Erfurt Hbf: Spurplan-Analyse (Allgemeines Forum)

sb @, Montag, 13. November 2017, 21:10 (vor 7 Tagen) @ ICETreffErfurt

Der Knoten in Erfurt mag nicht in allen betrieblichen Belangen optimal sein und man hat sicherlich einige Möglichkeiten versäumt. Im Großen und Ganzen wird er aber wohl funktionieren, wenn auch mit deutlichen Einschränkungen bei den Anschlüssen zum Nahverkehr.

Erfurt Hbf ist und bleibt vorerst spurplantechnisch ein volkswirtschaftlicher Schildbürgerstreich: Bei einer kompletten Neugestaltung derartige Fehler zu machen, obwohl deren Behebung nur einen kleinen Bruchteil der VDE8-Gesamtinvestition ausgemacht hätte, wäre leicht abzuwenden gewesen.

Zudem lassen die Gleiswechsel in beiden Bahnhofsköpfen von Erfurt Hbf radienbedingt nur sehr eingeschränkte Geschwindigkeiten zu, womit die ICE von der VDE8.1 (Nürnberg) unnötig früh auf eine niedrige Geschwindigkeit abbremsen werden müssen; analog hierzu unterliegen fast alle(*) ausfahrenden ICE bis zum vollständigen Freifahren der Weichenbereiche einer für eine solche Neugestaltung völlig unnötigen Geschwindigkeitseinschränkung, bevor diese kontinuierlich beschleunigen dürfen.

(*) Hinzu kommt übrigens, dass die durchgehenden Hauptgleise der VDE8.1 im Stammgleis der Bahnhofsweichen auf die bahnsteiglosen(!) Gütergleise in Erfurt Hbf nördlich des Bahnsteiggleises 1 führen, womit hiervon auch alle auf die VDE8.1 ausfahrenden ICE betroffen sind.

Immerhin sind die Bahnsteiggleise 1 und 2 östwärts sowie die Bahnsteiggleise 9 und 10 beidseits Erfurt Hbf betreffend der Streckengleise so vernünftig zugeordnet, dass mittels zusätzlicher geschildeter Überwerfungsbauwerke ein hochwertiger Richtungsbetrieb realisierbar wäre:
- nördliche bahnsteiglose Gleise: Güterverkehr bevorzugt in Fahrtrichtung West
- Gleis 1: VDE8.2 --> VDE8.1
- Gleis 2: Weimar / VDE8.2 --> Eisenach
- Gleise 3-8: SPNV
- Gleis 9: Eisenach --> Weimar / VDE8.2
- Gleis 10: VDE8.1 --> VDE8.2

Eine niveaufreie Einfädelung würde daran nichts ändern.

Eine niveaufreie Ein- und Ausfädelung würde sehr viel helfen betreffend Vermeidung von Fahrstraßenkonflikten bei Verspätungen – dies soll auch in Deutschland vorkommen – sowie einer geschwindigkeitsmäßig möglichst ungehinderten Ein- und Ausfahrt.

Das Problem ist, dass die Fahrzeiten Frankfurt–Eisenach und Nürnberg–Bamberg noch zu lang sind.

Die Kante Nürnberg – Erfurt enthält noch einige Bauzuschläge sowie Fahrzeitüberschüsse; diese in einem ersten Schritt vollständig der Haltezeit Erfurt zuzuschlagen wäre am einfachsten mittels einer Vermeidung unnötiger Fahrstraßenkonflikte. Ein bahnsteiggleicher Übereckanschluss in Erfurt Hbf ist nachrangig zu einem vernünftigen Richtungsbetrieb.


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