Italienische Bahn will nach Deutschland (Allgemeines Forum)

Twindexx, St. Gallen (CH), Sonntag, 06.04.2014, 21:48 (vor 4400 Tagen) @ flierfy
bearbeitet von Twindexx, Sonntag, 06.04.2014, 21:52

Hoi,

Aber eben keine Trasse für einen Open-Access-EVU.

Bist Du dir der Tragweite dieser Forderung wirklich bewusst? Ich denke nicht.

Steuergeld für zusätzliche Infrastruktur zu investieren, damit Private Gewinn machen können. Gehts noch?

TomTom sagt ja. Und die haben einen ziemlich präzisen Routenplaner. Aber du kannst das mit eigenen Fahrzeiten kontern.

Dann liegt TomTom falsch. Der Zug wird mindestens eine Viertel Stunde schneller sein als das Auto.

Für 3 h Fahrzeit in einem Fernzug sind 300 km ziemlich kurz. Das schafft ja jeder schnellere Regionalexpress.

Das sehe ich anders, 3 h für 300 km geht völlig in Ordnung bei der Topografie. Wir sind hier nicht im flachen Deutschland sondern in der hochalpinen Schweiz. Und 300 km ist längst eine IC-Distanz. Selber Schuld, wer das im Regionalverkehr fährt.

Frankfurt(M)-Basel dauert mit DB Fern 2:44 h. Dabei ist die Fahrt nicht nur eine Stunde schneller als Zürich-Milano, sie wird auch dann noch schneller sein, wenn die Alpen querenden Tunnelstrecken in Betrieb gehen. Und dass obwohl der Fahrweg 10% länger ist.

Schau lieber nochmal in den Fahrplan, bevor Du das nächste Mal sowas schreibst. Du hast nämlich Unrecht.

Zeit verbummelt wird also hauptsächlich in der Schweiz.

Vollkommener Stuss!

Es geht nicht um Anschlussreisende, sondern um eine Direktverbindung zwischen Frankfurt(M) und Milano. Und die braucht keinen Halt in Arth-Goldau.

Wenn sie im Takt eingebunden wird, dann schon.

Doch, das Zeit-Budget der Reisenden hindert sie daran, solche Züge zu benutzen. Wenn man den ganzen Tag unterwegs sein würde, fährt man nicht mit der Bahn, sondern fliegt.

Aha, was glaubst Du eigentlich, wieviel der Halt in Arth-Goldau an Zeit beansprucht? Es sind lächerliche sechs Minuten. Und sechs Minuten bei über sieben Stunden Reisezeit machen genau nichts aus. Deswegen wird bei niemandem das Zeit-Budget durcheinander geraten.

Kurze Fahrzeit und viel Kapazität. Lässt sich erreichen durch hohe Geschwindigkeiten an der Erdoberfläche, wo sich viel mehr Zeit gewinnen liesse und es auch einfacher ist, mehr Gleise zu verlegen, und eine kleine Bandbreite an Geschwindigkeiten im Tunnel. Eben wie im Eurotunnel.

Und jetzt verrate uns mal, wie man ausserhalb des Tunnels schneller fahren soll? Meinst Du etwa, dass man da einfach über die vorhandenen Gleise mal einfach so schneller drüberfahren kann? Nein, dem ist garantiert nicht so.
Und zum Thema mehr Gleise verlegen: Da die jetzt geplanten Gleisanlagen für die geplanten Verkehre ausreichen werden, für was sollte man das tun? Achja, für deinen Open-Access-Verkehr. Also wieder das Thema Steuergeld für privaten Gewinn. Also vergiss es oder der Private bringt das Geld selbst mit.

Nur stellt sich mir die Frage, was der Verweis auf einen Eurocity Zürich-Milano soll, wenn eine Direktverbindung Frankfurt(M)-Milano verlangt ist.

Man kann nicht alles haben. Die SBB wollten ursprünglich einen Zweistundentakt EC Frankfurt - Milano fahren. Aber erstens hat sich gezeigt, dass diese so im deutschen Abschnitt wegen des fehlenden Ausbaus nicht fahrbar wären (wer bremst nun?) und in Italien die von Trenitalia zugesicherten Fahrplantrassen nicht hätten erreicht werden können.

Und nun gibt es ja eben die Idee, einzelne EC der Lötschberg-Simplon-Achse nach Frankfurt durchzubinden, womit man ja EC Frankfurt - Milano hätte, die keine einzige Minute länger unterwegs wären als via Gotthard. Aber solange der deutsche Ausbau noch auf sich warten lässt, ist das alles andere als einfach. Stichwort Trassenkapazität Rheintalbahn. Also wieder: Wer bremst hier?

Haltlos ist der Vorwurf erst, wenn ein EVU eine passable Trasse für einen Personenzug quer durch die Schweiz zu vernünftigen Preisen erhält.

Hör mal gut zu:
Die Neat auf der Gotthardachse kostet den Schweizer Steuerzahler 12.49 Milliarden Franken. Im Bezug auf die Bevölkerung entspricht dies in Deutschland Kosten von umgerechnet 101.23 Milliarden Euro. Oder anders gesagt: Die Schweiz baut zehnmal die Hochgeschwindigkeitsstrecke Nürnberg - Berlin. Und dann muss man sich hier einen solchen abenteuerlichen Blödsinn von Dir hier anhören lassen?!?

Einfache Regel: Wer zahlt, schafft an. Zahlen tut die Schweizer Staatskasse mit Schweizer Steuergeldern, also darf die Schweizer Regierung auch sagen, wie der Laden läuft. Wenn das der EU nicht passt, kann sie ja einen eigenen Tunnel finanzieren. Tut sie aber nicht, weil die Schweizer Neat eben doch für die EU-Wirtschaft zu einem volkswirtschaftlichen Gewinn führen wird.


Grüsse aus der Ostschweiz.

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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.


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