Italienische Bahn will nach Deutschland (Allgemeines Forum)

naseweiß, Freitag, 11.04.2014, 11:12 (vor 4395 Tagen) @ flierfy

Es ist eben nicht euer Problem, sondern unseres und vor allem das Italiens. Während wir euch die SFSen bis an die Haustür bauen und somit der Schweiz eine erstklassige Anbindung an wichtige Metropolen schaffen, stellt sich die Schweiz umgekehrt als grosser Bremsklotz im Verkehr von und nach Italien dar.

Das Bremsen können die Italiener auch ganz ohne die Schweiz. Für die Verbindung von Norditalien Richtung Wien wurde die Pontebbana gebaut. Und, was fährt da heute an schnellem SPFV - praktisch nichts! Ok, Koralm und Semmering fehlen noch - aber das allein kann es nicht sein. Die TGV Paris-Milano werden zwischen Torino und Milano nicht auf die SFS gelassen und in Milano muss an irgendwelchen zweitrangigen Bahnhöfen gehalten werden - toll! Die einstmal geplante Monte-Ceneri-SFS wird auch nicht so schnell kommen - schlicht und einfach zu teuer. Das wäre übrigens eine Umfahrung der Schweiz, da die geopraphisch kürzere Route wohl über Simplon, Wallis und Lausanne ging. Die Führung Richtung Lyon ist wegen der an Lyon vorbeiführenden LGV-Nord-Süd-Kette deutlich schneller und schafft auch schnelle Fahrmöglichkeiten zu weiteren französischen Zielen, eben Lyon selbst oder auch Südfrankreich.

Arth-Goldau mag für den regionalen Takt-Verkehr sehr wichtig sein. Für einen Zug, der auf Reisende zwischen Frankfurt(M) und Milano abzielt, ist es das nicht.

Angesichts der Gesamtreisezeit Frankfurt-Milano ist der Streit um den Halt in Arth-Goldau äußerst lächerlich.

Mein Kompromissvorschlag für eine Verbindung Frankfurt-Milano wäre: Die Schweiz möchte schließlich mit dem GBT einen 30-min-Takt Zürich-Lugano mit IC/ECs einführen, also eine Ausweitung gegenüber heute. Ein 2h-Takt der ECs kommt heute und auch weiterhin sowieso nicht aus Zürich, sondern von Basel-Olten-Luzern. Von dem um 30 min versetzten neuen ICs könnte genauso abweichend ein Zugpaar (!) nicht aus Zürich kommen, sondern nur über einen Pendel Zürich-Arth-Goldau angebunden werden - gerade zu Zeiten geringerer Nachfrage für den Pendelverkehr Zürich-Tessin. Auf Arth-Goldau-Lugano würde unser internationaler Zug die Trasse und die Rolle des ICs mit allen drei Zwischenhalten (Arth-Goldau, Bellinzona, Lugano?) übernehmen. Nördlich von Arth-Goldau kann man dagegen ohne Zwischenhalt und Umwege zwischen den Güterzügen mitschwimmen, also über Rotkreuz, Brugg und Muttenz nach Basel-Bad-Bf.

Gruß, naseweiß

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