Fehlinvestition Schnellzug St.Gallen-Konstanz? (Allgemeines Forum)

ICE-T-Fan, Samstag, 08.09.2012, 23:44 (vor 4960 Tagen) @ Twindexx

Hoi,


Bei der Route via Friedrichshafen kommt noch hinzu, dass sie wahrscheinlich sogar günstiger ist, da billige Ländertickets statt der teureren FV-Billette möglich wären. Das ist für mich mal wieder ein Beispiel, wie intransparent doch das deutsche Preissystem ist. Die von der Kilometeranzahl längere, aber doch schnellere Route darf eigentlich nicht günstiger zu haben sein. Nun wird aber wahrscheinlich niemand einen extra teureren Tarif für die RE via NBS einführen, bei dem BaWü-Tickets und dergleichen nicht gelten. Den FV auf der Gäubahn so günstig zu machen, dass er preislich unter den Ländertickets ist, wird es wahrscheinlich auch nicht geben.
Aber wir werden sehen.

Das deutsche Preissystem ist grundsätzlich eigentlich sehr transparent, wenn man beachtet, dass der Fernverkehr vollkommen eigenwirtschaftlich betrieben wird und werden muss, während der Regionalverkehr total subventioniert ist. So kommt es dazu, dass langlaufende Züge des Nahverkehr, was ein Widerspruch in sich ist, auf schnellen Routen günstiger sind als eigenwirtschaftliche Fernverkehrszüge auf langsameren Parallelstrecken.

Aber der Fernverkehr auf der Gäubahn ist aus Sicht der DB Fernverkehr eigentlich schon so gut wie tot.

Auch die NBS Stuttgart-Ulm ist so ein konzeptloses Einzelstück. Anstatt dass man im Rheintal, wo der Schuh heute schon mehr als drückt, endlich mal den Ausbau fokussiert, wird bei Ulm eine SFS auf Vorrat gebaut. In Deutschland fehlt einfach ein Landesweites Konzept, bri dem die Projekte nach klaren Prioritäten abgearbeitet werden und deren Finanzierung jeweils schon bei Aufnahme in den Verkehrswegeplan gesichert ist.

Eine Umfahrung der Geislinger Steige war schon lange geplant. Ich würde diese NBS nicht als "konzeptloses Einzelstück" beschreiben und bin selbst großer Befürworter einer NBS zwischen diesen beiden Städten. Man hat dort 5 Fernverkehrslinien, nämlich Hamburg-Stuttgart-München, Berlin-Stuttgart-München, NRW-Stuttgart-München, Karlsruhe/Saarbrücken-Stuttgart-München und Frankfurt-Stuttgart-München-Österreich, und somit eine deutlich stärkere Auslastung als beispielsweise die NBS Fulda-Würzburg. Das Problem mit dieser SFS ist nur, dass sie 20 Jahre zu spät kommt. Sie hätte zusammen mit der SFS Stuttgart-Mannheim gebaut werden müssen, da ja die allererste ICE-Linie 6 Hamburg-Hannover-Frankfurt-Mannheim-Stuttgart-Ulm-Augsburg-München ja dort entlang ging.

Allerdings landesweit hast du recht, da gibt es viele Stellen wo ich mir regelmäßig an den Kopf fasse, insbesondere in Ost- und Mitteldeutschland.

Die Rheintalstrecke ist von der Finanzierung und vom BVWP schon lange abgesichert. Die wäre auch aus finanzieller Sicht schon längst fertig. Hier ist das Problem eher, dass es zu viele Proteste gegen den Ausbau gibt, da bei Lärmschutz wiederum eingespart wird, was eigentlich völlig unnötig ist.


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