Zuerst die Strecken, die heute schon gebraucht werden (Allgemeines Forum)

Alphorn (CH), Sonntag, 13.04.2014, 21:04 (vor 4385 Tagen) @ flierfy
bearbeitet von Alphorn (CH), Sonntag, 13.04.2014, 21:04

Die Infrastruktur reicht für einen "hohe Passagierzahlen zuerst"-Fahrplan. Strecke ausbauen für 3 Sprinter pro Tag? Nicht solange viele der 40 ICs pro Tag zwischen Bern und Zürich übervoll sind.

Einzelne Züge werden bei anderen Bahnen auch ohne Ausbau mit durch geleitet. Nur in der Schweiz muss man wegen einem Zug gleich anfangen, neue Gleise zu bauen? Das klingt unglaubwürdig.

In der Schweiz kennt man den Fahrplan, bevor man die Infrastruktur baut. Wenn auf eingleisiger Strecke zwei Züge kreuzen müssen, dann wird dort und nur dort eine Doppelspur gebaut. Dieses System (Fahrplan zuerst) kommt mehr und mehr zum Einsatz, im grossen Stil z.B. jetzt in Österreich.

Und warum wurde dann nicht vor der Überholung nicht schon 6 Minuten schneller gefahren? Richtig, weil das Reserven sind.

Ich rede eher von den Bummel-Reserven, die durch den ITF entstehen. Weil man Züge nicht zu früh in einem Umsteigebahnhof haben will, wird auf der Strecken schon mal langsamer gefahren. Und genau diese Reserve kann man für eine Überholung heben.

Diese Bummel-Reserven existieren in der Schweiz fast nirgends und am Gotthard definitiv nicht. Die Strecken wurden für den ITF gerade genug beschleunigt, um die nächstfrühere Knotenzeit zu erreichen. Mit Einführung des ITF sank die Fahrzeit Zürich-Bern um 12 Minuten, Zürich-Basel um 2 Minuten, Bern-Basel um 13 Minuten, Bern-Biel um eine Minute, Bern-Lausanne um 3 Minuten, Biel-Lausanne um 10 Minuten. Ab 2019 reicht der ITF durch den Gotthard, und auch da wird nichts verbummelt: Die Fahrzeit zwischen den ITF-Knoten Zürich und Lugano reicht so knapp, dass schon für einen einzigen zusätzlichen Halt (3 Minuten Zeitverlust) Neigetechnik nötig ist.

Es bleibt dabei: Wenn ein Taktzug sich überholen lassen muss, verliert er in Zürich sämtliche FV-Anschlüsse ausser einem.

Du magst mit Zusatzkapazität neue Begriffe einführen. Es bedeutet aber nichts anderes als Reserve. Und wenn es in der Schweiz keine Trassen-Reserven gibt, dann wurde schlicht auf Kante genäht. Da brauchst du auch nicht weiter um den heissen Brei drumrum reden.

Auf Kante genäht heisst, instabil zu sein (so wie die Personalausstattung im Stellwerk Mainz). Der schweizerische Fahrplan ist sehr stabil. Zusätzliche Kapazitäten baut man erst dann, wenn feststeht, dass sie gebraucht werden.


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