bezüglich IC/IR-Netze und Open Access. (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Montag, 14.04.2014, 08:01 (vor 4389 Tagen) @ Holger2

Hallo Holger2,

Ich denke, dass das Schweizer IC-Netz eher mit einem zügigen RE-Netz vergleichbar ist, als mit einem IC(E)-Netz wie in Deutschland.

Jein.

Ja: wenn IC und IR zusammen betrachtet. Beide gelten in CH als Fernverkehr. Und mit den neuen Twindexxen werden die auch einheitliches Fahrzeugmaterial haben.
Nein: wenn man nur die ICs betrachtet, dann fahren diese sehr wohl relativ lange Strecken (Kantenzeit 30 Minuten oder mehr) nonstop. Der ITF wurde ja auch genau auf diese Systemzeit ausgelegt.

Bei uns hat NS laut deren Blickpunkt den "IR" (sneltrein) eingestellt, aber in Wirklichkeit ist der "IC" zu einem "besseren IR" evoluiert.
Bis 2007 fuhr z.B. der IC Utrecht - Ede-Wageningen nonstop, der IR hielt in Driebergen-Zeist und Veenendaal-De Klomp. Ab 2007 wurde das ein "IC" der die beiden IR-Bahnhöfe abwechselnd bedient.

So wie eigentlich auch in anderen Ländern dieser Größe, wie etwa NL oder AT, ist das IC-Netz eben nicht eigenwirtschaftlich finanziert, sondern wird als Teil der staatlichen Daseinsvorsorge subventioniert.

Australien (AU) eher nicht...:)

Zumindest die Instandhaltung des Netzes wird bei uns staatlich organisiert und subventioniert. Der Betrieb der "IC"-Leistungen kann NS in Theorie eigenwirtschaftlich machen; das Unternehmen gleicht die verlusttragenden "Sprinter" damit aus.
Die an den Kontraktsektor vergebenen Strecken werden von nicht-NS-Bahnen gefahren (Arriva, Veolia usw.). Der Verfahren ist ähnlich wie in Deutschlnd (bestellter Nahverkehr).

Im Regionalverkehr kann man aber auch in Deutschland nicht von Open-Access reden. Natürlich wird der Verkehr ausgeschrieben, aber während des Betriebs besteht ja keine Konkurrenz der Verkehrsunternehmen untereinander.

Open-Access wäre, wenn Trassen vorgelegt werden und Unternehmen diese unter gleichen Bedingungen bestellen können. So wie der Fall bei der Betuweroute.
Man kann sich allerdings die Frage stellen, ob sowas im Personenverkehr überhaupt funktionieren würde.

1. In Italien fahren Trenitalia und NTV dieselben Strecken. Allerdings erhält NTV ungünstigere Trassen als Trenitalia. Also nur "Open Access", wenn Trenitalia es passt.
2. Bei uns ist Kapazität angesagt. Maximale Kapazität = minimale Differenz in Fahrzeit. Wer schneller fahren möchte, ist also im Nachteil.
3. Man kann Trassen vorgeben, aber die müssen dann auch passen. Arriva möchte gerne "IC"s Arnhem-Den Haag/Rotterdam anbieten, erst recht weil NS diese Verbindung nicht mehr direkt anbietet. Allerdings möchte Arriva nur dann fahren, wenn die Regionalbahnen aus Doetinchem und Winterswijk in Arnhem eintreffen und somit ein schlanker Umstieg entsteht.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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