Italienische Bahn will nach Deutschland (Allgemeines Forum)

caboruivo, CH, Freitag, 11.04.2014, 12:02 (vor 4385 Tagen) @ naseweiß
bearbeitet von caboruivo, Freitag, 11.04.2014, 12:03

Hallo

Die einstmal geplante Monte-Ceneri-SFS wird auch nicht so schnell kommen - schlicht und einfach zu teuer. Das wäre übrigens eine Umfahrung der Schweiz, da die geopraphisch kürzere Route wohl über Simplon, Wallis und Lausanne ging. Die Führung Richtung Lyon ist wegen der an Lyon vorbeiführenden LGV-Nord-Süd-Kette deutlich schneller und schafft auch schnelle Fahrmöglichkeiten zu weiteren französischen Zielen, eben Lyon selbst oder auch Südfrankreich.

Diese Mont-Cenis-NBS kannste eh rauchen. Die hat keinen verkehrstechnischen Zweck. Ausser die SNCF und die Trenitalia wollen sich gegenseitig die Zähne zerfleischen. SNCF-NTV-TGV/Italo und Trenitalia-Thello-Kisten graben sich gegenseitig das Wasser ab? Toll.

Arth-Goldau mag für den regionalen Takt-Verkehr sehr wichtig sein. Für einen Zug, der auf Reisende zwischen Frankfurt(M) und Milano abzielt, ist es das nicht.

Angesichts der Gesamtreisezeit Frankfurt-Milano ist der Streit um den Halt in Arth-Goldau äußerst lächerlich.

Warum in Goldau gehalten wird, wurde an der Stelle schon mehrmals erklärt. Die Einwohnerzahl ist für Schnellzugshalte in der Schweiz nur zweitrangig. Aus irgend einem Grund besitzt Wettingen als einwohnerstärkste Stadt des Kantons Aargau keine InterRegio-Halte...


Mein Kompromissvorschlag für eine Verbindung Frankfurt-Milano wäre: Die Schweiz möchte schließlich mit dem GBT einen 30-min-Takt Zürich-Lugano mit IC/ECs einführen, also eine Ausweitung gegenüber heute. Ein 2h-Takt der ECs kommt heute und auch weiterhin sowieso nicht aus Zürich, sondern von Basel-Olten-Luzern. Von dem um 30 min versetzten neuen ICs könnte genauso abweichend ein Zugpaar (!) nicht aus Zürich kommen, sondern nur über einen Pendel Zürich-Arth-Goldau angebunden werden - gerade zu Zeiten geringerer Nachfrage für den Pendelverkehr Zürich-Tessin. Auf Arth-Goldau-Lugano würde unser internationaler Zug die Trasse und die Rolle des ICs mit allen drei Zwischenhalten (Arth-Goldau, Bellinzona, Lugano?) übernehmen. Nördlich von Arth-Goldau kann man dagegen ohne Zwischenhalt und Umwege zwischen den Güterzügen mitschwimmen, also über Rotkreuz, Brugg und Muttenz nach Basel-Bad-Bf.

Achtung: Das mit den EC-Zweistundentakten war ja mal geplant, inklusive Durchbindung der Basler-EC nach Frankfurt, damit Luzern wieder Direktzüge nach Deutschland hat. Nun wurde die ganze Planung durch die Trenitalia über den Haufen geworfen. Es wird einen EC-Stundentakt Zürich–Mailand und IC-Zweistundentakte Basel–Lugano und Zürich–Lugano geben, jeweils mit dem IR Basel/Zürich–Erstfeld als Zuläufer zum alternierenden Zuglauf. Wie sich eine Luzerner Anbindung gestalten wird, wird sich noch zeigen. Man kann ja eventuell über EC Frankfurt–Basel–Zürich–Mailand diskutieren, aber um die paar Minuten wegen den Halten kommt es eh nicht drauf an. Wer es eilig hat, fliegt. M.W. gibt es ja Flüge von Frankfurt nach Linate, nicht nur nach Malpensa.

Zudem brauchte dein Zug eine zweite stündliche Trasse auf dem italienischen Abschnitt, was zähe Verhandlungen mit sich bringen würde. Und wenn dieser Spezialzug innerhalb der Schweiz auf Teilstrecken den Taktzug übernehmen wird, wäre auch die SBB wieder in das Vorhaben integriert.

Gruss

--
Nur falsche Prinzen reiten auf dem Schimmel, richtige in der Lokomotive


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