Italienische Bahn will nach Deutschland (Allgemeines Forum)

Twindexx, St. Gallen (CH), Samstag, 05.04.2014, 13:31 (vor 4393 Tagen) @ flierfy
bearbeitet von Twindexx, Samstag, 05.04.2014, 13:33

Hoi,

Damit bestätigst du, dass die Schweiz sich nicht nur allein selbst genügt und auf ihre Nachbarn pfeifft, sondern den Transitverkehr aktiv behindert.

Nein, da liegst Du vollkommen falsch. Die Trassenkapazitäten im Transitgüterverkehr werden deutlich erweitert.

Sie bleibt somit der grösste Bremsklotz im kontinentalen SPFV.

Nein, da liegst Du vollkommen falsch. Das Angebot im Schienenpersonenfernverkehr wird deutlich ausgebaut. IC/EC-Halbstundentakt Zürich - Lugano bei Fahrzeiten von unter zwei Stunden.

Angesichts dessen frag ich mich ernsthaft, welchen Sinn es für Deutschland eigentlich macht, die Kapazitäten und Geschwindigkeiten am Oberrhein für viel Geld auszubauen, wenn wir damit hauptsächlich die Anbindung eines egoistischen Bergvolkes verbessern, die Verbindung im Personenverkehr nach Norditalien aber weiterhin grottig bleibt.

Nein, da liegst Du vollkommen falsch. Es werden am Gotthard stündliche EC nach Milano fahren, mindestens 14-mal täglich. Das ist das genaue Gegenteil von grottig, es ist ein sehr gutes Angebot. Zürich und Milano werden in unter drei Stunden miteinander verbunden.
Der Ausbau der Rheintalbahn dient dem Anschluss an die Neat und damit auch an diese guten EC-Verbindungen.

Das einzige egoistische ist Deine Sichtweise, den Rheintalbahnausbau in Frage zu stellen und damit die Anbindung Deutschlands an andere Ländern. Deine Sichtweise wäre also in Wahrheit ein grosser Bremsklotz des kontinentalen SPFV.
In die stündlichen EC nach Milano dürfen auch Leute einsteigen ohne Schweizer Wohnsitz, somit ist da gar nichts egoistisch.

Darüber hinaus mutet es abenteuerlich an, Züge in einem Tunnel 200 km/h schnell fahren zu lassen, wenn sie an der Erdoberfläche bei deutlich geringerem Luftwiderstand selten über 140 km/h hinaus kommen.

Da ist gar nichts abenteuerlich. Der Tunnel lässt diese Geschwindigkeiten zu, die Strecken ausserhalb des Tunnel nicht. Also fährt man im Tunnel schneller als draussen. Und da braucht es ausserhalb des Tunnels auch keine weiteren Beschleunigungen, denn die von der Regierung als Auftraggeber des Tunnels vorgegeben Zielfahrzeiten von 1:51 h für Zürich - Lugano werden auch so erreicht.

Wie will die SBB diese Geschwindigkeit auf Dauer aufrecht erhalten, wenn mit zunehmenden Güterverkehr auch noch die Konflikte um Tunneltrassen steigen?

Weil die Trassenvergabe so ausgelegt ist. Per Konzession des Bundes werden die SBB einen IC/EC-Halbstundentakt fahren. Und in der Trassenvergabe kommen die konzessionierten Fernverkehre als erstes an die Reihe. So sind diese Trassen gesichert. Gleichzeitig können zwischen diesen Personenzügen die Kapazitäten für den Güterverkehr gesichert werden indem der Bundesrat keine weiteren Personenzugkonzessionen ausstellt.

Man kann nicht davon ausgehen, dass per sofort auch sämtliche sechs stündlichen Güterzugtrassen ausgenutzt werden. Eher ist davon auszugehen, dass auch 2030 erst noch nur ca. drei davon in Anspruch genommen werden. Es sind also noch Kapazitätsreserven vorhanden. Wäre ja eine rechte Fehlplanung, wenn das Ding schon am ersten Tag voll ausgelastet wäre. Für Entwicklungen in der fernen Zukunft böte ausserdem noch die Lötschberg-Simplon-Achse weiteres Entwicklungspotenzial.

Solange eine Güterzugtrasse nicht von Güterzügen gebucht wird, kann diese schon von nicht konzessionierten Personenverkehren in Anspruch genommen werden. Aber sobald ein Antrag für eine Güterzugtrasse kommt, war es das dann ganz schnell wieder für den unkonzessionierten Verkehr.

Und mal angenommen, in der Volksabstimmung für eine zweite Gotthard-Strassenröhre würde diese abgelehnt, was gar nicht so unwahrscheinlich ist, dann wird der bestehende Gotthard-Strassentunnel wegen der Sanierung für drei Jahre komplett geschlossen ohne für den Strassenverkehr eine Alternative zu haben. In diesem Fall wird ein Bahnverlad am Gotthard eingerichtet, der drei Güterzugtrassen im Basistunnel beanspruchen wird (plus einige Trassen am Scheiteltunnel). Da die restlichen drei Trassen vom normalen Güterverkehr genutzt werden, wäre spätestens dann Schluss mit unkonzessionierten Personenverkehren.


Grüsse aus der Ostschweiz.

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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.


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