VDE8 über Hof (Allgemeines Forum)

lokuloi @, Freitag, 17. November 2017, 14:37 (vor 388 Tagen) @ sb

Was meinst Du mit Westböhmen? Pilsen? Das ist ja nun wirklich keine eigene HGV-Strecke wert!


Niemand außer Du spricht von einer eigenen NBS singulär für Relationen wie Leipzig – Westböhmen oder dergleichen...

Ich habe überhaupt nicht von so einer NBS gesprochen, Du hast es als Vorteil einer Führung über Hof dargestellt, dass Westböhmen mit angeschlossen wird. Das ist unstrittig. M.M.n. ist die Anbindung Westböhmens an Leipzig oder Nürnberg aber geringer im Nutzen als die Anbindung Erfurts in Richtung Süddeutschland.


Versuche einmal, die Synergieeffekte einer Netzbildung zu verstehen:

Danke! Es mangelt nicht am Verständnis. Ich bin nur anderer Meinung als Du.

(Warum muss sowas dann immer, auch von JeDi, auf die persönliche Ebene gezogen werden – ich werfe Dir ja auch kein mangelndes Verständnis vor, ich sehe die Dinge halt anders.)

Erst die Verknüpfung von Einzelstrecken zu einem Netz ermöglicht Synergieeffekte ohne zusätzliche Sprungkosten.

Ja. Und genau das geschieht meiner Ansicht nach mit der Führung über Erfurt. Ich habe Synergieeffekte für die Relationen Berlin/Leipzig/Dresden – Erfurt – Frankfurt (und bis weiter nach Köln und Stuttgart), die ich bei einer Führung über Hof nicht hätte.

Um dieselbe Wirkung zu erzielen müsste ich die Strecke Leipzig/Halle – Erfurt zusätzlich bauen, so ist sie Bestandteil der Achse München – Berlin.


Eine NBS Ebensfeld – Erfurt ist in der Netzwirkung viel isolierter als ein NBS-Stern um den Raum Hof, mit Speichen in den Raum Nürnberg, nach Westböhmen/CZ und nach Altenburg (Leipzig) mit Abzweig nach Tharandt (Dresden).

Das sehe ich eben ganz anders. Die Netzwirkung der ganzen Achse Nürnberg – Erfurt – Halle/Leipzig – Berlin ist größer als die einer Achse Nürnberg – Hof – Leipzig – Berlin.

Eine NBS Nürnberg – Hof – Altenburg würde komplett durch Mittelgebirgslandschaft führen und wäre mindesten 200 km lang und damit fast doppelt so lange wie Ebensfeld – Erfurt.


...kurze Rückfrage: Thüringer Wald sei aus Deiner Sicht wohl Flachland?

Schon wieder so eine Unterstellung…

Die eigentliche Querung des Thüringer Waldes ist ungefähr zwischen Schalkau und Ilmenau und damit recht kurz. Die Strecke vom Verlassen des Maintals bis zum Erreichen des Thüringer Beckens unter 100 km.


Anders als im Thüringer Wald sind die Landschaftsformen in Oberfranken, im Vogtland, im Raum Chemnitz und im Kreis Cheb etwas weniger schroff als im Thüringer Wald, zumal Talzügen und Höhenrücken gefolgt werden kann;

Trotzdem brauchst Du bei dieser Führung eine NBS komplett von Nürnberg bis Altenburg, die sicherlich nicht ohne Tunnel auskommen wird, vor allem da so eine Strecke in der Praxis dann mit der A9 und der A72 gebündelt werden würde. Die Streckenführung dürfte am Ende stark mit der NBS-Führung zwischen Ingolstadt und Greding vergleichbar sein.

nicht ohne Grund gibt es im Thüringer Wald den Brandleitetunnel, während die Bestandsstrecke über Hof ganz ohne Tunnel auskommt. Davon lässt sich bereits im Allgemeinen ableiten, dass der Tunnelanteil der NBS Ebensfeld – Erfurt höher ist als es ein solcher bei einer Führung über Hof sein müsste...

Wer hat demletzt gesagt, man kann von Bestandsstrecken nicht auf die Anforderungen der NBS rückschließen?
Außerdem: dass der Tunnelanteil über Hof geringer ist, will ich gar nicht leugnen. Aber da die Strecke selbst doppelt solange sein müsste, würde die Absolutlänge nicht anders sein.

Und damit auch doppelt so teuer.


Der Nutzeneffekt wäre um ein Vielfaches höher, womit der Nutzen-Kosten-Quotient ebenfalls höher läge.

Wie sagte ein Kollege da gerne: „Das ist eine unbewiesene Behauptung“. Wo soll denn der vielfältige zusätzliche Nutzen herkommen, vor allem wenn sämtlicher Nutzen für die Verkehre in Richtung Frankfurt entfällt? Von den paar Fahrgästen die von Frankfurt nach Prag wollen? Abgesehen davon, selbst diese Relation ist langfristig über Erfurt – Leipzig – Dresden besser bedient. Stichwort: Synergieeffekte: Bündelung der Verkehre.

Eben. Gerade damals kam es darauf an möglichst direkt zu bauen und auch die Flusstäler (in diesem Fall das Maintal) möglichst lange auszunutzen und die Mittelgebirge an ihrer schmälsten Stelle zu durchqueren. Das ist auch heute nicht verkehrt.


Mit Ausnahme der gewünschten direkten Führung sind die anderen Behauptungen schlicht falsch, siehe oben betreffend Brandleitetunnel.

Was beweist jetzt der Brandleitetunnel? Dass der Thüringer Wald zwischen Schalkau und Illmenau sehr breit ist? Es ging doch nie um die Höhe, sondern um die Breite. Und darum, dass ich an dieser Stelle mit 100 km NBS auskomme.


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