Erfurt Hbf: Spurplan-Analyse (Allgemeines Forum)

Christian_S, Mittwoch, 15. November 2017, 14:26 (vor 366 Tagen) @ sb


Vernünftigerweise sollte man bei der geographischen Streckenvereinigung bereits von Linien- auf Richtungsbetrieb wechseln, wobei das mittlere Streckengleis Neudietendorf – Erfurt dem SPNV beider Fahrtrichtungen dienen sollte, nicht das nördliche.

Nicht unbedingt, das bringt betrieblich keine Vorteile. Als jemand, der diesen Bereich disponiert kann ich Dir aus Erfahrung sagen: Die Nutzung des nördlichen Gleises als zusätzliches Gleis bringt vor allem für das Durchfahren von Güterzügen große Vorteile. Nicht immer ist Gleis 9 als direkter Durchfahrweg Weimar - Gotha verfügbar, häufig kreuzen sich dort Fahrstraßen. Da der Verkehr von der SFS aus Richtung Leipzig nicht so dicht ist, dass man im Einfahrbereich dieser Strecke nach Erfurt hinein keine Kapazitäten hätte, lässt sich die Durchfahrt über die nördlichen Bahnhofsgleise, egal ob mit oder ohne Bahnsteig, oft einfacher realisieren. Und dann ist eine Fahrt ins nördliche Streckengleis Richtung Neudietendorf der unkomplizierteste Weg, da sich dann keine Fahrwege mit von/nach Neudietendorf ein- oder ausfahrenden Regionalzügen ausschließen. Außerdem kann man über das nördliche Gleis Güterzüge am besten auf Neudietendorf zuführen und diese in den nördlich der Bahnsteige gelegenen Gleisen kurz "parken", wenn aus Erfurt noch ICE- oder RE-Züge kommen, die ab Neudietendorf vorausfahren sollen. So schließen sich die Fahrwege von Güter- und Personenzügen so gut wie nie aus.

Im Ostkopf gab es ursprünglich mal eines im Entwurf. Immerhin unterfahren die Strecken 6300 (nach Erfurt Ost) und 6302 (nach Erfurt Nord) ja die Strecke 5919 (VDE8) kreuzungsfrei. Etwas weiter östlich hätte man auch eine Unterfahrung der Strecke 6340 (nach Weimar) durch die 5919 (VDE8) realisieren können um zumindest von Gleis 9/10 kreuzungsfrei auf die VDE8.2 zu gelangen.


Richtig, und zwar auch hier bei der geographischen Streckenverzweigung:

Beides ist noch nachrüstbar und wäre sinnvoll für künftige Optimierungsinvestitionen.

Die Verzweigungsmöglichkeiten im Ostkopf sind gar nicht so schlecht, lassen oft parallele Fahrwege zu und haben vor allem auch relativ hohe Geschwindigskeitsprofile (das ist im Westkopf nicht ganz so günstig).
Entscheidender Fehler, der im Ostkopf gemacht wurde, ist die langsame, enge Ein- und Ausfahrt aus dem Güterbahnhof, noch dazu mit der Querung der SFS-Gleise. Ein langer Güterzug, der aus dem Stand beschleunigen muss in Richtung Vieselbach, macht aufgrund der Topografie und der geringen Ausfahrgeschwindigkeit aus den Gütergleisen ggf. mehrere Minuten lang alle Fahrwege zu.


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