Italienische Bahn will nach Deutschland (Allgemeines Forum)

flierfy, Samstag, 05.04.2014, 11:01 (vor 4393 Tagen) @ Twindexx

Aber es gibt auch noch anderes zu bedenken. Neben dem SBB-Halbstundentakt im Fernverkehr durch den Basistunnel soll die restliche Kapazität wirklich dem Güterverkehr entsprechend dem Verfassungsauftrag der Verlagerung zur Verfügung stehen. Es ist nicht das Ziel, dass anderweitige Verkehre diese Kapazitäten in Anspruch nehmen. Für den Güterverkehr sollen pro Stunde und Richtung sechs Trassen zur Verfügung stehen. Dummerweise sind sechs Güterzugtrassen pro Stunde mit 100 km/h zusammen mit einem Halbstundentakt im Personenverkehr mit 200 km/h schon das betrieblich sinnvolle Maximum. Nach dem IC/EC werden jeweils drei Güterzüge im Blockabstand in den Tunnel einfahren. Nach 57 km Tunnel naht hinter dem dritten Güterzug schon bald wieder der nächste IC/EC eine halbe Stunde später. Das kommt von den Geschwindigkeitsunterschieden.

Damit bestätigst du, dass die Schweiz sich nicht nur allein selbst genügt und auf ihre Nachbarn pfeifft, sondern den Transitverkehr aktiv behindert. Sie bleibt somit der grösste Bremsklotz im kontinentalen SPFV. Angesichts dessen frag ich mich ernsthaft, welchen Sinn es für Deutschland eigentlich macht, die Kapazitäten und Geschwindigkeiten am Oberrhein für viel Geld auszubauen, wenn wir damit hauptsächlich die Anbindung eines egoistischen Bergvolkes verbessern, die Verbindung im Personenverkehr nach Norditalien aber weiterhin grottig bleibt.

Darüber hinaus mutet es abenteuerlich an, Züge in einem Tunnel 200 km/h schnell fahren zu lassen, wenn sie an der Erdoberfläche bei deutlich geringerem Luftwiderstand selten über 140 km/h hinaus kommen. Wie will die SBB diese Geschwindigkeit auf Dauer aufrecht erhalten, wenn mit zunehmenden Güterverkehr auch noch die Konflikte um Tunneltrassen steigen?


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