viel Bevölkerung an einer Linie (Allgemeines Forum)

naseweiß, Mittwoch, 07.11.2012, 19:08 (vor 4907 Tagen) @ Oscar (NL)
bearbeitet von naseweiß, Mittwoch, 07.11.2012, 19:12

c. Frankreich hat den Vorteil, dass die 4 größten Ballungsräumen auf einer Geradelinie liegen (Lille-Paris-Lyon-Marseille) und man also mit einer einzigen Schienenautobahn verbinden kann.

In Deutschland liegen 4 der 5 größten Metropolregionen auch auf einer Linie:
- Rhein/Ruhr - Rhein-Main - Stuttgart - München

Wenn das stimmt, dann kann man sich die Frage stellen, warum nicht gleich am Anfang diese Rennbahn gebaut wurde, und sofort als Schienenautobahn.

Mannheim-Stuttgart als eine der beiden ersten Strecken liegt ja auf der Route. Hannover-Würzburg wurde vor allem zur Entlastung der Nord-Süd-Strecke gebaut. Sie ist auch für Güterzüge geeignet und wird nachts auch so genutzt.

Also zuerst Köln-Frankfurt, danach die Verlängerung nach Mannheim, dann Stuttgart, zunächst Ulm, danach Augsburg und zu guter letzt München. Am Ende gäbe es dann K-M 2,5 Stunden nonstop ohne Lafas ("langsame" ICEs 3 Stunden); bei Baubeginn 1980 wäre die Strecke jetzt wohl komplett fertig, Mannheim hätte nicht gemeckert sondern gejubelt, statt Stuttgart 21 gäbe es "Stuttgart ICE".

Ob Mannheim nur gejubelt hätte, wäre ich mir nicht sicher, genauso wie Ulm, Augsburg, Mainz, Koblenz usw. Vor allem hätten aber natürlich viele andere Städte/Metropolregionen sich beschwert: Hamburg, Berlin, Leipzig, Dresden, Hannover usw. Jedoch könnte die Strecke heute bereits durch Rhein-Ruhr hindurch weiter nach Hannover führen, dort Verzweigung nach Berlin/Hamburg. Damit wären dann schon sehr viele angeschlossen. Selbst München-Hamburg könnte man so heute schneller fahren als auf über die lückenhafte SFS Hannover-Würzburg.

Gut, unsere Angaben müssen wohl präzisiert werden.

a. in Frankreich ist die 5. Metropolregion m.W. entweder Bordeaux oder Metz/Nancy/Straßburg. Diese durfte aber schon erheblich kleiner sein als die anderen vier.

Das stimmt. Es verteilt sich in Deutschland stärker. In Frankreich sind die Entfernungen größer.

b. bei Deutschland dachte ich eher an Berlin, Hamburg, Rhein-Ruhr-Sieg, München. Das ist ein Viereck, wobei die von Dir bezeichnete Linie doppelt zählt.

Hamburg-Berlin ist ja als 230er-ABS dank Topographie und Besiedlung (keine Hügel und kaum Anwohner) die optimale SFS, vermutlich sehr günstig und als Ergebnis der schnellste Schnitt, der im Moment in Deutschland zwischen zwei Metropolen erreicht wird. In der Form hätte man diese Strecke natürlich bauen sollen.

Rhein/Ruhr - Hannover - Hamburg/Berlin wäre das nördliche Gegenstück zu Rhein/Ruhr - Frankfurt - Stuttgart - München. Darüber ließe sich dann fast Alles an Metropolenverkehr abwickeln.

Nur die direkte Strecke München-Berlin führt eben irgendwie durchs Niemandsland, die beiden Endpunkte sowie Leipzig und Nürnberg reichen nicht um eine große Nachfrage für so eine teure Strecke zu generieren. Natürlich sollte man auch auf solchen Routen ICE-Strecke errichten, sie sollten aber nicht Priorität vor der 'großen Banane' über Rhein-Ruhr genießen. Gerade für die Strecken München-Berlin, Frankfurt-Dresden, Frankfurt-Passau usw. ist die Neigetechnik eine sehr günstige Lösung.

In Deiner Auflistung würde ich Rhein-Neckar nicht vernachlässigen.

Das scheint unter den Metropolregionen weiter hinten zu rangieren. Natürlich ist es gut, dass man diese Mitnehmen kann, genauso wie Bielefeld zwischen Rhein/Ruhr und Hannover.

Hinzu kommt noch ein starker "Diagonalverkehr" Berlin-NRW und Hamburg-München; diese beiden Querstrecken kreuzen nicht im Nirgendwo, sondern bei Hannover.

Mit dem nrödlichen Abschnitt Rhein/Ruhr - Hannover - Hamburg/Berlin kann man die wunderbar fahren.

In Frankreich sind solche Verkehre (Lyon-Bordeaux, Lyon-Straßburg) eher rar.

Das stimmt. Strasbourg-Lille, Strasbourg-Bordeaux o.ä. kann gut über Paris gefahren werden, ohne dass es direkte NBS benötigt. Genauso wäre es mit München/Stuttgart/Frankfurt - Hannover/Hamburg über Rhein/Ruhr, ohne direkte NBS. Lediglich bei den Laufwegen aus dem Süden nach Berlin wird der Umwegfaktor zu groß.

Edit: Natürlich benötigt es ergänzend zu der einen großen NBS viele ABS: Hamburg-Berlin, Dreieck Berlin/Leizig/Dresden, Wunstorf-Bremen, Köln-Aachen, Duisburg-Arnhem, Mannheim-Basel, Nürnberg-Augsburg - ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

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