Betuweroute war ein Fehler? (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Dienstag, 11.09.2012, 15:20 (vor 4964 Tagen) @ Felix

Hallo Felix,

Klingt überzeugend. Andererseits behauptet der Wikipedia-Artikel "Verkehrsstau", daß die Kapazität einer Straße bei 1500 bis 2500 Fahrzeugen pro Stunde und Spur liegt.
Aber selbst wenn Du recht hast, ist die Güterverkehrskapazität einer Autobahnspur trotzdem höher, außer bei sehr schweren Gütern. Denn ein Lkw kann nicht nur einen kleinen Container befördern, sondern auch einen großen Container oder zwei kleine Container (mit Anhänger) oder einen großen und einen kleinen Container ("Gigaliner").
Ein Güterzug kann nur ca. 60 kleine Container befördern oder eine geringere Zahl große Container.

Dachte immer, 42 große Container sollten gehen. Aber offenbar dann doch nicht.
Na gut, David Bowie hat recht: "This Is Not America" (wo ja Doppelstaplung von Container stattfindet).

Und alle 3 min ein Güterzug ist hingegen technisch überhaupt kein Problem.


Wenn man eine durchgehende, ausschließlich dem Güterverkehr vorbehaltene Trasse Genau-Rotterdam hätte, vielleicht. Die wird aber nicht kommen.

So betrachtet könnte man die Frage stellen, ob die 7 Milliarden Euros, die die Betuweroute gekostet hat, rausgeworfenes Geld wäre und ob man stattdessen besser einen "Betuwesnelweg" hätte bauen sollen:

1. die Cargo-Autobahn wäre wohl billiger zu haben als die Bahnstrecke
2. die Cargo-Autobahn hätte eine breitere Akzeptanz in der Transport- und Logistiksparte als eine Schienenverbindung (genauso wie Personen steigen Güter auch nicht gerne um)
3. die Cargo-Autobahn hätte die parallel liegenden Autobahnen erheblich von stau-verursachenden LKWs befreien können
4. auf den ganzen ERTMS-Kirmes hätte man verzichten können

Klar gibt es jetzt einige, die denken "ja Oscar, aber 1000 Tonnen Cargo befördert man per Schiene umweltverträglicher als per Straße".
Das muss ich noch mal sehen.
Die größte Umweltbelastung und Kostenfaktor sind nicht die fahrenden PKWs/LKWs, sondern die im Leerlauf stillstehenden PKWs/LKWs!
Nimmt man diese weg (z.B. mit so einer Cargo-Autobahn = PKWs und LKWs getrennt), dann können PKWs und LKWs ungebremst fahren. Erst danach kommt der Faktor Rollreibung ins Spiel, welche im Falle Stahl-Stahl klar niedriger ist als Gummi-Asphalt.

Übrigens soll die Reibung Stahl-Wasser noch höher als Gummi-Asphalt sein. Dennoch ist der Rhein immer noch nicht von Binnenschiffen befreit.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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