"Zeitlich vesetzter ITF" existiert nicht (Allgemeines Forum)

218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Mittwoch, 23.11.2016, 17:22 (vor 3414 Tagen) @ Alphorn (CH)
bearbeitet von 218 466-1, Mittwoch, 23.11.2016, 17:22

Zeitlich versetzter ITF existiert nicht. Eine wichtige Eigenschaft des ITF ist, dass unabhängig vom Takt gute Anschlüsse geschaffen werden. Wenn Du nun zwei Linien um Zweistundentakt fahren lässt und die sich im ITF-Knoten treffen, dann kann man auf jeder Relation in 10 Minuten umsteigen. Wenn die aber um 15 Minuten versetzt halten, dann auf einer Relation die Umsteigezeit 17 Minuten, aber auf deren Gegenzug 1 Stunde 47 Minuten...

Wo um alles in der Welt gibt es einen Systemknoten mit nur 2h Takt?
Selbst im NV (Donaubahn <-> Schwarzwaldbahn/Gäubahn in Donaueschingen bzw. Tuttlingen) wurde dann auch tagsüber bis zu 25 Minuten auf Anschlüsse gewartet.

Erstes Problem: Kann man in der aktuellen Finanz- und Inftrastrukturlage wirklich flächig Halbstundentakte fahren? Wäre eine Pünktlichkeitsverbesserung nicht billiger?

Gerade mit der aktuellen Finanz- und Inftrastrukturlage ist eine Pünktlichkeitsverbesserung nahezu ausgeschlossen. Auf einigen Strecken gibt es aktuell 10-50-10-50 Takte, die zu 30-30 Takten umgewandelt werden könnten.

Zweites Problem: In jeden solchen Knoten wird auch mit Halbstundentakten nur die Hälfte der möglichen Umsteigeverbindungen hergestellt. Sobald mehr als zwei Züge involviert sind, muss die Hälfte zur Minute :00/:30 und die andere Hälfte zur Minute :15/:45 halten. Mit Deiner geforderten Haltezeit von 2 Minuten kann ein :00-Zug keinen Anschluss auf einen anderen :00-Zug bieten.

Wo gibt es denn FV-Knoten mit drei oder mehr Linien je 30 Minuten? Ansonsten kann man diese Züge noch ca. 7 Minuten versetzt ebenfalls am gleichen Bahnsteig einbauen.


Drittes Problem: 17 Minuten Umsteigezeit sind nicht gerade berauschend. Bei einem Halbstundentakt ziemlich genau der Wert, denn man durchschnittlich bekommt, wenn man die Fahrzeiten völlig zufällig legt.

Wo ist das Problem? Selbst an den zwei Tagen pro Jahr, wo der Zug mal tatsächlich pünktlich ankommt und die vollen 17 Minuten gewartet werden muss, ist das doch nicht so schlimm, wie ein verpasster Anschluss, der >50 Minuten Wartezeit verursacht.


Ein Vorteil Deiner Idee ist zwar, dass die Züge kürzer halten und damit schneller vorwärts kommen. Aber das gilt halt nur auf der einen Relation, die eine Direktverbindung hat, und ist zum Nachteil aller Umsteigerelationen (und das können sehr viel mehr sein).

Ein weiterer Vorteil ist wie erwähnt, der Verzicht auf Unterführungen. Wenn jetzt ein Pinguin von DB-Station&Service und einer vom Netz mitliest, begrüßen die das, weil nach meiner Definition die meisten Konotenbf. auf 2 Gleise zurückgebaut werden können. Da ja alle Züge immer pübktlich sind (theoretisch), braucht man nur noch einen Inselbahnsteig für den Gesamtverkehr an dem sich je 15 Minuten die Züge der jeweils gleichen Linie begegnen. :)

--
Dieser Beitrag gibt (sofern nicht anders gekennzeichnet) allein die Meinung der Verfasserin wieder
MET - Der beste Zug den es je gab
[image]


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum