Warnzeichen, denn die Chinesen bauen billig. Sie kaufen land nicht ab, sie enteignen und Arbeiterlöhne fallen gar nicht ins Gewicht!

Das gesamte Betriebssystem ist in Deutschland geplant & gebaut worden, ebenso die Stahlbiegeweiche, nach China verschifft worden. Das fällt bei der einer so kurzen Strecke relativ auch stärker ins Gewicht, ebenso die beiden Stationen.
Der Bau des Fahrwegs war wegen des Untergrunds auch nicht so einfach, es musste bis 80 m tief gegründet werden.
Entsprechend waren die damals kalkulierten Kosten für die Verlängerung zum anderen Flughafen über den Südbahnhof deutlich geringer kalkuliert.
Grunderwerb fällt mit etwa 5% nicht dermaßen ins Gewicht (vgl. MSB Vorstudie, DB u.a., Berlin, 2000).

Deutschland als Demokratie könnte sich so einen Umgang mit der Bevölkerung nicht leisten, was die Kosten erhöht.

Das betrifft hauptsächlich den Realisierungszeitraum,
keine 2 Jahre in Shanghai zwischen Vertragsabschluss und Jungfernfahrt - hier völlig unvorstellbar.
Wir kommen hier der betroffenen Bevölkerung mit z.B. längeren Tunnelbauwerken entgegen, obwohl sie rein rechtlich nicht notwendig wären (vgl. NBS Hannover-Würzburg, TR MUC).
Der längere Planungs- wie Realisierungszeitraum mit Planänderungen führen bei uns oft zu Projektkostensteigerungen.

Anwohnerproteste und entsprechendes anschließendes Entgegenkommen gibt es in China auch (vgl. Planänderung bei der geplanten Verlängerung des Shanghai TR).

Zu VDE8: In diesem Artikel wird das typisch deutsche Problem gut beschrieben ...

Nun, das ist nicht nur in Deutschland so. Auch

..auch das Eisenbahnministerium in China ist (ähnlich wie hierzulande) nicht gerade Magnetschnellbahn-freundlich eingestellt.


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