Trassengebühren für Güterverkehr auf dieser Strecke erhöhen (Allgemeines Forum)

Felix, Göttingen, Mittwoch, 12.09.2012, 10:25 (vor 4956 Tagen) @ Twindexx

Nur wenn die Kapazitätserweiterung nicht vom steigenden Güterverkehrsaufkommen, um dessentwillen die Kapazitätserweiterung überhaupt vorgenommen werden würde, aufgefressen wird.


Wie willst du das denn kontrollieren?

Ich will es nicht kontrollieren. Es stört mich überhaupt nicht, wenn der Autoverkehr alle Spuren auf der Autobahn nutzt. Du hattest folgendes geschrieben:

"Im Güterverkehr mag der Flächenverbrauch was den fahrbaren Untersatz betrifft etwa gleich viel Platz verbrauchen. Jetzt muss man aber bedenken, dass wenn wegen steigenden Güterverkehrsaufkommens eine Strasse ausgebaut wird, immer auch der Personenverkehr auf jenem Verkehrsmittel mitwächst.
Und hier ist das Problem, dass der Personenverkehr auf der Strasse mehr Fläche beansprucht als im Schienenverkehr. Dadurch führt ein Ausbau einer Autobahn nunmal zu einem grösseren Flächenverbrauch, als wenn man die Schiene ausbaut. Denn die erweiterte Kapazität wird nicht ausschliesslich vom Güterverkehr genutzt. Eine solche Kapazitätserweiterung macht einen Verkehrsträger auch attraktiver, woraus mittelfristig mehr Fahrten resultieren (auf der Schiene natürlich nur, wenn auch wirklich mehr Personenzüge fahren, beim MIV kann jeder selbst fahren)."

Und das ist Unsinn. Wenn heute das Staurisiko bei X ist und die Attraktivität der Autobahn für Autofahrer begrenzt und nach dem Anbau einer zusätzlichen Spur noch Kapazitäten für den MIV übrig bleiben, weil der Lkw-Verkehr sie nicht alle benötigt, dadurch das Staurisiko sinkt und die Autobahn für Autofahrer attraktiver wird - dann nimmt der MIV soweit zu, bis das Staurisiko wieder bei X ist.

Oder anders gesagt: Wenn man eine zusätzliche Autobahnspur anbaut, dann hat man genau so viel zusätzlichen Flächenverbrauch, die diese Autobahnspur eben verbraucht (in etwa so viel wie ein Eisenbahngleis) und nicht mehr.

Vielleicht fahren die Leute auch weniger. Vielleicht kommt dieser Plan auch überhaupt nicht durch. Der Tagi-Artikel hat 717 Kommentare, viele davon ablehnend.


Man muss irgendwann begreifen, dass Mobilität nicht zum Billigtarif angeboten werden kann.

Behauptet die Bahn- und Ökolobby. In anderen Ländern, mit denen die Schweizer einen Vergleich ziehen werden, denkt keiner darüber nach, das Autofahren so massiv zu verteuern wie es hier vorgeschlagen wird. Ich vermute, daß die Leute nicht einsehen werden, daß Autofahren in der Schweiz massiv teurer werden soll als in anderen Ländern. Knapp die Hälfte der Schweizer hat weder GA noch Halbtax, dürfte also eher selten Bahn fahren.

Der Güterverlagerung auf die Schiene haben in der Schweiz auch viele Autofahrer zugestimmt. Warum? Ganz einfach: Mehr Platz für sie auf der Strasse. Von Bahndiktatur oder Öko- und Bahnreligion kann absolut keine Rede sein. Jeder Bürger ist in seinem Entscheid frei.

Eben. Noch! Denn bisher beansprucht die Förderung der Bahn zwar öffentliche Mittel, führt aber zu keinen Nachteilen für die Autofahrer. Jetzt kommt aber die Forderung, das Autofahren massiv zu verteuern, so daß sich manche das Autofahren nicht mehr leisten können würden.


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