Meine Meinung - Teil 1 (Allgemeines Forum)

Mario, Freitag, 09.11.2012, 16:27 (vor 4902 Tagen) @ ice-t-411

Scheinbar bekommt man diese Sprinterzüge aber wirtschaftlich nicht voll. Von München bis Hamburg bist du selbst im besten Fall 4:30h unterwegs. Bei derzeitiger Kostenstruktur zu lang, wenn man auch Fliegen kann. Aber eine Boeing 737 oder ein Airbus A320 machen halt keinen ICE voll, noch nicht mal halb. Das Potential würde ich da schon eher beim Individualverkehr sehen, aber der ist mit Sprintern eher nicht so zu holen.

Wer kennt denn wirklich in der breiten Bevölkerung die Sprinterzüge? Sie werden weder in hinreichender Zahl (z.B. 2h-Takt) gefahren noch werden sie in der Öffentlichkeit wirklich beworben noch gibt es dafür überall nötige, schnelle Durchfahrtswege. Das genau ist da auch das Problem, weshalb man hier viel Fahrgastpotenzial links liegen lässt.

Frankfurt Hbf und Köln Hbf will keiner umfahren, ca. 80% der Reisenden wechseln hier den Zug, macht also keinen Sinn. Daher optimiert man die Zufahrt. Tiefbahnhof in Frankfurt wäre unbezahlbar, sprich unwirtschaftlich.

Ich will ja auch nicht, dass beide Bahnhöfe voll umfahren werden. Aber in Köln verbrät man einfach mit dem langsamen Rein-/Rausfahren und dem Kopfmachen viel zu viel Zeit. Hier sollte man sich wirklich überlegen, ob man nicht vielleicht doch mal eine Fernverkehrs-Nordausfahrt über Longerich und Chorweiler und dann wieder über den Rhein zur Hauptstrecke hin bauen sollte, damit die ICEs ohne Kopfmachen am Hbf durchfahren können. Die Koexistenz von Hbf und Deutz/Messe ist keine befriedigende Lösung. Und in Frankfurt geht es neben der eh nötigen Verbesserung der Zufahrten ja nur um einen kleinen Tiefbahnhof für die ICEs/ICs mit einem z.B. 4 Gleisen unter der jetzigen Gleishalle, also nicht F21.

Montabaur, Limburg, Siegburg, Allersberg, Abzweig Coburg, Leipzig-Flughafen, um nur einige Beispiele der letzten Jahre zu nennen.

Das sind rein die Rosinen. Doch was ist mir Würzburg, Fulda, Göttingen, Hamm, Bielefeld, Ingolstadt, Essen, etc.? Dort hat man nix dergleichen un denau das ist das Problem.

Was mit in Deutschland allerdings erst gerade besser lernt ist die Information und Integration von direkten Betroffenen (Anwohner, Gemeinden, etc.). Man hat zu lange gebraucht um Festzustellen, dass es nichts hilft einen noch so ausgefeilten Plan zu erklären, wenn man nicht von vornherein alle Interessengruppen am Tisch hatte.

Und als nächster Schritt muss nun noch eine grundsätzliche Änderung der Planungsstrategie kommen, wenn man wirklich was besser machen will. Das heißt für mich wie gesagt NBS nicht mehr mit der Brechstange und fern der noch angeschlossenen Städte zu führen sondern die NBS so zu planen, dass sie bei gleiuchwertiger Fahrzeit auch die Chance auf Bedienung möglichst viele dieser Städte mit Kurven/Verbindungen zum Altnetz und Ein-/Ausfahrten auch weiter anzuschließen. Und die Umfahrungen könnte man damit verkaufen, dass man mit ihnen nachts die Güterzüge aus dem besiedelten Gebieten rausholt. Somit würde es sicher viel mehr Verständnis und Zustimmung geben.


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