Trassengebühren für Güterverkehr auf dieser Strecke erhöhen (Allgemeines Forum)

Felix, Göttingen, Dienstag, 11.09.2012, 10:17 (vor 4957 Tagen) @ Twindexx

Eine Spurerweiterung ist eine Kapazitätserweiterung. Damit sinkt das Staurisiko auf dieser Strecke.

Nur wenn die Kapazitätserweiterung nicht vom steigenden Güterverkehrsaufkommen, um dessentwillen die Kapazitätserweiterung überhaupt vorgenommen werden würde, aufgefressen wird.

Das macht den Autoverkehr attraktiver, womit mittelfristig der Autoverkehr wachsen wird.

Aber nur so weit, wie Kapazitätsreserven bestehen, dann ist das Staurisiko wieder genauso hoch wie zuvor. Durch knappe Güterverkehrskapazitäten auf der Schiene entsteht kein Handlungszwang, die Kapazitäten <i>für den Autoverkehr</i> zu erweitern.

Beim Strassenverkehr wird es auch zu Preissteigerungen kommen. Wegen der gestiegenen Unterhaltskosten beim bestehenden Autobahnnetz wird der Preis für die Autobahnvignette von 40.- auf 100.- CHF pro Jahr erhöht. Eine neue Ein-Monats-Vegnette wird dann 40.- CHF kosten.
Beim Benzinpreis soll ebenfalls kräftig aufgeschlagen werden. So soll der Benzin-Preis schrittweise auf knapp 5.- CHF pro Liter steigen. Darüber hat die politische Diskussion aber erst begonnen: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Fuenf-Franken-fuer-einen-Liter-Benzin/stor...

Bei den SBB und beim Bund geht man nicht davon aus, dass die höheren Preise zu Fahrgasteinbussen führen werden. Mit Abos ist man immer noch günstiger als mit dem Auto. Vorallem wenn man die Gesamtkosten eines Autos mit den Billettpreisen vergleicht, bleibt der öV immer noch günstiger. Dann kommt noch hinzu, dass nicht jeder gerne täglich im Stau stehen will. Während auf der Schiene der Ausbau flüssig weitergeht, kommen Strassenausbauten wenn überhaupt nur im Schneckentempo voran.

Vielleicht fahren die Leute auch weniger. Vielleicht kommt dieser Plan auch überhaupt nicht durch. Der Tagi-Artikel hat 717 Kommentare, viele davon ablehnend.

Die Leute haben sich irgendwann mal einreden lassen, daß Bahn "gut" und Auto+Lkw "böse" sind, deshalb wagt es keiner, den Ökos und der Bahnlobby zu widersprechen. Die Ökos fordern massive Verteuerung von Verkehr und Energie, aber das kommt seit Jahrzehnten nicht so richtig voran, weil es den Leuten ja tatsächlich weh tun würde. Da ist es politisch opportun, lieber die Bahnlobby zu bedienen, die schamlos immer weitere Bauorgien verlangt, aber das geht nur, wenn man das Geld dafür hat. In Deutschland fehlt das Geld, mit der Folge, daß die Politiker immer weitere Bauvorhaben "beschließen", die aber praktisch nicht vorankommen, weil das eben nicht möglich ist.

Solange die Kraft der Öko- und Bahnreligion ungebrochen ist, gibt es aus dieser Situation wohl keinen Ausweg. Manchmal fürchte ich, daß es zu einer totalen Bahndiktatur kommt.

Personenzüge haben eigentlich immer die höherwertigen Trassen. Es dürfte wohl selbstverständlich sein, dass die Trasse des ICN Basel-Lugano mehr kostet als die des Güterzuges, der eine Trasse bekommt, womit er etwa doppelt so lange für diese Strecke braucht und zwischendrin auch mal für die Überholung durch einen Personenzug in einem Bahnhof zur Seite genommen wird.

Ja und? Warum sollte der Schienengüterverkehr ein Anrecht auf subventionierte Mitbenutzung des Schienennetzes haben? Wo steht geschrieben, daß wir dem Schienengüterverkehr Zucker in den A**** zu blasen haben?


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