VDE 8: wichtiges Projekt, falsche Variante (Allgemeines Forum)

sb, Mittwoch, 14.01.2015, 20:16 (vor 4102 Tagen) @ Holger2

Die VDE 8 (Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8) in Form einer Ausbau-/Neubaustrecke (ABS/NBS) Nürnberg – Berlin ist an sich schon ein wichtiges Projekt, weil (wie schon andere schrieben):

Eine NBS Forchheim – Bayreuth (Ausschleifung, vgl. Coburg) – Hof (Ausschleifung), Plauen (Ausschleifung) – Zwickau (Ausschleifung) – Altenburg sowie daran anschließende ABS Nürnberg – Fürth – Forchheim und ABS Altenburg – Leipzig – Berlin hätten zudem das stark besiedelte Mittelsachsen (Zwickau, Chemnitz) besser angebunden und mittels verbesserter Trassierung evtl. auch die Relation (München / Stuttgart / ggf. Frankfurt –) Nürnberg – Dresden verkürzen können.

Zwar hätte sich unter Berücksichtigung der NBS Erfurt – Halle/Gröbers insgesamt ein etwas höherer Investitionsbedarf ergeben, dem jedoch ein weitaus größerer Mehrnutzen gegenüber gestanden hätte.

-> Erstellung eines 200km Basistunnels zwischen Forchheim und Zwickau im Naturpark

Warum denn ein so langer Tunnel, den niemand einforderte? Nirgendwo mit ähnlicher Topographie findet man so etwas, nicht einmal durch den Thüringer Wald...

-> gegenüber der Strecke Bamberg - Erfurt mindestens doppelte NBS Entfernung

Auch den aufwendigen viergleisigen Ausbau Forchheim – Bamberg – Ebensfeld hätte man sich dann gespart. Altenburg (Nord) – Böhlen hätte dann möglicherweise zweigleisig bleiben können, da der zusätzliche Nord-Süd-Güterverkehr über Hof (so dieser Korridor hoffentlich ausgebaut würde) teilweise auch über Chemnitz – Riesa – Falkenberg(Elster) geführt werden kann, um wiederum auch andere Zulaufstrecken / S-Bahn-Strecken im Knoten Leipzig zu entlasten.

Wie geschrieben, die Neubaulänge wäre etwas länger gewesen, aber auch der Nutzen deutlich höher (siehe unten).

-> Dann hast Du noch das Prblem, dass Du mehrere Naturparks durchstichst.

Bayreuth 73.000 Ew in einem schwach besiedelten Umland
Hof 46000 EW
Plauen 66000 Ew
Zwickau 94000 Ew
Altenburg 33000 Ew
Das sind zusammen 239.000Ew.

312.000 EW (soviel zu Deiner Addition)

Im Vergleich dazu bietet die heutige Linienführung Vorteile für
Bamberg 71000Ew
Coburg 41000Ew
Erfurt 206000Ew

318.000 EW

Wenn Du mir jetzt mit Zwickau kommst, antworte ich mit Halle.

Zwickau war schon enthalten; aber Leipzig fehlte:

via Erfurt:
318.000 EW + Halle 232.000 EW = 550.000 EW

via Hof:
312.000 EW + Leipzig 532.000 EW = 844.000 EW

ICE Nürnberg – Erfurt – Berlin mit Umweg über Leipzig statt Halle würden zwar das Einzugspotential in etwa ausgleichen, dies aber mit einer ca. 15 Minuten längeren Beförderungszeit erkaufen.

Ich könnte noch die Einzugsbereiche Eisenach, Lichtenfels, Weimar hinzurechnen

Eisenach 42.000 EW
Gotha 45.000 EW
Weimar 64.000 EW

= 153.000 EW


Dem stünden via Hof gegenüber:

Chemnitz 242.000 EW
Gera 95.000 EW

= 337.000 EW

Wo da der extreme Mehrnutzen Deiner Strecke besteht, kann ich nicht erkennen

Bei Vervollständigung und korrekter Aufsummierung Deiner Vergleiche der Einwohnerzahlen (siehe oben) sollte es Dir schon möglich sein, den Nutzenunterschied zumindest anzuerkennen:

via Erfurt/Halle:
550.000 EW, erweitert 703.000 EW

via Erfurt/Leipzig:
850.000 EW, erweitert 1.003.000 EW; aber Nürnberg – Berlin +15 Minuten Beförderungszeit (Nutzenminderung)

via Hof/Leipzig:
844.000 EW, erweitert 1.181.000 EW

Zusätzlicher Mehrnutzen einer ABS/NBS Nürnberg – Berlin via Hof statt Erfurt:

- Beschleunigung ICE Nürnberg – Dresden via Chemnitz (-30 Minuten gegenüber via Erfurt – Leipzig)
- Einführung IC/ICE Chemnitz – Berlin via Leipzig
- Einführung EC (ggf. Wien/Linz – Ceske Budejovice –) Plzen – Cheb – Hof – Leipzig – Berlin (mit Elektrifizierung und Ausbau Cheb – As – Selb – Hof)

Im Übrigen ist das ist nicht "meine" Strecke, sondern das waren durchaus Überlegungen aus den 1990er Jahren; aber, wie geschrieben, Thüringen war Anfang der 1990er Jahre cleverer als Sachsen.


Knoten Erfurt

Mit Realisierung des Umwegs über Erfurt sollte wenigstens die gebaute Variante so gut wie möglich optimiert werden:...

Die genannten Punkte werden ja realisiert.

Nein, eben nicht!

- Die ABS/NBS Nürnberg – Erfurt wird nur durch einen stündlichen ICE bedient zzgl. von 2 Sprinter-ICE-Zugpaaren; Coburg dürfte nur in Tagesrandlage bedient werden, Ilmenau gar nicht (ICE/IC-Bahnhof Ilmenau wird vorerst nicht realisiert).

- Im Stadtbereich Erfurt ist ein Linienbetrieb realisiert worden: ICE-Strecke auf der Nordseite, Bestandsstrecke auf der Südseite. So wie Erfurt Hbf umgebaut wurde, fehlen zwei Kreuzungsbauwerke für einen Richtungsbetrieb: eine Nutzung von Gleis 9/10 durch die ICE aus Nürnberg ist nur mit Fahrstraßenkreuzung der Streckengleise Neudietendorf – Erfurt, eine Ausfahrt aus Gleis 9/10 auf die NBS Richtung Halle/Leipzig nur mit Fahrstraßenkreuzung der Streckengleise Erfurt – Weimar möglich. Für einen Linienbetrieb in Erfurt hätten die Regionalzuggleise südlich und der Fernbahnsteig Richtung Halle/Leipzig mittig angeordnet werden müssen.

Dies war auch in diesem Forum schon mehrfach zu lesen, und die gewählte Realisierung ist sowohl aus Unterlagen der DB ersichtlich (einfach mal recherchieren) als auch aus aktuellen Luftbildern ersichtlich.


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