Korrespondenzen im FV: Dortmund / Mainz nicht mehr möglich (Allgemeines Forum)

moonglum, Hagen, Mittwoch, 23.11.2016, 18:41 (vor 3408 Tagen) @ JumpUp

Es ist mehr als kurios, was einige hier schreiben.

Kurz und knapp:
Mit IC'79 entstand, was vorher bereits die IC mit reiner A-Klasse/TEE mit reiner A-Klasse vorgemacht hatten: Anschluss vis-a-vis an verschiedenen Stationen zur optimalen Erreichbarkeit verschiedener Zentren im Land. Wichtig wurden vor Allem:

Hannover, Dortmund, Köln, Mannheim, Würzburg

Jede Stunde, jede Klasse, und immer ging es weiter am gleichen Bahnsteig, Wagenklassen gegenüberstehend.....

Das funktionierte nun jahrzehntelang nahezu perfekt, es setzte Standards, und eben wegen jener unglaublich gut geplanten Flexibility setzten immer mehr Businessreisende mit exakten Terminen im Planer auf den IC/EC und später ICE. Umsteigen gehörte auf Grund der deutschen Geografie dazu.

Dann gab es zum ersten Mal Störungen größerer Art wegen Lokführermangel kurz vor der Wende. Verspätungen und verpasste Anschlüsse. Nach der Wende gab es genug Lokführer anscheinend, das Problem verschwand. Dann wurden die 103er fehleranfälliger, aber im großen Ganzen ging alles immer noch gut.

Und nun schleichen sich mehr und mehr die gravierenden Probleme der modernen Bahn ein, ein immer störanfälligeres Streckennetz (Signalstörung, Weichenstörung, Bahnübergangsstörung...), immer geringere Leistungsfähigkeit des Netzes dank immer weniger Weichen zum Ausweichen/Überholen. Oft gehen die Züge schon verspätet auf die Strecke, Türstörungen kommen hinzu, diverse technische Störungen, Kuppelprobleme bei den ICE3 und und und.... Von den abartigen IC2, die trotz Arrangement von Lok und Wagen dann gleich ganz ausfallen, wenn irgendwo etwas klemmt, obgleich man die VORTEILE der Wagen/Lok-Kompositionen hätte nutzen können, es aber unterlassen hat, ganz zu schweigen. So kommt dank diesem Zug noch etwas dazu: Blockiertes Gleis. Und all das schafft in der ein en oder anderen Zusammensetzung Probleme am laufenden Band im laufenden Betrieb noch und nöcher.

Ganz recht:
Das gab es vor nicht allzu langer Zeit gar nicht in dieser Verdichtung.

Inzwischen kommen die Züge zusätzlich mal so oder mal so gereiht an die Bahnsteige, insb. auf der Linie Hamburg-Köln-Mainz und weiter fahren die kuriosesten Abweichungen vom Wagenstandanzeiger durchs Land.

Bei all diesen Entwicklungen, die nur eines für den Kunden sind, ärgerlich und störend, hat sich Deutschland und das Streckennetz samt genereller Geografie nicht wesentlich geändert.

Das bedeutet:
Wer zB von Hagen nach Zürich fahren will, muss ausser zu wenigen Zeiten in Köln oder Mannheim umsteigen, muss man deswegen nun 1 Stunde mehr Fahrzeit einrechnen?

Anscheinend ja! Aber dann gerne die Neubaustrecke zu fetten Preisen nutzen.

Es hat den Anschein, dass das kundenorientierte Versagen der DB immer perversere Züge annimmt. Warum tut man nicht das Maximale, um den Kunden, vor Allem den Businesskunden (und meist A-Klasse-Kunden) den bestmöglichen Service zu bieten?
Warum frustriert man die Gäste zusätzlich zu defekten Bistros, fensterlosen Sitzplätzen auf immer schmaleren und enger bestuhlten Sitzen mit immer neuen Aspekten?

Diese Geschichte hat ja bereits Tradition. Immer öfter schon wurden nachweislich IC auf der Kölner Hohenzollernbrücke so lange angehalten bis der Anschluss am Bahnsteig abgefahren war. Mehrfach konnte belegt werden, dass das Gleis für den wartenden IC vollkommen frei gewesen ist. Und ich weiss nicht, wie viele ZUB's ich in den letzten Jahren erlebt habe, die mit bebender Stimme um Verständnis baten und nur noch die Köpfe schüttelten. Vorgemeldete Züge warten weniger denn je. Umsteigereisende erreichen ihr Ziel mit signifikant geringerer Pünktlichkeit. Nun lässt man diverse Anschlüsse gar aus dem RIS verschwinden. Die wahre Neuerung heisst damit für die Kunden:

Hey Kunde, ggf. rein in einen überfüllten Regionalzug! Oder Du wartest eben eine Stunde, na und?
Wir bieten Dir nicht mehr den Komfort von IC'79.
Weniger Gemütlichkeit, weniger Gastronomie, weniger Pünktlichkeit, weniger Umsteigeservice.
Ja, Du bist nun eine Stunden länger unterwegs, na und?
Wenn es DIr nicht passt, fahr Auto und lass uns in Ruhe.

Nun bürgert sich also der jüngste Wahnsinn als Standard ein, Anschlüsse einfach, manchmal vor den Augen der einfahrenden Kunden, abfahren zu lassen und den Kunden damit in vielen Fällen zu mindestens 1 Stunde Wartezeit zu zwingen oder in üüberfüllte RE hineinzujagen.

Und wehe, man muss weiter als nur Basel, München, Hamburg.
Milano? Interlaken? Lausanne? Kopenhagen? Oder noch weiter?

Die DB von 2016 kriegt so etwas vor Allem VERGEIGT.

Und was lernt man daraus im Management?
Nichts!

--
Schöne Grüße aus den EC 6/7/8/9,
wo es Wein in Karaffen, keine Mikrowelle und kein in Schüsseln gepamptes Essen gibt.

https://adobe.ly/2PMZyEV


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum