Halle (Saale) = "Pech des großen Nachbarn" (Allgemeines Forum)

Reisender, München, Mittwoch, 28.08.2013, 12:45 (vor 4606 Tagen) @ ITF
bearbeitet von Reisender, Mittwoch, 28.08.2013, 12:50

Das macht aber alles nicht. Auch Mörfelden-Walldorf ist eine Boomtown, ebenso Bonn und eine Vielzahl anderer Städte auch.

Wer sagt das?

Die DB findet aber trotzdem, dass Ingolstadt gut genug angebunden sei, sonst würde sie nicht sogar dort sogar langfahrende Züge durchfahren lassen.

Das ist nicht ganz richtig. Die schlechte Fernverkehrsanbindung Ingolstadts beruht im Wesentlichen auf zwei Gründen: erstens hat die DB das Potential Ingolstadts bei der Ausarbeitung des Betriebskonzepts für die NIM massiv unterschätzt und als dies immer deutlicher wurde ließ sich dieses Konzept zweitens insbesondere wegen der damals bevorstehenden und derzeit noch laufenden Bauarbeiten zum sog. Endausbau Nord nicht mehr so einfach ändern.

Trotzdem muss man fragen wenn man Ingolstadt mit Göttingen vergleichen will, wer generiert mehr Nachfrage, ein Student ohne Auto oder ein Audi-Mitarbeiten mit A4 Jahreswagen? Man darf halt einfach nicht vergessen, dass Uni-Städte wie Göttingen oder Freiburg auch wenn Sie einwohnermäßig in der selben Liga spielen wie Ingolstadt, ein völlig anderes Fahrgastaufkommen generieren.

Du weißt schon, dass Göttingen eine massiv schrumpfende Stadt ist und dass Ingolstadt ebenfalls eine Universitätsstadt ist? In Ingolstadt wurde übrigens die erste Universitäts Bayerns errichtet. Die Technische Hochschule Ingolstadt hat zudem einen massiven Wachstum bei den Studentenzahlen. Ferner wird Ingolstadt derzeit als Kongressstadt ausgebaut. Dadurch wird das Fahrgastaufkommen sicherlich ebenfalls noch zusätzlich steigen.

Audi-Mitarbeiter fahren natürlich ebenfalls Bahn. Nicht umsonst wird Audi demnächst einen eigenen Bahnhalt für seine Mitarbeiter bekommen. Darüber hinaus kommen auch viele Audi-Kunden zur Abholung ihres Neuwagens mit der Bahn nach Ingolstadt. Dass es sich hierbei um eine beträchtliche Zahl handelt, sieht man schon daran, dass es am Ingolstädter Hbf eine Lounge mit VIP-Shuttleservice für diese Leute gibt.

Dass Göttingen derzeit ein noch etwas höheres Fahrgastaufkommen als Ingolstadt hat, liegt natürlich auch an dem weitaus besseren Fernverkehrsangebot. In Göttingen halten schließlich dreimal so viele ICEs und zusätzlich gibt es noch ICs! Außerdem werden bei den Zahlen Göttingens die Reisenden mitgezählt, die dort z. B. zwischen den Zügen der Linie 25 und der Linie 12 umsteigen, obwohl sie genauso gut auch in Fulda oder Kassel-Wilhelmshöhe umsteigen könnten. Das ist in gewisser Weise unehrlich.

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Foto: ICE 3 "Ingolstadt" in Köln Hbf


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