Italienische Bahn will nach Deutschland (Allgemeines Forum)

Re 8/12, Winterthur, Freitag, 11.04.2014, 06:35 (vor 4396 Tagen) @ Twindexx

Die Erfahrung zeigt, dass das reicht, um 80% der Nachfrage auf die Schiene zu lenken.

Dieses Thema hatten wir neulich schon mal. Dass die Schiene in gewissen Marktsegmenten Marktanteile in einer Grössenordnung von 80% erreichen soll, mutet zwar ziemlich abenteuerlich an, aber ich will es nicht partout bestreiten. Nur dürfte es sich dabei dann eben um ganz kleine Segmente handeln, die im Vergleich zum gesamten Verkehrsaufkommen kaum von Bedeutung sind. (Alles andere müsste mit konkreten Zahlen belegt werden.)

Allein das, was man zwischen Müllheim (Baden) und Frankfurt an Landschaft sieht, ist schon mal um einiges flacher als alles, was man in der Schweiz vorfindet.

Auch wenn es in der Schweiz keine so ausgedehnten Ebenen gibt wie die Norddeutsche und die Oberrheinische, so führen doch auch hier viele Bahnlinien durch weitgehend flache Schotterfelder und sind entsprechend kurvenarm trassiert. Schnelle Verbindungen wären von der Geographie her durchaus auch in der Schweiz möglich - ich meine damit nicht zwingend solche mit 300 km/h, sondern ab 160. Es ist eine politische Entscheidung, darauf zu verzichten.

Halten wir uns einfach mal die Grössenordnungen vor Augen: Auf der Nord-Süd-Achse werden wir mit dem Gotthard-Basistunnel zwischen Zürich und Mailand eine Fahrzeit von 3 Stunden erreichen, wobei die Systemreisezeit zwischen den beiden Knoten 3 1/2 Stunden beträgt. Das entspricht einer Geschwindigkeit von 83 bzw. 70 km/h; mit Blick auf den ganzen Aufwand schon ein eher ernüchterndes Ergebnis. Wenn nun in unseren Nachbarländern die Frage auftaucht, ob es nicht möglich wäre, wenigstens bei den grössten Nachfragespitzen etwas schnellere Verbindungen für Transitreisende zu ermöglichen, so finde ich das absolut verständlich.

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