Italienische Bahn will nach Deutschland (Allgemeines Forum)

Twindexx, St. Gallen (CH), Sonntag, 06.04.2014, 15:15 (vor 4401 Tagen) @ flierfy
bearbeitet von Twindexx, Sonntag, 06.04.2014, 15:16

Hoi,

Es geht um den Personenverkehr zwischen Frankfurt(M) und Milano. Da nützen Güterverkehrstrassen nichts.

Erstens: Die Neat wird in erster Linie für den Güterverkehr gebaut (Verfassungsauftrag)
Zweitens: Es hat ja zwei Personenzugtrassen pro Stunde und Richtung.

Und genau das ist es ja, was so grottig ist. Eine Fahrzeit von 3 h bekommt man auch mit dem Auto hin.

Bekommt man nicht.

Und wenn man schon für das kurze Stückchen 3 h braucht,

Fast 300 km sind nicht kurz.

wie lang ist man dann erst zwischen Frankfurt(M) und Milano unterwegs?

7h 45min. Wenn die die Deutschen ihren Streckenausbau Frankfurt - Basel abgeschlossen hätten, wären es dann ca. 6h 30min. Viel Zeit geht also wegen des fehlenden Ausbaus auf deutscher Seite verloren.

Deutschlands Anbindung hängt nicht von der Rheintalbahn ab. Für das Geld, was dieser Ausbau kostet, könnten wir uns bessere Verbindungen nach Polen, Dänemark und die Niederlande bauen. Dort finden unsere Verkehrswege wenigstens eine adäquate Fortsetzung und die Züge bekommen die benötigten Trassen.

Die benötigten Züge bekommen auch in der Schweiz die benötigten Trassen, siehe IC/EC-Halbstundentakt künftig im Gotthard-Basistunnel.
Übrigens ist die Fahrzeit Frankfurt - Basel auch drei Stunden lang, dabei ist die Strecke gar nicht wirklich länger als Zürich - Milano. So ein Fingerzeig auf die Fahrzeit Zürich - Milano ist also schon recht arrogant, wenn man es auch selbst nicht besser auf die Reihe bekommt.

Du vergisst jedoch zu erwähnen, dass der Zug durch die Landschaft bummelt und in Arth-Goldau hält.

Du vergisst, dass damit Anschlussreisende aus den Regionen Zürich/Zug oder Luzern/Basel/Deutschland ihre Anschlusszüge erreichen. Wenn Du beispielsweise in Basel aus dem ICE in den IR zum Gotthard umsteigst, dann willst Du nicht, dass dann in Arth-Goldau der schnelle IC aus Zürich einfach durchfährt, sondern anhält um Dich einsteigen zu lassen.

Somit ist es kein Angebot, dass für Fahrten zwischen Frankfurt(M) und Milano brauchbar ist.

Doch sicher, denn es hindert Dich ja niemand daran, in diesen Zug einzusteigen.

Die grossen Geschw-Unterschiede fressen aber die Trassen auf. Und das genau in einer Engstelle des Eisenbahnverkehrs zu praktizieren, ist ziemlich idiotisch. Der Eurotunnel wird da sehr viel besser betrieben. Hier wird auch der schnelle Fernverkehr auf 160 km/h gebremst. So passen mehr Züge durch die teure Infrastruktur.

Oben beschwerst Du dich noch, dass knapp drei Stunden Fahrzeit zu lange wären und hier willst Du jetzt noch eine Geschwindigkeitsreduktion für die EC/IC, welche natürlich die Fahrzeiten verlängern würden. Das passt nicht zusammen. Entscheide Dich, was Du willst.

Und genau das ist das Egoistische an der Sache. Die Kapazitäten werden allein für schweizer Binnenverkehr vorgehalten. Der internationale Fernverkehr wird in keiner Weise berücksichtigt.

Du scheinst offensichtlich überhaupt nichts von dem zu lesen, was ich schreibe?

Nochmal: Es wird einen durchgehenden Eurocity-Stundentakt Zürich - Milano (alle 60 Minuten ein internationaler Fernverkehrszug!) pro Richtung mindestens 14mal am Tag geben. Also wird hier der internationale Fernverkehr in besonderem Masse berücksichtigt und längst nicht nur der Binnenverkehr.
Demzufolge ist Deine Anschuldigung des Egoismus auch absolut haltlos und sogar völlig daneben!


Grüsse aus der Ostschweiz.

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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.


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