Italienische Bahn will nach Deutschland (Allgemeines Forum)

Twindexx, St. Gallen (CH), Freitag, 11.04.2014, 17:43 (vor 4395 Tagen) @ flierfy

Hoi,

Ja, sicher. Schweizer fahren im TGV mit Hochgeschwindigkeit in kurzer Zeit an hunderten französischen Dörfern vorbei, während die Franzosen in der Schweiz nur Züge benutzen können, die an jeder Milchkanne halten.

Ja klar, weil
A) die Siedlungsstruktur beider Länder grundverschieden ist und
B) die Schweiz diese französischen Hochgeschwindigkeitsstrecken auch tatkräftig mitfinanziert hat.

Du merkst schon, dass du Rosinen-Pickerei betreibst und Europa einen ganz schlechten Tausch macht mit der Schweiz?

Nein, dem ist nicht so.

Es ist eben nicht euer Problem, sondern unseres und vor allem das Italiens. Während wir euch die SFSen bis an die Haustür bauen und somit der Schweiz eine erstklassige Anbindung an wichtige Metropolen schaffen, stellt sich die Schweiz umgekehrt als grosser Bremsklotz im Verkehr von und nach Italien dar.

Die Schweiz baut die Neat, also ist die Schwiez sicher mal kein Bremsklotz. Eure SFSen glänzen übrigens eher mit den Schlagzeilen "Kostenexplosion" und "Massive Verzögungerungen".

Und wen fährt die SBB wohl durch die Landschaft? Genau, Privatpersonen, Angestellte von privaten Unternehmen usw. Und unter Anderem durch diese Ortsveränderung machen Personen und Unternehmen Geschäfte, die in der Regel Gewinne einbringen.

Ich kann mich nicht erinnern, dagegen etwas gesagt zu haben.

Du hast nicht in Ansätzen verstanden, wie Open Access wirkt. Es ist gerade dieser Verkehr, der schwach nachgefragte Verbindungen auf der Schiene herstellt. Von Sabotage kann da keine Rede sein.

Scherzkeks: Natürlich sabotieren Open-Access-Verkehre schwach nachgefragte Verbindungen. Denn kein Open-Access-Betreiber wird eine Verbindung mit einem Kostendeckungsgrad betreiben, der unter 100% liegt. Genau deshalb wurde ja bei der DB der Interregio eingestellt, weil er nicht kostendeckend war.
In der Schweiz gibt es da aber den behördlichen Auftrag an die SBB, solche defizitären Züge weiterzubetreiben. Um die Kosten dafür decken zu können, müssen die SBB ihren Gewinn von lukrativen Verbindungen umschichten. Das ginge natürlich nicht, wenn auf den lukrativen Strecken ein Open-Access-Betreiber den SBB dort den Gewinn abjagen würde.

Konkurrenzfähig ist die Bahn nur dort bei gleicher Reisezeit, wenn das Parken von Autos am Ausgangsort oder am Ziel teuer ist. Das ist aber nur im Zentrum von grossen und grösseren Städten der Fall. Schon an deren Rändern ist Parken zu billig, so dass der ÖV hier kaum einen Stich sieht.

Es geht bei weitem nicht um die Kosten. Wenn jemand bei gleicher Reisezeit entweder selber fahren müsste oder bequem gefahren werden kann, was wird derjenige dann tun? Natürlich wird er gefahren werden wollen. Erst recht wenn es über drei Stunden geht. Diese Rechung geht auch schon ab einer Stunde Reisezeit auf. Kosten sind nicht alles, Parkiergebühren erst recht nicht.

Dann kuck dir mal die Landschaft zwischen Mannheim und Stuttgart an, oder zwischen Frankfurt(M) und Köln. Dort ist es auch nicht flacher als im schweizer Mittelland.

Und was soll uns das sagen? Richtig: Gar nichts! Eine SFS von Basel zur Neat würde ein vielfaches von Kosten, was deine beiden SFSen da zusammen gekostet haben. Warum wohl? Vielleicht weil da doch nicht alles Mittelland ist?
Ich behaupte einfach mal, dass Du von Schweizer Geografie nicht die geringste Ahnung hast.

Ich brauch nichts zu glauben, ich setze allein auf Wissen.

Falsch. Du setzt auf irgendeine eigene Phantasie.

Und auch wenn du es nicht glauben oder vielmehr nicht wahr haben willst, aber ein Zug braucht in der Tat nicht alle Nase lang einen Anschluss. Es reicht, wenn er an beiden Linienenden gut gefüllt wird. Und dieser Zug wird in Frankfurt(M)Hbf, Milano Centrale und ein paar anderen Zwischenstationen Anschluss an die örtlichen Metro-Netze haben. Das reicht vollkommen aus.

Nein, tut es nicht.

Muss man eben nicht. Wenn der Zug nicht genug angenommen wird, wird er wieder eingestellt oder er verkehrt nun an ausgewählten Tagen.

Tolle Übung, da kann man es ja auch gleich bleiben lassen.

Übrigens kannst du dich nicht ober beschweren, dass Open Access den Taktverkehr kanibalisiert und die ausbalancierte Kalkulation der Konzessionäre torpediert, wenn du diesem Verkehr an dieser Stelle Halte in Arth-Goldau und das Geschäft mit Teilstreckenreisenden regelrecht aufdrängst.

Du verstehst echt gar nichts, von dem was ich schreibe. Der Halt in Arth-Goldau wäre für einen angebotsintegrierten SBB-EC Frankfurt-Milano in DB/TI-Kooperation, den es durchaus geben könnte.

Arth-Goldau mag für den regionalen Takt-Verkehr sehr wichtig sein. Für einen Zug, der auf Reisende zwischen Frankfurt(M) und Milano abzielt, ist es das nicht.

Dann fahr halt via Lötschberg-Simplon. Dein Gejammer ist ja unglaublich.
Arth-Goldau ist für den Fernverkehrstakt sehr wichtig. Durch Taktintegration haben Reisende Frankfurt-Milano den Vorteil, mehrere Verbindungen täglich zur Auswahl zu haben. Lieber einmal in Arth-Goldau halten, als nur einmal am Tag ein Zug oder gar nur an bestimmten Tagen.

Wenn du für einen einzelnen Zug extra Gleise brauchst, dann stellt sich die Frage nach der Zukunftsfähigkeit des Netzes. Die Schweiz wird in den kommenden Jahren weiter wachsen. Da setze ich voraus, dass das schweizer Netz noch ein paar Reserven aufweist.

Die Zukunftsfähigkeit des Netzes ist dank FABI gegeben.

Man kann im Blockabstand vor oder hinter einem Takt-ICE fahren. Das kostet eine Trasse für den GV. Aber es geht, wenn man will.

Nein, es geht nicht. Da kannst Du auch DB Netz fragen, wenn Du mir nicht glaubst.

Offizielle SBB-Aussage: Wenn die Rheintalbahn fertig ausgebaut wäre, könnten direkte EC Frankfurt - Milano im Zweistundentakt eingeführt werden. Solange muss man halt in Basel oder Zürich von den vorhandenen ICE aus umsteigen.

Und die NVBW ist insgeheim wohl eher froh, wenn sie einen Grund hat, nicht mehr Verkehr bestellen zu müssen.

Es geht nicht um mehr Verkehr, sondern darum, dass die bereits fahrenden Züge schon nicht dort halten können, wo es sinnvoll wäre. Einfach weil die Strecke aus Überlastung diese Halte nicht zulässt.


Grüsse aus der Ostschweiz.

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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.


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