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Celestar, Mittwoch, 15. November 2017, 09:44 (vor 217 Tagen) @ lokuloi


Die ganze VDE8 ist erbärmlich. Berlin-München sind rund 500 km, das fährt man in rund 4 Stunden, man kommt also auf einen Schnitt von rund 125 km/h bei 3 Halten.


Nun ja. Bei Berlin - München die Luftlinienentfernung anzusetzen ist auch nicht ganz fair, führt diese doch durch Tschechien. Die Bahnkilometer sind 617 km. Der Umwegfaktor mit 1,25 nicht sonderlich hoch. Das macht einen Schnitt von 155 km/h. Das wird in Europa zwischen den STädten Nr. 1 und 3 nur von drei Ländern übertroffen.

Übrigens: auch die 169 km/h zwischen den beiden größten Städten wird nur von diesen 3 Ländern übertroffen.

Das ist schon richtig, aber
-Aber 'nur 3 Länder' ist etwas irreführend, besser gesagt 'etwa die Hälfte alle großen EU-Länder'
-der 155km/h Schnitt (nicht schlecht, nicht übermäßig gut) wird leider nur von 3 Zugpaaren erreicht, anstatt jede Stunde oder zumindest jede 2. Stunde. Und das auch nur, indem man den Schnitt auf einer anderen Relation (München-Frankfurt) wieder herabsetzt.


Was wäre den deine Alternativplanung für den Korridor, die einigermaßen wirtschaftlich wäre und nicht noch länger gedauert hätte als es eh schon gedauert hat? Bedenke dabei, dass von der Führung über Erfurt auch die Relationen Berlin/Dresden/Leipzig - Frankfurt profitieren.

An andere Stelle "beschwerst" Du Dich, dass die Strecke nicht über Leipzig führt. Das kann man auch als Vorteil sehen, da somit Zeit und Streckenkilometer eingespart werden. München, Frankfurt und Nürnberg haben so ihren eigenen Züge über Halle nach Berlin, die Verbindung nach Leipzig wird durch andere Züge abgedeckt. Das ist so ähnlich wie mit Lyon in Frankreich.


In Frankreich ist Paris-Bordeaux etwa gleich weit, da fährt der Sprinter aber ohne Halt in gut 2 Stunden (im Stundentakt), mit 3 Halten (was zugegebenermaßen eher Coburg-Halte sind) dann 2:52.


Ja. Paris- Bordeaux muss jetzt für jeden Vergleich herhalten. Ganz allgemein sind dafür in Frankreich die Frequenzen sehr niedrig.

Die völlig andere Ausrichtung des deutschen FV-Systems erkennt man aber an ganz anderen Stelle: Z.B. bei der Verbindung zwischen der 4. und 5.-größten Stadt: mit Verbindungen bis zu 175 km/h und das 33mal am Tag. In Frankreich: eine Verbindung am Tag mit 90 km/h (Toulouse - Nizza). Und das ist keine Ausnahme: wenn es nicht in die großen drei (Paris, Lyon, Marseille) geht sieht es in F bezgl. Frequenz sehr mager aus, und auch die Geschwindigkeit ist nur noch in manchen Fällen hoch.

Aber auch ähnlich strukturierte Ländern fallen hier gegenüber Deutschland ab. Nehmen wir das auch immer gerne als Vorbild angeführte Italien. 4. und 5.-größte Stadt (Turin und Genua) sind nicht wesentlich kleiner als Köln und Frankfurt und ähnlich weit voneinander entfernt. Hier gibt es 5 (!) tägliche Fernverkehrszüge mit im Schnitt 100 km/h.

In D gibt es sogar zwischen den Städten Nr. 3 und 14 (zugegeben 1 und 2 eines nicht völlig unbedeutendes Bundeslandes) 44 Fernverkehrszüge (Fahrplan 2018) auf direktem Weg mit bis zu 164 km/h und dazu vermtl. nochmals genausoviele Nahverkehrszüge und Fernzüge, die nicht den direkten Weg nehmen

Zwischenfazit: F, E und I sind sehr auf ihre größten Städte fixiert, D mehr auf einzelne Verbindungen zwischen benachbarten Großräumen. Letzteres wächst langsamer, das liegt in der Natur der Sache. HIer entdeckt man auch eher die "Erbärmlichkeiten" des deutschen FV. Z.B. München - STuttgart mit 105 km/h. Und das bei jetzt schon 32 Fv-Zügen am Tag. Bei Millionen-Agglomerationen die gerade einmal 200 km voneinander entfernt liegen. DA ist Kritik eher angebracht, als bei München - Berlin.

Richtig, und mit S21 und der NBS wird es leider nur etwas besser. Ulm-Augsburg in einer 30er-Kante fehlt halt schon.

Aber schnell fahren will man bei der DB ja eh nicht, siehe die Abschaffung der Berlin-Frankfurt-Sprinter.


Oder die Einführung von immerhin 5 Sprinterzugpaaren mit nur 2 Zwischenhalten. Evtl. mit weiteren Fahrten in Zukunft. Das entspricht eben mehr der deutschen Realität mit vielen Städten und dem Augenmerk eher auf Frequenz. Im Endeffekt sind dadurch vmtl. mehr Menschen schneller unterwegs. Die beiden Zwischenhalte sind übrigens ähnlich groß wie das von Dir ins Spiel gebrachte Bordeaux. Warum sollte man also in Halle und Erfurt nicht halten?

Sollte man. Aber die Einstellung der 'schneller' Sprinter ist meiner Meinung nach trotzdem ein Schritt in die ganz falsche Richtung.

Ich glaube nicht, dass in Deutschland eine falsche Haltpolitik betrieben wird, von einigen Ausnahmen abgesehen. Halte wie Limburg, Montabaur, Bitterfeld, Wittenberg etc sollten eigentlich nicht im ICE-Netz sein, dafür aber einen (2-)Stundentakt im IC-Netz haben. Die sollten mit dem IC'E'4 bedient werden, und das ICE-Netz mit Velaros.

Problematisch finde ich eher, dass wir im absoluten Kernnetz

Irgendwie scheint sich aber an dieser Front nichts zu tun, v.a. weil man da mal ein paar Euro in die Hand nehmen müsste :( Da verteilt man doch lieber Wahlgeschenke.

Celestar


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