Halle (Saale) = "Pech des großen Nachbarn" (Allgemeines Forum)

Reisender, München, Mittwoch, 28.08.2013, 08:39 (vor 4606 Tagen) @ Christian_S

Tut man ja nicht. Es gibt, wie ich öfter schon erwähnte, gute zweistündliche Verbindungen mit MNX und Linie 41 mit Umstieg in Nürnberg. Die Reisezeitverlängerung von ca 25 min ist für eine Stadt der Größe Ingolstadts absolut akzeptabel, immerhin hat Ingolstadt perfekte Verbindungen nach Kassel/Hannover/Hamburg und Jena/Halle/Leipzig/Berlin.

Wenn man von Städten der Größe Ingolstadts spricht, dann drängt sich der Vergleich mit Würzburg oder Göttingen auf. Beide Städte sind übrigens deutlich kleiner. Während einem Würzburger oder Göttinger kein unnötiger Umstieg mit halbstündiger Reisezeitverlängerung (wenn man nicht direkt am Ingolstädter Hauptbahnhof startet, sondern zur halben Stunde dort mit dem Regionalzug ankommt, ist die Reisezeitverlängerung für die einfache Fahrt sowieso schon eine ganze Stunde!) zugemutet wird, soll dies bei einem Ingolstädter plötzlich akzeptabel sein. Diese Argumentation ist lachhaft und ist vermutlich ausschließlich in deinem Ingolstadt-Hass begründet. Du solltest dich lieber für Verbesserungen im Bahnverkehr einsetzen anstatt ständig für schlechtmöglichste Verbindungen einzutreten. Es geht doch um die Attraktivität des Bahnverkehrs und das Produkt Ingolstadt-Frankfurt-NRW ist eindeutig schlecht. Darüber gibt es nichts zu diskutieren.

Immerhin bist Du ja dafür, das Halle zugunsten der größeren Bedeutung Leipzigs auch entsprechend schlechtere Anbindung hat.

Falsch! Das habe ich so nicht gesagt. Ich hatte nur Verständnis dafür gezeigt, dass die Bahn ihre Züge lieber über Leipzig als über Halle fahren lässt. Ausgangspunkt war der Beitrag von Mario, der diese Konzeption der Bahn als unnötig bezeichnet und sich eine bessere Anbindung Halles erhofft hatte. Nochmals: die Situation von Halle ist mit der von Ingolstadt aber in keiner Weise vergleichbar. Während es im Falle Halles einen nachvollziehbaren Grund für weniger ICE-Halte gibt, fehlt dieser im Falle Ingolstadts gänzlich. Hier ist es in der Tat völlig unnötig die Verbindungen von und nach Ingolstadt absichtlich unnötig zu verschlechtern - mit gravierenden Folgen, wie ich bereits öfters mit Hinweis auf die wissenschaftlich bestätigte schlechte Erreichbarkeit Ingolstadts belegt habe.

Naja, was man so liest, stehst eher Du mit Deiner Meinung, Ingolstadt bräuchte auch noch die Linie 41 unbedingt, fast alleine da ;)

Ich habe für mein Anliegen zahlreiche Unterstützer aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Deshalb und wegen des nicht einmal von der Bahn bestrittenen Potentials Ingolstadts gab es beim letzten Fahrplanwechsel auch weitere ICE-Halte für Ingolstadt trotz der noch laufenden Bauarbeiten auf der Strecke Ingolstadt-München, während es zuvor von der Bahn immer hieß, dass die Bauarbeiten weitere Halte in Ingolstadt unmöglich machen würden.

Eben, die Fahrgastzahlen sind gut, weil die Bahn Ingolstadt bereits jetzt ein überdurchschnittlich gutes Fernverkehrsangebot bietet. Noch mehr Halte würden die Reisendenzahlen nur verteilen, definitiv nicht aber erhöhen (woher auch?)

Von einer überdurchschnittlichen Anbindung Ingolstadts kann keine Rede sein. Betrachtet man nur die Anzahl der ICE-Halte, dann sind selbst Kleinstädte wie Fulda, Hanau oder Aschaffenburg besser bzw. zumindest auf gleichem Niveau angebunden. Ingolstadt ist aber eine stark wachsende und wirtschaftlich bedeutende Großstadt und der Hauptbahnhof ist der wichtigste Knoten in der Mitte Bayerns. Es geht ohnehin nicht darum, dass in einer Stadt irgendwelche Züge halten, entscheidend ist vielmehr welche Ziele man mit diesen Zügen erreichen kann. Was nutzt eine gute Verbindung nach Hamburg, wenn ich nach Köln will?

In Ingolstadt geht die Bahn aber einfach her und schneidet die Stadt und die Region von der wichtigen Nordwestverbindung ab, obwohl es diese Züge ja auf der Strecke gibt. Dies ist eine große Ungeheuerlichkeit, die bei ICE-Großstädten beispiellos ist. Tagtäglich werden Ingolstädter Reisende nicht nur auf diese Weise diskriminiert und von einem vorhandenen Angebot ausgegrenzt, sondern bei Betriebsstörungen oder Bauarbeiten verschärft sich die Lage noch. Dann werden einfach knallhart die wenigen in Ingolstadt haltenden Züge ersatzlos gestrichen und gleichzeitig wird fröhlich weiter ohne Halt in der Schanz durchgefahren.

Jeder, der öfters von Norden nach Ingolstadt fährt, merkt doch, dass die Bahn die Ingolstädter wie Fahrgäste dritter Klasse behandelt. Insofern ist es natürlich erstaunlich, dass die Fahrgastzahlen aus der Region Ingolstadt trotz dieser ungeheuerlichen Diskriminierung noch so hoch sind. Ich kenne mehrere Leute, die wegen dieser Diskriminierung die Nase voll haben und nicht mehr Bahn fahren. Vermutlich ist genau das, was du willst. Du möchtest das Angebot in Ingolstadt möglichst schlecht halten, damit die Fahrgastzahlen zurückgehen. Dass ein Ende dieser Diskriminierung, ein besseres Angebot und eine höhere Attraktivität der Verbindungen zu mehr Nachfrage führt, scheinst du noch nie gehört zu haben.

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Foto: ICE 3 "Ingolstadt" in Köln Hbf


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