mal wieder: HGV in Deutschland und anderswo (Allgemeines Forum)

lokuloi @, Donnerstag, 16. November 2017, 18:42 (vor 276 Tagen) @ JeDi

An andere Stelle "beschwerst" Du Dich, dass die Strecke nicht über Leipzig führt. Das kann man auch als Vorteil sehen, da somit Zeit und Streckenkilometer eingespart werden. München, Frankfurt und Nürnberg haben so ihren eigenen Züge über Halle nach Berlin, die Verbindung nach Leipzig wird durch andere Züge abgedeckt. Das ist so ähnlich wie mit Lyon in Frankreich.

Du hast meinen Beitrag nicht verstanden.

Vielleicht liegt’s am Beitrag!?

Ich beschwere mich, dass man absurde Umwege fährt, um Erfurt anzubinden, gleichzeitig aber die größte Stadt am Weg nur sehr stiefmütterlich (alle 2 Stunden) bedient.

Zum Thema „absurde Umwege“ habe ich ja hier (499471) schon geantwortet. Ich sehe hier keinen „absurden“ Umweg. Es ist vielleicht 25 km länger, als der Weg über Leipzig und dann direkt weiter.

Leipzig hat (2018) Stundentakt nach Frankfurt, Berlin, Hamburg, Dresden (alles mehr oder weniger VDE-8-bedingt) zusätzlich nach Hannover und Zweistundentakt nach Nürnberg, Stuttgart und München (VDE 8 bedingt) und zudem nach Bremen, Dortmund und Köln. Alle Zweistundentakte gibt es in der anderen Stunde mindestens gleichschnell mit Umsteigen (Ausnahme: Stuttgart). Ich glaube Leipzig kann sich nun wahrlich nicht beschweren über die Anbindung. Stiefmütterlich ist das nun wahrlich nicht. Das sind Frequenzen von denen Zehntgrößte-Städte in anderen Ländern nur träumen können. Und das Ganze bei einer für Deutschland überdurchschnittlichen Geschwindigkeit.

In Frankreich ist Paris-Bordeaux etwa gleich weit, da fährt der Sprinter aber ohne Halt in gut 2 Stunden (im Stundentakt), mit 3 Halten (was zugegebenermaßen eher Coburg-Halte sind) dann 2:52.


Ja. Paris- Bordeaux muss jetzt für jeden Vergleich herhalten. Ganz allgemein sind dafür in Frankreich die Frequenzen sehr niedrig.

Ganz allgemein besteht zwischen Paris und Bordeaux ein Stundentakt, sogar ein ziemlich exakter.

Wie gesagt: Paris – Bordeaux muss jetzt für alles herhalten. Stundentakt gibt es vielleicht nach Paris. Bei Lyon und Marseille geht’s eher Richtung Zweistunden-„Takt“ in andere Städte, wenn man Glück hat. Der Rest der Städte hat untereinander zwei oder drei Zugpaare am Tag, wenn überhaupt.

Da könnte sich die DB mit ihrem Kraut-und-Rüben-Fahrplan, insbesondere südlich von Nürnberg, eine große Scheibe abschneiden.

Südlich von Nürnberg? Also zwischen Nürnberg und München gibt’s nun wenig am Fahrplan zu meckern. Das ist quasi durchgehend Halbstundentakt bei hoher Geschwindigkeit. Dazu gibt’s noch etliche Fahrten über Augsburg in einem 90-Minuten-Takt mit Lücken.

Zwischenfazit: F, E und I sind sehr auf ihre größten Städte fixiert, D mehr auf einzelne Verbindungen zwischen benachbarten Großräumen. Letzteres wächst langsamer, das liegt in der Natur der Sache. HIer entdeckt man auch eher die "Erbärmlichkeiten" des deutschen FV. Z.B. München - STuttgart mit 105 km/h. Und das bei jetzt schon 32 Fv-Zügen am Tag. Bei Millionen-Agglomerationen die gerade einmal 200 km voneinander entfernt liegen. DA ist Kritik eher angebracht, als bei München - Berlin.

Da ist genau die gleiche Kritik angebracht: Man gießt in den Mittelgebirgen Milliarden in Beton, und da wo es billiger würde (weil topographisch einfacher) hört man auf, und begnügt sich mit Sparausbauten.

Es ist doch genau andersherum: außerhalb der Mittelgebirge kann man mit Ausbau der bestehenden Strecken hohe Geschwindigkeiten (200 km/h oder mehr) erreichen. In den Mittelgebirgsregionen muss man komplett neu bauen um diese Geschwindigkeit zu erreichen. Dann kann man auch gleich für 250 – 300 km/h bauen, da es keinen großen Unterschied mehr macht.

Aber schnell fahren will man bei der DB ja eh nicht, siehe die Abschaffung der Berlin-Frankfurt-Sprinter.


Oder die Einführung von immerhin 5 Sprinterzugpaaren mit nur 2 Zwischenhalten. Evtl. mit weiteren Fahrten in Zukunft. Das entspricht eben mehr der deutschen Realität mit vielen Städten und dem Augenmerk eher auf Frequenz. Im Endeffekt sind dadurch vmtl. mehr Menschen schneller unterwegs. Die beiden Zwischenhalte sind übrigens ähnlich groß wie das von Dir ins Spiel gebrachte Bordeaux. Warum sollte man also in Halle und Erfurt nicht halten?


Sollte man schon, die Schlussfolgerung, dafür aber die schnellen Züge einstellen zu können, halte ich für falsch.

Zur Einstellung der Sprinter hat ja Bronnbach hier (http://www.ice-treff.de/index.php?id=495773) schon vieles gesagt.

Insofern bringt die VDE8 für Berlin-Frankfurt genau nichts, außer vielleicht zusätzlichen Trassen.

Es bringt immerhin 5 Zugpaare/Tag die schneller sind als der Stundentakt-ICE. Zuvor waren es nur 2. Perspektivisch werden es evtl. mehr.


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